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Fast ein Tabu-Thema, obwohl so viele Frauen davon betroffen sind. Während ihrer Schwangerschaft und zum Teil noch längere Zeit danach leiden nicht wenige Frauen an Inkontinenz. Das mag ziemlich unangenehm sein, es ist aber wahrlich kein Grund, sich dafür zu schämen. Wir möchten in diesem Artikel darüber reden, wie sich eine solche Inkontinenz deutlich abmildern oder sogar ganz verhindern lässt.

Inkontinenz ist während der Schwangerschaft fast eine normale Begleiterscheinung, zumindest dann, wenn die Beschwerden nicht überbordend ausgeprägt sind. Typischerweise wird schon mal beim Husten, Lachen oder Anheben eines relativ schweren Gegenstandes das Höschen feucht. Nach der Schwangerschaft kannst Du davon ausgehen, dass dieses Phänomen ganz von selbst wieder verschwindet, so der Normalfall. Hilfreich und wichtig ist in diesem Zusammenhang die Stärkung des Beckenbodens, die Du als Präventionsmaßnahme gegen eine Inkontinenz auf jeden Fall anstreben solltest.

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Besonders während der ersten drei Schwangerschaftsmonate sind viele Frauen von einem häufigen Harndrang geplagt. Der Grund dafür liegt zum einen in der verbesserten Durchblutung der Nieren und zum anderen darin, dass die rasch wachsende Gebärmutter zunehmend auf die Harnblase drückt. Mit fortschreitender Schwangerschaft dehnt sich die Gebärmutter eher nach oben aus, wodurch wieder eine Entlastung der Blase eintritt. Doch der starke Harndrang kommt in den Monaten 7, 8 und 9 zurück, denn nun wird das Köpfchen des Kindes größer und drückt weiter unten im Becken erneut auf die Blase.

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Wenn das Wasser wallt

Ursachen der Inkontinenz während der Schwangerschaft

Im Verlauf der Schwangerschaft wird das Gewebe im Bereich des Beckenbodens weicher, was der vermehrten Produktion des Hormons Progesteron geschuldet ist. Das hat die Natur so sehr schlau eingerichtet, denn das Gewebe soll ja geschmeidig nachgeben, wenn das Kind den engen Weg durch das Becken antritt. Dies ist zugleich der Grund für die unangenehmen Rückenschmerzen, über die so viele schwangere Frauen klagen. Ebenfalls unter diesem hormonellen Einfluss steht die Harnröhre, deren Spannung sich vermindert, während zugleich deutlich mehr Urin produziert wird.

Von oben drückt dann noch die schwere Gebärmutter auf die Harnblase. Alles zusammen ist wirklich ein bisschen viel für das Organ. Gegen Ende der Schwangerschaft kann man hier von einem echten „Platzproblem“ gerade im Bereich des Beckens sprechen. Da fehlt nur noch eine winzige Druckerhöhung durch ein Hüsteln und schon ist es passiert.

Deutlich seltener kommt es zur Stuhlinkontinenz während oder nach der Schwangerschaft. Betroffene Frauen berichten immer wieder, dass sie das Gefühl haben, unvermittelt unbedingt ihren Darm entleeren zu müssen. Dass es dabei auch zum unkontrollierbaren Abgang von Winden kommt, muss niemanden überraschen.

Risikofaktoren für Inkontinenz in der Schwangerschaft

Die Neigung zur Inkontinenz während der Schwangerschaft ist zum Teil auch genetisch bedingt. Bei 30 Prozent der betroffenen Frauen kam es bei ihren Müttern oder Großmüttern zu ganz ähnlichen Beschwerden. Und die Frauen, die schon von Hause aus einen schwachen Beckenboden haben, können fast davon ausgehen, dass ihre Schwangerschaft von Inkontinenz begleitet sein wird. Was hilft, ist Beckenbodentraining, und zwar schon vor der Schwangerschaft.

Risikofaktoren, die Du selbst aktiv mindern kannst

  • Übergewicht schwächt die Beckenbodenmuskeln. Versuche daher, vor der Schwangerschaft Dein Normalgewicht zu erreichen.
  • Rauchen ist Gift für Dich und Dein Kind.
    Raucherinnen leiden während ihrer Schwangerschaft statistisch häufiger an Blasenschwäche. Das hängt auch mit dem chronischen Husten zusammen, der zur Reinigung der Bronchialschleimhaut meistens morgens auftritt.
  • Körperliche Inaktivität begünstigt Inkontinenz, weil dadurch die Muskulatur im Bereich des Beckenbodens noch weiter erschlafft.
    Zu empfehlen sind sanfte Bewegungsarten wie Tanzen, Schwimmen, Walking, Yoga oder Gymnastik, sogar mehrmals in der Woche. Vermeiden solltest Du abrupte Bewegungsabläufe wie Springen oder Stoßbewegungen.

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Tipps bei Inkontinenz in der Schwangerschaft

Das findest Du jetzt vielleicht etwas unlogisch: Du musst ausreichend viel Wasser trinken. Wer zu wenig trinkt, befördert die Verstopfung, es kommt zu Völlegefühl, Blähungen und einer insgesamt sehr trägen Verdauung. Verstärktes Pressen auf der Toilette erhöht das Risiko der Inkontinenz drastisch und schwächt zugleich den Beckenboden. Eine ballaststoffreiche Ernährung unter Einbeziehung von Floh- oder Leinsamen ist unbedingt zu empfehlen.

Um die Beckenbodenmuskulatur zu stärken, ist das Beckenbodentraining gleich zu Beginn (oder sogar schon vor) der Schwangerschaft ein sehr geeignetes Mittel. Die Inkontinenz wird dadurch zumindest deutlich abgemildert, wenn nicht sogar ganz unterbleiben. Die Übungen dazu sind einfach und können eben mal zwischendurch miterledigt werden. Ein gutes Beispiel ist die bewusste, kurze Unterbrechung des Urinstrahls. Um dies zu bewerkstelligen, muss der Schließmuskel der Harnröhre aktiv werden. Das kurzzeitige Anspannen, Halten und Entspannen kannst Du im Prinzip bei jedem Toilettengang üben.

Dennoch soll die Blase schließlich vollständig entleert werden. Dies gelingt besser, wenn Du Dich auf der Toilette etwas nach vorne beugst. Beim Lachen, Husten, Niesen oder Bücken versuchst Du, die Beckenbodenmuskeln anzuspannen, auch das Übereinanderschlagen der Beine kann dabei helfen. Beim Treppensteigen trainierst Du die Beckenbodenmuskeln ganz automatisch mit.

Wir empfehlen allen werdenden Müttern einen sogenannten Rückbildungskurs, der das Training des Beckenbodens in der Regel miteinschließt. Diese Kurse sind auch für Kaiserschnitt Gebärende geeignet. Sechs bis acht Wochen nach der Geburt kann ein solches Training angetreten werden. Übrigens gehören derartige Übungen zu den Geburtsvorbereitungskursen. Wer trotz eines regelmäßigen Beckenboden-Trainings keine Kontrolle mehr über seinen Harndrang hat, sollte einen Facharzt/Fachärztin für Urologie zurate ziehen.

Inkontinenz nach der Schwangerschaft

Nach der Entbindung kommt es recht häufig zu einer wochenlangen Inkontinenz. Sie verschwindet umso schneller, je besser Du Deine Beckenbodenmuskulatur trainierst. Auch Muskel- und Nervenverletzungen zum Beispiel durch Bänderüberdehnung oder einen Dammschnitt können zur Inkontinenz der Blase oder des Darms führen. In solchen Fällen kann die endgültige Heilung ebenfalls mehrere Wochen dauern.

Zwar ist ein negativer Einfluss des Körpergewichts auf die Inkontinenz umstritten, aber es hat sich ziemlich deutlich gezeigt, dass jene Frauen, die nach der Geburt bald wieder ihr ursprüngliches Gewicht zurückerlangt haben, eher selten mit Beckenbodenproblemen zu kämpfen haben. Immerhin zehn Prozent aller Mütter leiden noch längere Zeit über das Wochenbett hinaus an Inkontinenz. Viele Frauenärzte neigen dann dazu, eine spezielle Physiotherapie zu verschreiben, die auch oft zeitnah das Problem löst.

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