Donnerstag, Februar 27, 2020

Chronische Verstopfung

Ballaststoffe, Bewegung und viel Trinken häufig nicht ausreichend

25 Prozent der westlichen Bevölkerung leiden unter der Krankheit chronische Verstopfung. Diese Volkskrankheit führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität und erzeugt bei den Betroffenen einen hohen Leidensdruck.

Die gängigen Empfehlungen, das heißt mehr Ballaststoffe, mehr Bewegung und viel Trinken, führen insbesondere bei Menschen mit chronischer Verstopfung nicht immer zum Erfolg. Experten raten dann zum Einsatz von Abführmitteln.

Diese sollten aber keine Nebenwirkungen haben und nicht abhängig machen.

Was ist ein normaler Stuhlgang?

Von normalem Stuhlgang sprechen Ärzte, wenn man dreimal täglich bis dreimal wöchentlich auf die Toilette kann. Wer also nicht täglich Stuhlgang hat, leidet noch lange nicht unter einer Verstopfung. Eine chronische Obstipation (chronische Verstopfung), wie es in der medizinischen Fachsprache heißt, liegt erst dann vor, wenn mindestens zwei der folgenden Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten auftreten:

  • weniger als drei Stühle pro Woche,
  • heftiges Pressen beim Absetzen des Stuhls nötig,
  • harter oder knolliger Stuhl,
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung sowie die Notwendigkeit einer manuellen Hilfe beim Stuhlabsetzen, wie zum Beispiel ein Einlauf.

Ursachen: chronische Verstopfung?

Zu einer Verstopfung führen können Erkrankungen, Medikamente oder geänderte Lebensumstände; nicht selten wird allerdings keine Ursache für die Stuhlprobleme gefunden. Dann spricht man von einer funktionellen Obstipation.

Ernährungsumstellung und Sport immer hilfreich?

Chronische Verstopfung: Empfehlungen zur Hilfe

Die Empfehlungen bei Verstopfung lauten immer gleich: mehr Ballaststoffe, mehr körperliche Bewegung und viel Trinken. In allen Fällen reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus, um das Problem zu lösen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich die Beschwerden bei weniger als der Hälfte der Patienten verbessern, wenn sie mehr Ballaststoffe zu sich nehmen. Ähnlich verhält es sich mit dem Tipp, sich mehr zu bewegen: Die Studienlage hierzu ist nicht eindeutig. Bei bettlägerigen Personen verbessern sich die Beschwerden der Verstopfung, wenn sie ihre normalen Alltagsaktivitäten wieder aufnehmen.

Noch unbewiesen ist allerdings, ob zusätzliche sportliche Aktivitäten einer Obstipation entgegen wirken können. Kein Ratgeber für Patienten verzichtet auf den Hinweis, dass eine gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme die Verstopfung lindern kann.

Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Daten, die nachweisen, dass eine Steigerung der täglichen Trinkmenge um ein bis zwei Liter sich günstig auf die Obstipation auswirkt.

Chronische Verstopfung ein Problem vieler Frauen.
Chronische Verstopfung ein Problem vieler Frauen.

Abführmittel erst, wenn nichts anderes hilft!

Empfehlungen zur Ernährungs– und Bewegungsumstellung

Dennoch sollte man die Empfehlungen zur Ernährungs- und Bewegungsumstellung zunächst befolgen. Erst wenn diese Maßnahmen mittelfristig nicht helfen, empfiehlt sich der Griff zu Abführmitteln. Dabei sollte man darauf achten, dass es wirksam und gut verträglich ist. Vor allem sollte eine Langzeitanwendung ohne Gewöhnung möglich sein.

Ferner dürfen keine Wechselwirkungen mit Arzneimitteln sowie sollten keine Blähungen und Krämpfe auftreten. Insbesondere sollten dem Körper weder Wasser noch Mineralstoffe entzogen werden, denn dies kann der Gesundheit auf Dauer erheblich schaden und eine Verstopfung noch verstärken.

Diese Vielzahl von Bedingungen erfüllen nur wenige Abführmittel. Eine Ausnahme stellen Makrogole in Kombination mit Mineralstoffen dar. Präparate wie zum Beispiel Movicol beeinflussen den Wasser- und Elektrolythaushalt nicht und werden deshalb von vielen Experten als Abführmittel der Wahl empfohlen.

Makrogole werden zusammen mit Wasser aufgenommen, erweichen und verdünnen den Stuhl im Dickdarm und bewirken so, dass er leichter abgesetzt werden kann.

Selbsttest bringt Klarheit

Wer wissen möchte, ob es sich bei seinen Beschwerden um eine Verstopfung handelt, kann gegen Einsendung eines mit der eigenen Anschrift versehenen und mit 0,55 Euro frankierten DIN lang-Rückumschlags beim Deutschen Grünen Kreuz einen Selbsttest für zu Hause anfordern.

Die Adresse:
Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort Selbsttest Verstopfung,
Schuhmarkt, 4
35037 Marburg

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Bitte das Kästchen mit einem Kreuz markieren um zu senden.

  • Mit diesem Kommentarformular erheben wir personenbezogene Daten nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO. Unter dem Grundsatz der Datensparsamkeit und Datenvermeidung erfragen wir an dieser Stelle lediglich Ihre E-Mail-Adresse als Pflichtangabe, um – ebenfalls per E-Mail – Ihre Anfrage zu bearbeiten und darauf antworten zu können. Die Datenverarbeitung zum Zwecke der Kontaktaufnahme mit uns erfolgt nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO auf Grundlage Ihrer freiwillig übermittelten Daten.
  • Ihre Daten werden gespeichert und der eingetragene Name wird öffentlich angezeigt. Ihre Email wir nicht öffentlich angezeigt, außer sie vermerken diese im Kommentarfeld. Eine Speicherung oder Weitergabe der Daten zu anderen Zwecken erfolgt selbstverständlich nicht.
  • Unsere Datenschutzerklärung ist für Sie unter Datenschutzerklärung abrufbar.
  • Um Ihre Daten zu schützen, nutzen wir für die Übertragung das TLS Verschlüsselungsverfahren (SHA256 / 2048 bit) im Sinne des §9 BDSG. Somit gewährleisten wir, dass Ihre Daten bei der elektronischen Übertragung, während des Transports und der Speicherung nicht unbefugt gelesen, kopiert, verändert oder entfernt werden können.

- Advertisment -
Dir gefällt dieser Artikel? Ja! Du willst mehr Artikel von uns lesen? Ja! Du willst, dass wir in Adeba weitermachen? Ja! Dann unterstütze bitte unser Projekt mit einer Spende für die Kaffeetasse als Anerkennung für die vielen Autoren. :-).

Chronische Verstopfung 1



Aktuell

Gewerbliche Sterbehilfe erlaubt – Bundesverfassungsgericht lässt den Suizid zu

Das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG) umfasst ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben....

Beliebt auf Adeba

Kinderwagen Kaufen – Tipps und Tricks

Tipps für den Kinderwagenkauf - worauf Ihr achten solltet. Worauf Ihr beim Kinderwagenkauf achten solltet, damit Ihr lange Freude an ihm habt, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

Rufnummern für den Notfall

Rufnummern für den Notfall

Babyhaut rosig und zart

Babyhaut rosig und zart - Was tun, wenn es Probleme mit Baby's Haut gibt?

Schwangerschaft und Toxoplasmose

Schwangerschaft und Toxoplasmose - Vorsicht ist geboten, wenn es um die Toxoplasmose-Erreger geht