Sonntag, Mai 31, 2020
- Advertisement -
Start Gesundheit Broken-Heart-Syndrom - das gebrochene Herz als Todesursache?

Broken-Heart-Syndrom – das gebrochene Herz als Todesursache?

Kann man wirklich an gebrochenem Herzen sterben?

Sag es Deinen Freunden: Zuerst wirst Du informiert:

Todesursache: gebrochenes Herz! Wenn ein Arzt so diagnostiziert, kann man ihn dann noch ernstnehmen? Ja, das „Broken-Heart-Syndrom“ ist kein Märchen, sondern todtraurige Realität.

Das Phänomen Liebeskummer, das in die Wissenschaft als Broken-Heart-Syndrom eingegangen ist, ist gewiss so alt wie die Menschheit. Bei den meisten Menschen geht es dabei um ein ziemlich trauriges Gefühl, das aber irgendwann wieder verfliegt, spätestens dann, wenn sich am Horizont eine neue Liebe abzeichnet.

Doch es geht noch schlimmer. Einige Menschen erkranken regelrecht daran und leiden unter Herzrhythmusstörungen, ganz ähnlich wie sie bei einem Herzinfarkt auftreten. Interessanterweise sind aber fast ausschließlich nur Frauen von so intensivem Liebeskummer gebeutelt.

Das Broken-Heart-Syndrom ist kein Märchen

Im Jahre 1991 wurde das eher seltene Tako-Tsubo-Syndrom, das auch gern als Broken-Heart-Syndrom, manchmal als Stress-Kardiomyopathie bezeichnet wird, eine wissenschaftlich anerkannte Krankheit. Da die Tako-Tsubo-Kardiomyopathie zunächst in Japan aufgefallen war, wurde sie erst einmal für eine typisch asiatische Erkrankung gehalten.

Alles zuim Thema Liebe und Sexualität

Es handelt sich dabei tatsächlich um eine lebensbedrohliche Funktionsstörung des Herzens infolge einer heftigen, akuten emotionalen Belastung. Der Liebeskummer tritt dabei am häufigsten in Erscheinung und ist dann symptomatisch von Brustschmerzen, Luftnot und sogar Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge begleitet.

Eine Studie zu diesem Thema ergab, dass ungefähr drei Prozent aller Infarktverdachtsfälle in Wahrheit auf ein „gebrochenes Herz“ und eben nicht auf verklumpte Herzkranzgefäße zurückgingen. In vielen Fällen handelte es sich um Frauen jenseits ihrer Wechseljahre, die gerade den Verlust eines engen Angehörigen zu betrauern hatten oder einer anderen starken Stresssituation unterworfen waren.

Warum leiden gerade Frauen an gebrochenem Herzen?

Dass die weiblichen Hormone hierbei eine Schlüsselrolle spielen, wird schon seit langer Zeit vermutet. Vor Kurzem gelang es Wissenschaftlern der Göttinger Universitätsmedizin, neue Signalwege des Herzens zu identifizieren, was im Ergebnis zu der Erkenntnis führte, dass auch eine genetische Veranlagung als Auslöser für das Broken-Heart-Syndrom infrage kommt.

Dazu untersuchten die Forscher Stammzellen von Patientinnen, die unter dem Broken-Heart-Syndrom litten. Ihre Herzzellen reagierten bis zu sechsmal intensiver auf Stresshormone. Und genau diese werden in großen Mengen ausgeschüttet, wenn einem das Herz bricht. Vielleicht sind Frauen eben doch die emotionaleren Wesen?

Durch welche Phasen läuft eine Beziehung?

So seltsam wie gefährlich

Dr. Holger Nef ist leitender Oberarzt am Herzkatheterlabor des Universitätsklinikums Gießen und Marburg. Er bestätigt, dass die Funktionsstörungen beim Broken-Heart-Syndrom jenen eines Verschlusses des linken Herzkranzgefäßes ähneln, obwohl in diesen Fällen von einer Verstopfung gar keine Rede sein kann.

In einer Studie am „Johns Hopkins Medicine Institute“ wurde herausgefunden, dass der Körper beim Broken-Heart-Syndrom eine Überdosis insbesondere auch von Adrenalin ausschüttet, was eine eindickende Wirkung auf das Blut hat.

In Folge der schlechteren Blutzirkulation fühlen sich die Patienten sehr schwach, bekommen weniger Luft und leiden unter Schmerzen im Brustkorb. Vor diesem Hintergrund sind die vielen Schicksale besser zu verstehen, bei denen ältere Menschen nur wenige Tage oder Wochen nach dem Tod ihres langjährigen Lebensgefährten selbst versterben.

An der Rice University in Houston/Texas fand man heraus, dass sich bei anhaltend stark trauernden Menschen heftige Entzündungsreaktionen im ganzen Körper entwickeln, woraus sich seriöse Herzschäden ergeben können.

Das Broken-Heart-Syndrom braucht eine besondere Behandlung

An einem „richtigen“ Herzinfarkt stirbt ungefähr die Hälfte der Betroffenen. Beim Broken-Heart-Syndrom liegt die Sterblichkeitsrate aber „nur“ bei gut drei Prozent. Dennoch können und sollten wir alle dazu beitragen, dass sich die Erkrankung der Betroffenen nicht immer tiefer manifestiert.

Natürlich werden heute spezielle Medikamente wie der Kalzium-Sensitizer Levosimendan verabreicht. Dennoch ist der Stellenwert von Therapie-Sitzungen als mindestens ebenso wichtig einzustufen, da es jeder erlernen kann, mit dem hohen Stress durch den Verlust eines geliebten Menschen besser umzugehen.

Ein Medikament mit der Bezeichnung „Vyleesi“, kommt auf den US-Markt.

Noch ein Blick auf die Statistik

Analysiert man Sterbe-Statistiken etwas genauer, fällt in der Tat auf, dass die Beziehungen zwischen Menschen zuweilen über Leben und Tod entscheiden. Untersucht wurde das Thema von Wissenschaftlern der Harvard University sowie der University of Yamanashi in Tokio. In die Meta-Analyse fließen 15 Einzelstudien ein, die ihren Fokus auf jene Sterblichkeit gerichtet haben, die relativ bald nach dem Tod eines Lebenspartners eintrat.

Rein statistisch ist die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines halben Jahres nach dem Tod der Bezugsperson zu sterben, um immerhin 41 % erhöht. Diese Zahl gilt recht allgemein, denn sie ist erstaunlicherweise fast unabhängig vom Alter der Betroffenen.

Eine britische Studie über verwitwete Menschen wies sogar eine Verdoppelung des Risikos nach, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt innerhalb des ersten Monats nach dem Tod des Partners zu erleiden.

Noch deutlich gravierender wirkt sich der Verlust eines Kindes aus. Eine US-Studie bezog zu diesem traurigen Thema mehr als 70.000 Fälle in die Betrachtung ein. Die Erhöhung des Sterberisikos für die Mutter wurde darin auf 133 Prozent beziffert.

Fazit:

Ein gebrochenes Herz kann nicht automatisch wieder verheilen. Falls doch, dann braucht es extrem viel Zeit. Deutlich verkürzen und verbessern lässt sich der Prozess durch Inanspruchnahme professioneller Hilfe.

Darüber hinaus kann und sollte jeder jedem dabei helfen, denn das Broken-Heart-Syndrom kann jeden von uns einmal aus „heiterem“ Himmel treffen. Deshalb ist die ehrliche Zuwendung von Freunden, Verwandten und Bekannten so überaus segensreich.

Übrigens, an gebrochenem Herzen zu sterben, ist keineswegs nur ein „Privileg“ der Menschen. Auch Elefanten tun dies, denn sie empfinden zum Teil eine sehr tiefe Trauer, wenn ein Artgenosse stirbt. Das geht so weit, dass sie nicht nur richtig weinen, sondern sich einfach nur noch hinlegen, bis sie verhungern oder verdursten.

Die Partnerwahl folgt offenbar bestimmten Gesetzmäßigkeiten.
- Advertisement -
Dir gefällt dieser Artikel? Ja! Du willst mehr Artikel von uns lesen? Ja! Du willst, dass wir in Adeba weitermachen? Ja! Dann unterstütze bitte unser Projekt mit einer Spende für die Kaffeetasse als Anerkennung für die vielen Autoren. :-).

Broken-Heart-Syndrom - das gebrochene Herz als Todesursache? 1

- Advertisement -
Fachredaktion Adeba
Fachredaktion Adeba
Ich bin eine Diplom-Psychologin mit Lehrbefähigung, die gerne Texte rund um zwischenmenschliche Beziehungen, Gesundheit und Ernährung schreibt. Manchmal auch über Kultur und Reisen und hin und wieder sogar über Geschichte. Ich freue mich sehr über Eure Kommentare und hoffe, Ihr mögt meine fachlichen Texte, die immer ein wenig meine persönliche Handschrift tragen. Ich möchte Euch rund um die großen Themen Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung informieren, wichtige Anregungen geben und gern auch mal zu einer kontroversen Diskussion provozieren.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen von Adeba.de Mit dieser Kommentarfunktion erheben wir personenbezogene Daten nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO. Unter dem Grundsatz der Datensparsamkeit und Datenvermeidung erfragen wir an dieser Stelle lediglich Ihre E-Mail-Adresse als Pflichtangabe, um – ebenfalls per E-Mail – Ihre Anfrage zu bearbeiten und darauf antworten zu können. Die Datenverarbeitung zum Zwecke der Kontaktaufnahme mit uns erfolgt nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO auf Grundlage Ihrer freiwillig übermittelten Daten. Da sie hier öffentlich posten werden Ihre übermittelten Daten für immer öffentlich gespeichert und angezeigt Unsere Datenschutzerklärung ist für Sie unter Datenschutzerklärung abrufbar. Um Ihre Daten zu schützen, nutzen wir für die Übertragung das TLS Verschlüsselungsverfahren (SHA256 / 2048 bit) im Sinne des §9 BDSG. Somit gewährleisten wir, dass Ihre Daten bei der elektronischen Übertragung, während des Transports und der Speicherung nicht unbefugt gelesen, kopiert, verändert oder entfernt werden können.

- Advertisment -
Dir gefällt dieser Artikel? Ja! Du willst mehr Artikel von uns lesen? Ja! Du willst, dass wir in Adeba weitermachen? Ja! Dann unterstütze bitte unser Projekt mit einer Spende für die Kaffeetasse als Anerkennung für die vielen Autoren. :-).

Broken-Heart-Syndrom - das gebrochene Herz als Todesursache? 1



Immer zuerst informiert

254,836NachfolgerFolgen
2,569,435NachfolgerFolgen

Sag es Deinen Freunden:
DU ZUERST:

Aktuellste THEMEN

Aktuell

Wann sind Sprechunflüssigkeiten nicht mehr normal?

Wenn es Kindern nicht gelingt, die bisher beschriebenen entwicklungsnormalen Sprechunflüssigkeiten zu überwinden, wenn diese sich verschlimmern oder das Kind mit Sprechanstrengung oder Vermeidungsverhalten reagiert,...

Beliebt auf Adeba

BGH stärkte Alleinerziehende – mehr Unterhalt für Kita-Betreuung

BGH stärkt Alleinerziehende - mehr Unterhalt für Kita-Betreuung

Stress ade

Stress ade: Die richtige Kombination aus Bewegung, Entspannung und Ernährung

Bachblütenarten nach Dr. Bach – Nr. 13 Gorse

Bachblüte Nr. 13 Gorse (Stechginster, Ulex Europaeus) - Alle original Bachblütenarten und deren Wirkungsweisen (auch auf Kinder) - Bachblütenarten nach Dr. Bach - Nr. 13

Vorfreude feiern – Babyshower! Die Babyparty.

Was ist eine Babyshower? Neben Ultraschallbildern, Prenatal-Gymnastik und Geburtsvorbereitungskurs gehört eine Babyparty mittlerweile fast zum Standard bei der Vorbereitung auf die Geburt. Doch nicht nur...