Dienstag, Juli 2, 2024
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Familien-Entdeckungstour in den LandkreisSaalfeld –Rudolstadt

Von CTOUR-Mitglied Peter Marquardt

Saalfeld ist die Kreisstadt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen mit fast 30.000 Bewohnern. Die Stadt an der Saale zählt mit ihrer über 1100-jährigen Geschichte zu den ältesten Städten Thüringens. Die malerische Lage am Rande des Thüringer Schiefergebirges, die architektonischen Bauten aus verschiedenen Zeitabschnitten, wie die Stadtbefestigung mit erhaltenen Stadttoren, die Burgruine, die Johanniskirche, das Franziskanerkloster und die Altstadt mit dem Marktplatz, dem prächtigen Renaissance Rathaus und den alten Bürgerhäusern aus dem 16.-18. Jahrhundert, prägen den Charakter der Saalestadt.

Für Familien besonders attraktiv sind die etwa ein km vom Stadtkern entfernten weltbekannten Felsengrotten mit den Feenweltchen. Seinen Ursprung hat diese Märchenwelt unter Tage in einem zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert betriebenen Alaunschieferbergwerk. Nachdem die Stollen verlassen wurden, bildeten sich im Laufe der Zeit bunt schillernde Gebilde, die man später im Schaubergwerk bewundern kann. Vorher geht’s aber mit der Tourismus- und Feengrotten Geschäftsführerin Yvonne Wagner ins Feenweltchen der bei Familien besonders beliebten Anderswelt der Feen und Naturgeister.

Feenweltchen -. ein Kinderparadies

Im Feenweltchen der Saalfelder Feengrotten. Foto: Hans-Peter Gaul
Im Feenweltchen der Saalfelder Feengrotten. Foto: Hans-Peter Gaul

Jedes Jahr gibt es hier neue und spannende Dinge für die Besucher erläutert Frau Wagner uns. Der Garten der Feenpflanzen, der Hain der Lichtelfen, das Reich der Dunkelgeister und die bunte Elfenwiese halten immer wieder neue Erlebnisse bereit. In der Elfenkräuterschule, mitten im Thüringer Kräuterland, gibt’s Informationen über die Kräuter, die natürlich auch als Medizin oder als Lebensmittel verwendbar sind.

-	Feengrottenchefin Yvonne Wagner mit Feen im Feenweltchen. Foto: Hans-Peter Gaul
– Feengrottenchefin Yvonne Wagner mit Feen im Feenweltchen. Foto: Hans-Peter Gaul

Die Riesenmurmelbahn, die Wiesenwunderblume, das verrückte Trollhaus und der große Trollschatzplatz sind Stationen im Feenweltchen, wo Besucher teilweise stundenlang nach Schätzen graben, auch nach Edelsteinen oder Münzen, die eingelöst werden können. Eine diesjährige Besonderheit sind drei Alpaka-Stuten, die gern von Großeltern und Eltern mit Kindern aufgesucht werden.

Spannend ist auch der Besuch des Grottoneums. Mitmach-und Wissensstationen laden hier ein, den Geheimnissen des Bergbaus, der Tropfsteine und der Mineralien selbst auf die Spur zukommen. Im Grottenkino wird dann die Entstehungsgeschichte der Feengrotten erzählt. Ein 30-jähriges Jubiläum mit dem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde krönt die farbenprächtigsten Feengrotten ebenfalls in diesem Jahr und 2024 wird nach 110 Jahren der 20-millionste Besucher erwartet.

Die Feengrotten sind immer einen Besuch wert. In einer guten Stunde legt man etwa eine Strecke zu Fuß von 600 munter Tage zurück. Die tiefste Stelle wird bei 27 m erreicht. Eine Besonderheit sind die Tropfsteine erzählt uns Grottenführer Volkmar Dittmann.

Normalerweise wachsen Tropfsteine nur 1 cm in 100 Jahren, hier allerdings ein bis zwei cm pro Jahr. Das liegt daran, dass die Stalaktiten (oben) und Stalagmiten (unten) aus einem seltenen Weichmineral bestehen, das es nur viermal auf der Erde gibt. Die farbenreichste Stelle ist die linke Quellgrotte, während sich die schönste und romantischste Stelle im„Märchendom“befindet. Man kann dort auch heiraten und ein Heilstollen ist sogar seit 1937 in Betrieb.

Atemwegserkrankungen und Allergien werden hier behandelt, denn die Luft ist 100% Staub- und Pollenallergenfrei. Ein bis zwei Stunden wird der Körper dabei entlastet, sodass er seine Selbstheilungskräfte in Gang setzen kann.

Saalfelder Stadttore können besichtigt werden

-	Das Obere Tor, eines der mittelalterlichen Stadttore in Saalfeld
Das Obere Tor, eines der mittelalterlichen Stadttore in Saalfeld Foto: Hans-Peter Gaul

In Gang gesetzt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden auch drei historische Stadttore, die man in Saalfeld auch mit Kindern besteigen kann. Historie wird interaktiv vermittelt. Mit Yvonne Wagners Hilfe reisen wir um 1600 mit dem Nürnberger Kaufmann Pelzer, der mit seinem Gefolge zur Messe nach Leipzig unterwegs ist und hier Station macht. Er muss das erste Obere Tor passieren, wo sich Szenen mit dem Torwächter abspielen. Dabei erfährt der Besucher, dass dazu ein Passierschein notwendig war. Man kann sich übrigens auch selbst einen ausstellen und erfährt, dass man zu später Zeit nicht mehr in die Stadt reinkam und was alles für Bedingungen erfüllt werden mussten.

Virtuell kann man wie auf Taubenschwingen aus der Vogelperspektive einen Blick über die ehemalige Bergbau- und Residenzstadt werfen. Die im Innern geöffnete barocke Turmhaube gibt zudem einen interessanten Einblick in die kunstvolle Zimmermannsarbeit der damaligen Zeit. Im Darrtor geht’s ins „Gefängnis“, allerdings nur zu Besuch. Dort sind Rechtsprechung in dieser Zeit das zentrale Thema. Man weiß, wo Richtstätten sind und wer für was verurteilt wurde.

Man hört vier Gefangene selbst sprechen, anhand wahrer recherchierter Fälle, wofür sie verurteilt wurden und kann an dem Strafrechtsquiz ausprobieren, wie man selbst in der damaligen Zeit geurteilt hätte. Vom Zinnenkranz oben hat man dann einen wunderbaren Blick auf die Stadt und schon deshalb lohnt sich der Aufstieg auf dieses Tor.

Marktplatz von Saalfeld am Abend
Marktplatz von Saalfeld am Abend: Foto Hans-Peter Gaul

Am Saaltor geht es über die Saale. Im Scheitel des Torbogens befindet sich eine Relieffigur des heiligen Michael. Sie verleiht dem Tor auch die Bezeichnung Engelstor. Es befasst sich mit der Medizin um 1600. Erläutert werden die Aufgaben von Wundarzt, Bader, Hebamme, Kräuterfrau, aber auch Zahnbrecher und Steinschneider. Wie die Menschen damals behandelt wurden, möchte man sich heute gar nicht vorstellen. Die Gäste können sich an einem Heilerquizz ausprobieren und eigene Vorschläge zur Behandlung von Krankheiten machen. Außerdem erfahren sie viel Interessantes über die Geschichte der Medizin, die Kräuterkunde und vieles mehr. Das vierte Blankenburger Tor wird 2024 zu erklimmen sein.

Mit dem Cabrio-Wagen auf der Bergbahn

Mit der Thüringer Bergbahn im Schwarzatal unterwegs
Mit der Thüringer Bergbahn im Schwarzatal unterwegs. Foto:_ Hans-Peter Gaul

Das Schwarzatal ist eines der ältesten Tourismusgebiete Deutschlands. Unberührte Natur, Stauseen und Berge mit herrlichen Aussichten erwartet den Wanderer. Das gesamte Gebiet ist durch ausgezeichnet beschilderte Wanderwege, die immer wieder an Ausflugslokalen vorbeiführen, gut erschlossen und somit auch für Familien ein lohnendes Ziel.

Der 136 km lange Qualitätsrundwanderweg Panoramaweg Schwarzatal bildet das Herzstück der Region. Des Weiteren laden zahlreiche kurze und gut erreichbare Rundwanderwege zum Wandern, Entspannen und Genießen ein. Ein naturnaher Radweg von Rudolstadt Schwarza bis nach Neuhaus, wo er an den Rennsteig anbindet, führt am Gebirgsfluss Schwarza entlang.

Durch das wild romantische Schwarzatal kommt man zur Talstation der Thüringer Bergbahn. Sie feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Philipp Beyer, vom Marketing der Thüringer Bergbahn, beleuchtet die Hintergründe, denn die denkmalgeschützte Bahn ist 1923 in Betrieb gegangen, um Güter aus dem Schwarzatal, per Bahn auf die Höhen um Oberweißbach zu transportieren, und an die umliegenden Orte zu verteilen. Der Eisenbahningenieur Dr. Wolfgang Bäseler hatte die Streckenführung erdacht und mithilfe der Bürger der umliegenden Gemeinden und deren Finanzierung wurde die 1,3 km lange Strecke mit einer 25-prozentigen Steigung bei 332 Höhenmetern erbaut.

In gemütlicher Schrittgeschwindigkeit von ca. 15 Minuten wird noch heute diese Strecke überwunden. Für Familien mit Kindern natürlich ein ganz besonderes Erlebnis. Oben an der Bergstation Lichtenhain angekommen, schließt sich dann die Flachstrecke mit historischen elektrischen Triebwagen an. Das Besondere an dieser steilsten Standseilbahn der Welt ist, dass sie mit 1,80 m eine deutlich breitere Spur hat als die Normalspur.

Seit den 1960er Jahren hat die Straße gegen die Bahn gewonnen und heute wird die Bahnstrecke vor allem touristisch genutzt. Der markante rote Personenwagen ist das Symbol der Standseilbahn, aber man kann sich auch mit dem einzigartigen Bergbahn-Cabrio die frische Luft um die Nase wehen lassen. Angetrieben wird das ganze aus dem Maschinenhaus (Maschinarium), was heute auch ein Erlebnismuseum ist. Dort gibt es zwei große Motoren und zwei große Umlenkrollen, die dieses Standseil bewegen. Das Bahnprojekt erfreut sich großer Beliebtheit, denn zwischen 160- und 175.000 Besucher nutzen jährlich diese Fahrmöglichkeit.

Wo der Kindergarten „geboren“ wurde

Im Fröbel-Museum Oberweißbach
Im Fröbel-Museum Oberweißbach. Foto: Hans-Peter Gaul

Etwa 10 km von Lichtenhain entfernt, steht das Geburtshaus von Friedrich Fröbel, dem Begründer der Kindergärten. In dem 400 Jahre alten Fachwerkhaus in Oberweißbach erfahren wir interessantes von Gerd Eberhardt über das Leben des einstigen Vorschulpädagogen und über die Wiederbelebung des alten Olitätenhandels.

Fröbel ist am 21. April 1782 in dem ehemaligen Pfarrhaus geboren worden. Kurz nach der Geburt starb die leibliche Mutter, der Vater heiratete bald wieder, und es kam eine Stiefmutter, die dem Friedrich das Leben zur Hölle gemacht hat. Der Vater war ein sehr strenger Mann. Hinzu kam dann, dass er als einziger Junge in die Mädchenschule gehen musste. Hier hatte er schon erkannt, dass die ersten Lebensjahre und das Spiel das Wichtigste für die Entwicklung eines Kindes sind. Mit zehn Jahren lebte er bei seinem Onkel und konnte als normales spielendes Kind aufwachsen und die schönen Jahre genießen. Fröbel hat den Beruf des Landvermessers gelernt und war ein großer Naturfreund.

Bestimmte Umstände und Freunde sorgten später dafür, dass er in Frankfurt am Main, in der sogenannten Musterschule, als Lehrer arbeiten konnte und das Glück hatte den Schweizer Pädagogen Pestalozzi kennenzulernen.

Bei einem Besuch in der Schweiz war er von Pestalozzis Persönlichkeit und dessen Lehrmethoden so begeistert, dass er voller Tatendrang zurückkehrte und auch als Privatlehrer in Frankfurt am Main arbeitete. Später brachte er sein Studium in Göttingen zu Ende, arbeitete in Berlin am mineralogischen Institut und kämpfte 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig mit den Lützower Jägern für ein freies und geeintes Deutschland.

Nach der Völkerschlacht kehrte Fröbel nach Thüringen in die Nähe von Rudolstadt zurück und arbeitete an einem erweiterten Unterricht, also nicht nur rechnen, schreiben und lesen, sondern errichtete einen eigenen Schulgarten und trat für regelmäßigen Sportunterricht ein. Das gefiel der Obrigkeit nicht, er ging zurück in die Schweiz zu Pestalozzi und wurde Direktor eines Waisenhauses, wo er zum ersten Mal direkten und intensiven Kontakt zu Vorschulkindern hatte. Da erinnerte er sich an seine Kindheit, kehrte wieder nach Thüringen, nach Bad Blankenburg zurück, und gründete seine Spiel- und Beschäftigungsanstalt.

Gerd Eberhardt erzählt vom Leben und Wirken von Friedrich Fröbel, dem Erfinder des Kindergartens
Gerd Eberhardt erzählt vom Leben und Wirken von Friedrich Fröbel, dem Erfinder des Kindergartens. Foto: Hans-Peter Gaul

Dabei beobachtete er die Kinder und merkte, dass die Kleinen zu allererst mit dem Ball oder der Kugel spielten. Aus Kugel, Walze und Würfel entwickelte er seine berühmten Fröbelbaukästen. Hinzu kamen die Falttechnik, der Fröbelstern die Flecht- und Fadentechnik, die jeder bezahlen konnte. Er sagte:“ Ein Kind ist wie ein Samenkorn, man muss nur dafür sorgen, dass es wachsen und gedeihen kann, wie eine kleine Pflanze im Garten aber immer behütet und gepflegt.“

Und so ist das Wort Kindergarten entstanden, und drückt Fröbels gesamtes Lebenswerk aus. 1840 wurde der erste Kindergarten in Bad Blankenburg gegründet, heute beherbergt das Fröbelmuse um eine umfangreiche Ausstellung zum Leben und Wirken des großen Pädagogen.- Im Oberweißbacher Geburtshaus Fröbels befindet sich auch noch die ständige AusstellungTraditionszimmer Olitätenhandel.

Diese informiert über die Entstehung des uralten Gewerbes und gibt Aufklärung über die Verwendung heimischer Heilpflanzen in der Vergangenheit und Gegenwart.

Schloss Schwarzburg

Waffensammlung im Zeughaus Schwarzburg
Waffensammlung im Zeughaus Schwarzburg. Foto: Hans-Peter Gaul

Etwa 13 km von Oberweißbach entfernt thront das Schloss Schwarzburg mit der ältesten und einzig noch erhaltenen Zeughaus-Sammlung Deutschlands. Seit 2018 kann die fürstliche Schausammlung aus Rüstungen und Waffen mit etwa 5000 Exemplaren bewundert werden. Darin enthalten sind seltene Sättel aus dem 17. Jahrhundert und die maßgefertigten Prunkrüstungen und Waffen der einstigen Schwarzburger Fürsten. Und im wunderschön – wiederhergestellten Kaisersaal des Schlosses kann man die lebensgroßen Gemälde mittelalterlicher Kaiser und Könige bestaunen.

Schifffahrt in den Bergen

Mit dem Schiff auf dem Hohenwarte-Stausee
Mit dem Schiff auf dem Hohenwarte-Stausee. Foto: Hans-Peter Gaul

Der Hohenwartestausee ist ein Teil der fünfmal hintereinander gestauten Saalekaskade, dem größten Stauseegebiet Deutschlands, das heute das Thüringer Meer ausmacht. Mit einer Länge von 27 km und einer Breite von bis zu 1 km enthält der Stausee Hohenwarte einen Wasserinhalt von 182 Millionen Kubikmeter. Die tiefste Stelle befindet sich an der Sperrmauer, die 75 m hoch und 412 m lang ist.

Von Frühling bis Herbst bietet die familienfreundliche Fahrgastschifffahrt Hohenwarte Linien,- Rund- und Abendfahrten auf dem Thüringer Meer durch die faszinierende, fjordähnliche Landschaft an. Die Flotte besteht aus drei beheizbaren sowie zum Teil vollklimatisierten Schiffen mit insgesamt 650 Sitzplätzen. Die Schiffe können auch für besondere Anlässe gemietet werden und bieten ein kulinarisches Angebot mit einem reichhaltigen Buffet, das keine Wünsche offenlässt.

Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt hat einiges zu bieten, und daher fällt es einem schwer, nur kurz diese Region zu besuchen. 4-5 Tage braucht man schon, um sein Fernweh zu stillen. Noch etliche Berge, Burgen und Schlösser sind zu erkunden, zum Beispiel das Schloss Eichicht.

Nach 20 Minuten Autofahrt von Saalfeld bis Kaulsdorf, erreicht man Schloss Eichicht, das sich im schönen Saaletal, über der Einmündung der Loquitz in die Saale, befindet. Dieses Schloss war einst eine mittelalterliche Burganlage, wurde wahrscheinlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört, hat eine lange bewegte Geschichte hinter sich und ist nun seit sieben Jahren Eigentum von Catharina und Max Buchholz.

Das wunderschöne Gebäude beherbergt 18 Zimmer und eine Bibliothek. Zu dem weiteren mittelalterlichen Ensemble gehört heute eine Jagdschule, eine hochmoderne Wildmetzgerei, ein Onlineshop für Wildbret, ein Hofladen mit regionalen Produkten und eine Allianzvertretung. Außerdem öffnen die Eigentümer gern die Türen für Hochzeiten und individuelle Events und stellen ferner Seminarräume für unterschiedliche Gruppen bereit.

Der Versicherungsmakler Max Buchholz und seine Frau, die Ärztin Catharina, haben ihr Herzblut in die historische Anlage hineingesteckt, sie jahrelang komplett saniert und ein Konzept für den langfristigen Erhalt entwickelt.

Heidecksburg Rudolstadt lädt ein

Ausstellung „Rococo en ministure“ auf der Heidecksburg Rudolstadt
Ausstellung „Rococo en ministure“ auf der Heidecksburg Rudolstadt. Foto: Hans-Peter Gaul

In Rudolstadt ist die Heidecksburg u. a. mit der Ausstellung „Rococo en miniature“ ein lohnendes Ziel für einen Familienausflug. Hier weilten nicht nur Goethe, die beiden Humboldts, Teufelsgeiger Paganini und der Komponist Franz Liszt, sondern Friedrich Schiller heiratete hier seine geborene Charlotte von Lengefeld. Nach einem Großbrand ließ der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt die Burg zu einem Residenzschloss umbauen. Der Turm und der viel bewunderte 12 m hohe Rokokosaal, eine der bemerkenswertesten Rokokosäle Deutschlands, ging auf das Konto des Baumeisters Gottfried Krone, der auch die Ausstattung des Saales an namhafte Stuckateure, Bildhauer und Maler übertrug. Rokoko im Großen ist unter anderem in den einzigartigen Prunkräumen zu bestaunen, Rokoko im Kleinen präsentiert die Ausstellung in der ehemaligen Hofküche. Dort lassen Miniaturbauten die Fantasiewelt der Königreiche Dyonien und Pelarien wieder aufleben. Außerdem sind in dem fürstlichen Gebäude das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg und das Stadtarchiv Rudolstadt untergebracht. Ferner hat hier die Stiftung Thüringen Schlösser und Gärten ihren Sitz.

Floßfahrt auf der Saale

Von Rudolstadt nach Uhlstädt ist es nur ein Katzensprung. Dort wartet auf uns ein ganz besonderes Erlebnis. In der Zeit von Mai bis Oktober können Gäste eine Floßfahrt zwischen Uhlstädt und Kirchhasel in einer märchenhaft idyllischen Saaletallandschaft genießen. Auf halber Strecke können zum Beispiel Besucher im Gasthaus „Am Floßanger“ die Köstlichkeiten der Thüringer Küche, wie Rostbrätl oder Thüringer Rostbratwurst kennenlernen. Zurück zum Floß geht die Reise nach Uhlstädt.

Das Flößermuseum in Uhlstädt ist eine kleine museale Einrichtung im alten Wehrhaus, die sichvor allem der Langholzflößerei auf der Saale widmet. Anhand vieler Fotos, Dokumente und authentischer Gegenstände erfährt der interessierte Besucher Spannendes über die Geschichte der Saaleflößerei, den Floßbau und die schwere Arbeit der Flößer. Darüber hinaus werden auch die Lebensweise der Flößer und ihre Sitten und Bräuche zum Ausdruck gebracht.

Ob als Individual- beziehungsweise Vereinsausflug, oder besondere Familientour – im Thüringer Landkreis Saalfeld- Rudolstadt ist immer etwas los und es gibt noch so viel N eues zu entdecken und zu erleben. Nicht nur zur Ferienzeit ein wahres Paradies für Familien mit Kindern meint adeba-Reporter Peter Marquardt, der hier zusammen mit weiteren CTOUR-Reisejournalisten im Juli 2023 auf Entdeckungstour war.

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