Mittwoch, September 23, 2020
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Alzheimer – Nach 17 Jahren Durchbruch der Chinesen.

In China wurde ein neues Medikament gegen Alzheimer entwickelt

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Es sind über 100 Menschen, die täglich in Deutschland an Demenz erkranken, und Alzheimer ist zu Recht ein gefürchteter Gegner. Schon so lange schlagen sich forschende Mediziner mit diesem Problem herum, aber es will einfach keinen Durchbruch geben. Bis jetzt, denn ein Wissenschaftler-Team in Schanghai entwickelte nun ein neues Medikament Namens Oligomannat. Die bislang durchgeführte klinische Studie darüber zeitigte gute Ergebnisse, jetzt soll das Medikament den Markt erobern.

Was ist eigentlich Alzheimer?

Demenz ist ein Oberbegriff für alle Erkrankungen, die mit Einschränkungen oder gar den Verlust geistiger Funktionen einhergehen. Alzheimer ist eine besonders verbreitete Form der Demenz. Hierbei sterben immer mehr Nervenzellen im Gehirn ab. Die vaskuläre Demenz beruht auf Durchblutungsstörungen im Gehirn. Morbus Pick ist eine Demenz, die durch Gewebeschwund im Gehirn hervorgerufen wird.

Alzheimer über 100 Menschen erkranken täglich
Alzheimer über 100 Menschen erkranken täglich

Der Neuropathologe Alois Alzheimer beschrieb diese Krankheit erstmalig 1906. Sein dementer Patient hieß Auguste Deter. Schon damals vermutete Alzheimer, dass die Nervenzellen im Gehirn seines Patenten nach und nach absterben. In der Folge verlieren diese Patienten immer mehr ihr Erinnerungsvermögen, ihre Orientierung und schließlich sogar ihr Bewusstsein. Es sind schwere Hirnschädigungen, die den extremen Gedächtnisverlust auslösen.

Ist Alzheimer wirklich eine unbesiegbare Krankheit?

Auf der ganzen Welt leiden heute circa 50 Millionen Menschen unter Demenz. Die Dunkelziffer, die es hierbei sicher gibt, kann niemand beziffern. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass 60 bis 70 Prozent aller weltweit gemeldeten Demenzfälle auf eine Alzheimer-Erkrankung zurückzuführen sind.

Ein Fünftel aller weltweiten Demenzfälle ist in China, Hongkong und Taiwan angesiedelt. In den USA werden in etwa 6 Millionen Menschen von Alzheimer geplagt. Zehn Prozent von allen Menschen über 65 Jahre haben eine Demenz, meistens von Alzheimer begleitet. In den USA sind circa 65 Prozent der Alzheimer-Patienten weiblich.

Warum erkranken Frauen häufiger an Alzheimer?

Da sich Frauen einer längeren Lebenserwartung erfreuen können, haben sie schon mal rein statistisch häufiger Alzheimer. Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass schon 65-jährige Frauen ein fast doppeltes Risiko tragen, an Alzheimer zu erkranken. Zudem schreitet die Zerstörung der Nervenzellen bei Frauen deutlich schneller voran als bei Männern.

Dahinter verbirgt sich ein Mangel des weiblichen Sexualhormon Östrogen, was normalerweise die Nervenzellen schützt, insbesondere in den Bereichen ihrer Schnittstellen, den Synapsen. Neuere Untersuchungen zeigten, dass Östrogene im Hippocampus des Gehirns und nicht ausschließlich in den Eierstöcken hergestellt werden, wie man früher annahm. Dieser Teil unseres Gehirns ist vorrangig zuständig für Lern- und Gedächtnisfunktionen. Doch die Wechseljahre sind bekanntlich begleitet von einem deutlichen Rückgang der schützenden Östrogene im Hippocampus.

Ist dies der Durchbruch?

Mit Blick auf die Zahlen wissen die Pharmakonzerne, dass Medikamente gegen Alzheimer ein Milliardengeschäft sind. Entsprechend hohe Beträge haben sie bereitwillig in ihre Forschungsaufträge gesteckt. Aber sie beißen sich an diesem Thema offensichtlich die Zähne aus. Eli Lilly, Johnson & Johnson, Merck und Pfizer konnten noch keine Genehmigungsbehörde vom Nutzen ihrer kläglichen Versuche überzeugen. Doch jetzt ist ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen.

Dass die chinesische Arzneimittelbehörde „National Medical Products Administration“ (NMPA) vor Kurzem mal wieder ein Medikament genehmigt hat, ist gewiss höchstens eine ganz kleine Schlagzeile wert. Doch wenn der Untertitel sogleich klarmacht, dass das Mittel das Fortschreiten von Alzheimer aufhält, ist die Aufregung groß.

Sein offizieller Produktname GV-971 klingt eigentlich wenig verheißungsvoll, doch „Oligomannat“ wurde von dem chinesischen Unternehmen „Shanghai Green Valley Pharmaceuticals“ mit einem klaren Ziel entwickelt: Milde bis moderate Alzheimer-Erkrankungen sollen in der Weise behandelbar sein, dass sich einige kognitive Funktionen sogar signifikant verbessern.

Tatsächlich darf das neue Medikament bereits jetzt, während also noch klinische Studien laufen, eingesetzt werden, doch die NMPA behält sich vor, ihre Genehmigung jederzeit zurückzuziehen.

Wie funktioniert das neue Medikament?

Entwickelt wurde das Medikament von einem Forscher-Team um Geng Meiyu am „Shanghai Institute of Materia Medica“. Den Wissenschaftlern war aufgefallen, dass Menschen, deren täglicher Speiseplan Algen enthält, eindeutig seltener an Alzheimer erkranken. Warum sich also nicht mit den Inhaltsstoffen dieser Algen beschäftigen?

Es dauerte gar nicht lange, da veröffentlichten die Wissenschaftler gemeinsam einen Artikel in „Cell Research“, der in Fachkreisen wie eine Bombe einschlug. Sie beschrieben darin, dass ein bestimmtes im Seetang enthaltenes Zuckermolekül jene Darmbakterien unterdrückt, die an den Entzündungen im Gehirn und an der neuronalen Degeneration ursächlich beteiligt sind.

Durch eine klinische Studie von Green Valley konnten diese Thesen tatsächlich unter der Mitwirkung von 818 Patienten bestätigt werden. Das aus den Braunalgen gewonnene Oligomannat ist in der Lage, viele kognitive Funktionen von Alzheimer-Patienten bereits innerhalb vier Wochen deutlich zu verbessern.

Green Valley hat inzwischen bekannt gegeben, dass Oligomannat sehr bald in China auf den Markt kommt. Man wäre wohl ein Narr, nicht zu glauben, dass die Chinesen an einer Zulassung des Medikaments im Ausland arbeiten. Tatsächlich sollen bereits Anfang 2020 klinische Studien der Phase III sowohl in Europa als auch in den USA beginnen.

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Ich bin eine Diplom-Psychologin mit Lehrbefähigung, die gerne Texte rund um zwischenmenschliche Beziehungen, Gesundheit und Ernährung schreibt. Manchmal auch über Kultur und Reisen und hin und wieder sogar über Geschichte. Ich freue mich sehr über Eure Kommentare und hoffe, Ihr mögt meine fachlichen Texte, die immer ein wenig meine persönliche Handschrift tragen. Ich möchte Euch rund um die großen Themen Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung informieren, wichtige Anregungen geben und gern auch mal zu einer kontroversen Diskussion provozieren.

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