Samstag, Januar 25, 2020
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Babymassage – mehr als reines Streicheln

Daß Euer Baby gern gestreichelt wird, am liebsten die nackte Haut, wisst Ihr längst. Das Baby liegt vor Euch, unendlich zart, hilflos, sowie voll auf Liebe und Zuwendung angewiesen, um leben zu können.

Der kleine Körper hungert nach sanfter Berührung. Durch die Berührung der Haut erreichen Reize über die Nervenbahnen das Gehirn und können damit sowohl die körperliche, als auch geistige Entwicklung des Babys positiv beeinflussen. Ein Kind liebevoll berühren und sanft hin und her zu wiegen, sind bereits Vorstufen der Babymassage.

Behutsames Streicheln als erste Form der Babymassage ist zum Beispiel auch im Inkubator möglich. Babymassage stellt eine ideale Möglichkeit zur Aufnahme des Körperkontaktes, zum Entstehen einer tiefen Eltern-Kind Beziehung dar, sie harmonisiert und beruhigt.

“Ein Kind mit Berührungen zu füttern,
seine Haut und seinen Rücken zu nähren,
ist ebenso wichtig, wie seinen Magen zu füllen.”

Frédérick Leboyer

Daß Babymassage in letzter Zeit immer mehr in das Interesse der Öffentlichkeit rückte, ist nicht zuletzt dem Buch “Sanfte Hände” von Frédérick Leboyer zu verdanken, in dem er auf die alte indische Tradition der Babymassage aufmerksam machte. Babymassage unterscheidet sich grundsätzlich von medizinischer Massage, da alle Bewegungen sanft, ja fast streichelnd ausgeführt werden. Die zärtliche Berührung steht dabei immer im Vordergrund.

Babymassage könnt Ihr leicht selber erlernen und habt damit ein Mittel in der Hand, Eurem Baby ein hohes Maß an Geborgenheit, Entwicklungsförderung, Entspannung und Sinneserfahrung zuteil werden zu lassen. Am besten Ihr besorgt Euch ein Buch mit Anleitungen zur Massage oder belegt einen Kurs bei einer freien Hebamme. Lernt die Bewegungen auswendig, damit Ihr Euch voll auf das Baby konzentrieren könnt.

Der Zeitpunkt der Massage sollte so gewählt werden, daß das Baby weder hungrig noch extrem müde ist. Für meinen Sohn und mich war die Massage lange Zeit ein (fast) tägliches abendliches Ritual, ca. eine Stunde vor dem Schlafengehen. Ich stellte fest, daß dies für ihn die beste Methode war, auf das “zu Bett gehen” eingestimmt zu werden. Er kam zur Ruhe, wenn sein Körper sanft und gleichzeitig fest berührt wurde.

Das Kind sollte nackt sein. Achtet deshalb auf eine Raumtemperatur von etwa 25° C, um eine schnelle Auskühlung des kleinen Körpers zu vermeiden. Wichtig ist weiterhin, daß ihr in angenehmer Haltung massieren könnt. Ich versuchte es im Sitzen, meinen Sohn auf einem Lammfell vor mir. Diese Stellung hielt ich jedoch nicht lange durch, da bereits nach kurzer Zeit der Rücken schmerzte. Der Massageort für uns beide ist in der Küche auf der Spülmaschine. Die Küche ist mit einem Radiator schnell beheizt und die Spülmaschine mit Wickelunterlage versehen, hat eine relativ angenehme Höhe.

Für die Massage verwende ich reines Mandelöl (Apotheke oder Reformhaus), das zwischen den Händen gerieben wird, bis diese ganz warm sind, da die Berührungen für das Baby dann besonders angenehm sind.

Ihr werdet bald merken, wie viel Spaß Euer Baby bei der Massage empfindet, oder ob es eine bestimmte Art des Streichelns nicht mag. Wichtiger als jede Technik, ist jedoch die körperliche und seelische Verbundenheit mit dem Kind.

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