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Wer Sex will, muss verhüten. Das war schon immer so. Allein der Schwerpunkt des Handelns hat sich seit den 1960er Jahren durch die Antibabypille eindeutig auf die Frau verlagert. Gern haben sich die Männer an diese Form der Bequemlichkeit gewöhnt, doch nun brauen sich für sie dunkle Wolken am Horizont zusammen, denn die Forschung ist nicht untätig geblieben. Stolz präsentierte die Wissenschaft gerade zu Beginn des Jahres 2019 jene Variante, auf die so viele Frauen schon seit langen Jahren hoffen: die Antibabypille für den Mann.

Die Antibabypille für den Mann wird die Verhütung revolutionieren

Es ist für den Mann nicht immer so einfach, manchmal vielleicht auch nicht ratsam, der Frau in Sachen Verhütung so blind zu vertrauen. Neben der Pille, kann sich die Frau für eine Spirale oder einen Vaginalring entscheiden, aber so richtig kontrollieren kann der Mann nicht, ob sie da immer alles richtig macht. Wer in dieser Angelegenheit als Mann sichergehen will, greift zum Kondom, mit dem man aber umzugehen wissen muss, hofft auf seine kühne Kunst beim Coitus interruptus oder entscheidet sich gleich konsequent für eine Vasektomie.

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Doch nun endlich ist es der Wissenschaft gelungen, die Antibabypille für den Mann zusammen zu mixen. Das ist eine gute Nachricht für die Frauen und zugleich auch für die Männer, denn damit sind sie wieder Herr über die Verhütung, oder?

Fakt ist doch, dass die Männer mit Aufkommen der Pille entmachtet worden sind. Ob die Frau die Pille tatsächlich in der richtigen Weise eingenommen hat (wie sie behauptet), das kann der Mann doch gar nicht wissen. Und seine Spermien machen sowieso, was sie wollen, haben sie seinen Körper erst mal verlassen.

Wie funktioniert die Antibabypille für den Mann?

Bereits vor ungefähr einem Jahr haben US-Forscher einen vielversprechenden Wirkstoff isoliert, der das Zeug für die Antibabypille für den Mann hat. Zuletzt hat ein weiteres synthetisches Hormon die erforderlichen Sicherheitstests bestanden, so jedenfalls berichtete es die US-amerikanische „Endocrine Society“ im Rahmen einer Presseerklärung.

Entwickelt wurde das Mittel von einem Wissenschaftler-Team um die Medizinprofessorin Stephanie Page von der „University of Washington“ in Seattle, die gemeinsam mit Christina Wang vom „Biomedizinischen Forschungsinstitut“ in Los Angeles selbstverständlich auch die möglichen Nebenwirkungen ausgeleuchtet hat.

Offenbar sollen die Männer mit dem klangvollen Namen 11-Beta-MNTDC für die Antibabypille für den Mann begeistert werden. Hinter den Kürzeln verbirgt sich das künstlich synthetisierte Hormon 11-Beta-Methyl-19-Nortestosteron-Dodecylcarbonat. Es handelt sich, einfach ausgedrückt, um ein modifiziertes Testosteron, das eben oral eingenommen werden kann. Dabei werden gleich zwei hormonelle Aktivitäten kombiniert, wodurch sich die Spermienproduktion verringert und die Libido dennoch weitgehend erhalten bleibt.

Erste Testergebnisse

Von den 40 am Test teilnehmenden Männern bekamen 30 täglich die Antibabypille für den Mann (28 Tage lang). Die restlichen zehn Männer wurden, ohne es zu wissen, als Kontrollgruppe mit einem Placebo abgespeist. Die Sperma-Produktion ging innerhalb der Verum-Gruppe zurück.

Zu beobachten war ein Absenken des mittleren Testosteron-Spiegels, wie es beim Androgenmangel bekannt ist. Über nennenswerte Nebenwirkungen berichteten Probanden allerdings nicht. Da 11-Beta-MNTDC körpereigenes Testosteron nachahmt, ist echtes Testosteron in den Hoden nicht in ausreichender Konzentration vorhanden und die Spermienproduktion kommt nahezu zum Erliegen.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden vereinzelt beobachtet:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Akne
  • nachlassende Libido

Nicht alle Teilnehmer, die die Antibabypille für den Mann verabreicht bekamen, klagten über eine oder mehrere der genannten Nebenwirkungen, zudem waren diese wohl noch so erträglich, dass niemand ernsthaft in Erwägung zog, die Studie abzubrechen. Nach dem Absetzen des künstlichen Hormons verschwanden sämtliche Wirkungen nach einigen Tagen, kein Vergleich also zu den massiven gesundheitlichen Gefährdungen der Frauen durch deren Antibabypille. Umfragen ergaben, dass tatsächlich sehr viele Männer dazu bereit sind, Verantwortung bei der Verhütung zu übernehmen.

Wann kommt die Antibabypille für den Mann auf den Markt?

Selbstverständlich, und das schreibt der Gesetzgeber auch so vor, sind noch viele umfangreiche und längerfristige Studien erforderlich. Eine wirklich optimale Verminderung der Spermien-Produktion in Verbindung mit einer Hemmung ihrer Ausreifung tritt wahrscheinlich erst nach bis zu 90 Tagen täglicher Einnahme ein.

Daher lautet die Prognose der Wissenschaftler, dass erst in ungefähr zehn Jahren eine wirklich sichere Antibabypille für den Mann marktreif sein wird. Die hormonbasierte Schwangerschaftsverhütung wird also mit etwas Geduld auch mal Männersache sein.

Verhütung der Zukunft

Den meisten Männern fiel es nicht schwer, sich an die feine Tatsache zu gewöhnen, dass Verhütung Frauensache ist. Und tatsächlich sind viele Männer wirklich zu bequem, sich ernsthafte Gedanken über das wichtige Thema Verhütung zu machen und gar noch in der Sache Verantwortung zu übernehmen. Allerdings ist der Preis dieser Bequemlichkeit hoch, denn sie kostet dem Mann den Verlust an Kontrolle, was ihn zugleich in eine tiefe Abhängigkeit von der Frau stürzt.

Aber die vielen dazu initiierten Umfragen zeigen auf, dass immerhin fast 80 Prozent der Männer sehr gern eine reversible Verhütungsmethode selbst anwenden würden, um eine zuverlässige Kontrolle über die Fruchtbarkeit zu erlangen.

Stellt sich die Frage, ob die moderne Frau diese Kontrolle heute überhaupt an den Mann abtreten möchte. Können oder wollen selbstbewusste Frauen den Männern solch wichtige Entscheidung anvertrauen? Denn wenn der Mann mal seine Antibabypille für den Mann vergisst, und er wird es tun, muss die Frau seine Schusseligkeit ausbaden.

Eine relativ neue Studie aus dem Jahre 2016 versuchte zum Beispiel, einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Depressionen und der Verhütung durch die Pille bei Frauen herzustellen. Es ist in der Tat bekannt, dass tägliche Einnahmen von Medikamenten auch Nebenwirkungen auf dem breiten Feld der psychischen Störungen hervorbringen können. Ob das Phänomen dann bei Männern in ähnlicher Weise auftreten wird, darüber kann zu diesem Zeitpunkt nur spekuliert werden.

Schlussbemerkung

Was die Zukunft in Sachen Verhütung bringt, liegt eigentlich auf der Hand. Beide, Frauen und Männer, werden zwischen mehreren reversiblen Verhütungsmethoden wählen können. Es wird sogar darauf hinauslaufen, dass in nahezu 80 Prozent der Fälle beide Partner parallel verhüten, was sicherlich etwas mit dem immer weiter schwindenden Vertrauen innerhalb moderner Partnerschaften zu tun hat. Der Wunsch nach eigener Kontrolle ist größer als der Mut, seinem Partner vollständig zu vertrauen.

Die Antibabypille für den Mann steht erst ganz am Anfang in ihren Startlöchern, aber sorgt schon jetzt für viele kontrovers und hitzig geführte Diskussionen. Daran darfst Du Dich gern mit Deinem werten Beitrag in unserem Forum Antibabypille beteiligen.

 

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