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Nikotin beeinträchtigt nicht nur die Entwicklung des Ungeborenen, wenn werdende Mütter rauchen, hat das Auswirkungen bis ins Jugendalter der Kinder. Das belegen neuere Untersuchungen aus den USA, die damit bisherige Erkenntnisse untermauern.

Wie die Auswirkungen von Nikotinkonsum aussehen, hat die US-Studie anhand von Gehirnen Jugendlicher mit Hilfe eines speziellen bildgebenden Verfahrens untersucht. An der von Leslie Jacobsen von der Yale University School of Medicine und einem Kollegenteam durchgeführten Studie nahmen 33 Jugendliche teil, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht hatten und von denen 25 selbst schon zum Glimmstängel griffen, sowie 34 Teenager, deren Mütter Nicht-raucherinnen waren, von denen aber bereits 14 selbst rauchten. Ergebnis: Sowohl bei den Heranwachsenden, deren Mütter in der Schwangerschaft rauchten, als auch bei denjenigen, die selber rauchten, zeigten sich Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns. Betroffen waren vor allem Nervenleitungen, die Hörsignale verarbeiten.

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In anderen Experimenten hatte Jacobsen zuvor bereits festgestellt, dass die Aufmerksamkeit im visuellen und auditiven Bereich bei Jugendlichen leidet, wenn deren Mütter während der Schwangerschaft oder wenn sie selbst rauchten. Dabei waren Jungen besonders von Hördefiziten betroffen.

Es ist schon seit längerem bekannt, dass Nikotin in der Schwangerschaft die Entwicklung des Zentralen Nervensystems des Ungeborenen negativ beeinträchtigt – auch beim Passivrauchen. Nikotin hemmt die Ausbildung von Nervenzellen und führt zu fehlerhaften Verschaltungen. Außerdem verringert Nikotin die Anzahl der Zellen im Gehirn drastisch. Zusätzlich ist die Suchtgefahr für diese jungen Menschen außergewöhnlich hoch, da ihre Nervenzellen eine funktionelle Nikotinabhängigkeit entwickelt haben, sagen Neurologen. Das Risiko für Langzeitfolgen bei Kindern und Jugendlichen sei erhöht, wenn werdende Mütter rauchen. So könne nicht nur die Entwicklung der Sprechfähigkeit langsamer verlaufen, auch Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten und das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) könnten auftreten.

Ärzte empfehlen Schwangeren dringend, nicht zu rauchen oder wenigstens eine schrittweise Entwöhnung bis spätestens Ende der 24. Schwangerschaftswoche vorzunehmen. Danach bilden sich im Ungeborenen Rezeptoren aus, über die das Nikotin seine gefährliche Wirkung besonders stark ausüben kann.

Quellen: Teenage smokers risk badly wired brains, New Scientist Jan. 2008; 197: 10, Issue 2637, www.newscientist.com/ Mord an Nervenzellen: Nikotin unter Tatverdacht, www.springer.com/ C. Wessels, G. Winterer, Nikotin und Gehirnentwicklung, Zeitschrift „Der Nervenarzt“, Volume 79, Number 1 / Januar 2008, www.springerlink.com/

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