Samstag, Dezember 5, 2020
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Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Pneumokokken und Meningokokken als Standardimpfungen im Impfplan

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Pneumokokken rufen neben Sepsis und Meningitis auch lokal begrenzte Infektionen hervor, etwa Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Lungenentzündungen. Sie gehören zu den häufigsten Erregern einer Otitis media (Mittelohrentzündung) im Kleinkindalter. Besonders bedrohlich ist es, wenn der Erreger über das Blut auch andere Organe befällt oder eine Hirnhautentzündung verursacht. Dann kommt es nicht selten zu Todesfällen oder zu bleibenden Schäden wie Hörstörungen oder Entwicklungsverzögerungen. Die Häufigkeit ist stark altersabhängig, schwere Fälle sind in den ersten beiden Lebensjahren besonders häufig, aber auch ältere Kinder und Erwachsene können erkranken, besonders, wenn sie an einer chronischen Erkrankung leiden oder Menschen ab 60 Jahre, weil die Immunabwehr nachlässt.

Weltweit sterben über eine Million Kinder unter fünf Jahren an einer durch Pneumokokken verursachten Lungenentzündung. In Deutschland sind es in dieser Altersgruppe pro Jahr etwa 970 invasive – also sehr schwere – Pneumokokkenerkrankungen, dabei sind 680 der Krankheitsfälle durch die im Kinderimpfstoff enthaltenen Varianten verursacht. Um dies zukünftig zu verhindern, empfiehlt die STIKO daher nun für den Pneumokokken-Schutz mit Konjugat-Impfstoff allen Kindern unter zwei Jahre (siehe: www.dgk.de, Stichwort: Pneumokokken- Impfung). Der Konjugatimpfstoff steht in Deutschland bereits seit März 2001 zur Verfügung, wurde aber nur für Risikogruppen wie Frühgeborene oder Kinder mit Gedeihstörungen empfohlen. Die Wirksamkeit ist in klinischen Studien in den USA und in Finnland bei mehr als 37.000 Kleinkindern bewiesen worden. Für einen vollständigen Impfschutz sind vier Impfungen ab dem vollendeten 2. Lebensmonat zeitgleich mit den anderen im Säuglingsalter empfohlenen Impfungen vorgesehen.

Auch Meningokokken (Neisseria meningitidis) können eine Blutvergiftung (Sepsis) oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen, die manchmal binnen weniger Stunden zum Tode führt. Dem RKI werden jährlich etwa 700 invasive Meningokokken-Erkrankungen gemeldet, davon werden etwa 175 Erkrankungen durch den Typ ausgelöst, gegen den sich der Impfstoff richtet (Serogruppe C). Die Impfung ist mit einer Dosis ab dem vollendeten 12.Lebensmonat empfohlen. Bislang war die Meningokokken-Impfung nur bei bestimmten Vorerkrankungen oder als Reiseimpfung empfohlen worden.

Die Einführung einer zusätzlichen Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten (Pertussis) im Vorschulalter ist bereits Anfang des Jahres 2006 veröffentlicht worden.

Da gegen Pertussis kein Einzel-Impfstoff mehr verfügbar ist, weist die STIKO in den Empfehlungen 2006 außerdem darauf hin, dass bei jeder Aufrisch-Impfung gegen Tetanus/Diphtherie die Notwendigkeit einer Pertussis-Impfung überprüft und gegebenenfalls ein Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis verwendet werden sollte.

Bearbeiter: Denis Lichtner

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