Dienstag, Januar 21, 2020
Start Kinder Schlau durch Musik

Schlau durch Musik

Musikunterricht als fester Bestandteil der Erziehung

Alle Eltern wollen immer nur das Beste für ihre Kinder. So steht die Förderung ihrer Sprösslinge hoch in Konjunktur. Um die Kinder auf den späteren Wettbewerb und harten Konkurrenzkampf vorzubereiten, gebärden sich viele Eltern in puncto Erziehung, Bildung und Ausbildung geradezu kompromisslos. Dabei nimmt der Musikunterricht einen besonderen Stellenwert ein, denn die Entwicklung und Wesensart des Kindes erfahren durch die Fähigkeit, selbstständig und kreativ zu musizieren, enorme positive Impulse.

Gemeint ist damit vor allem der intellektuelle Entwicklungsschub, der auf der Basis vortrefflich geschulter Feinmotorik im Verein mit emotionaler Ausdrucksmöglichkeit enorme Unterstützung und Beschleunigung erhält. Durch professionellen Musikunterricht lernt das Kind, sich zu konzentrieren, zu disziplinieren und eine anstrengende Tätigkeit mit Ausdauer zu perfektionieren. Wer es früh genug schafft, diese wichtigen grundlegenden Verhaltensweisen zu verinnerlichen, um sie bei allen gebotenen Gelegenheiten unmittelbar anwenden und einsetzen zu können, dem stehen die Tore für eine ganz große berufliche Karriere weit offen.

Das Klavier ist ein optimales Musik-Instrument

Das Themenfeld wurde durch zahllose Studien beackert, die alle unisono zu dem Schluss kommen, dass es einen unwiderlegbaren Zusammenhang zwischen frühkindlicher Musikerziehung und der Ausbildung wertvoller Fähigkeiten gibt, die später dem heranwachsenden und auch noch dem erwachsenen Menschen lebenslänglich Vorteile einspielen. Dazu gehören vor allem die starken Charaktermerkmale:

  • Geduld
  • Selbstdisziplin
  • Ausdauer und Durchhaltevermögen
  • Einfühlungsvermögen (Empathie)
  • Konzentrationsfähigkeit
  • strukturiertes Denken
  • Emotionalität

Insofern ist der Entschluss zur musikalischen Früherziehung eines Kindes der erste wichtige Meilenstein auf dem langen Weg in ein erfülltes Leben.

Es ist unbestritten, dass dem Klavier sicherlich eine Sonderstellung innewohnt. Das liegt unter anderem daran, dass die Klaviatur in ihrer sich wiederholenden Struktur so übersichtlich vor Augen liegt, dass das schnelle Verständnis des Quintenzirkels geradezu aufzwingt. Zwar weiß jeder, dass das Klavier ein „schweres“ Instrument im wahrsten Sinne des Wortes ist, dennoch stellen sich die ersten musikalischen Erfolgserlebnisse deutlich schneller ein als beispielsweise bei der Geige. So gesehen ist das Klavier in der Tat als erstes Musikinstrument gut geeignet, wenngleich das Kind vielleicht später einem ganz anderen Instrument den Vorzug geben mag.

Dr. Gordon Shaw von der „University of California“ und Dr. Francis Rauscher von der „University of Wisconsin“ berichten sogar über eine intensivere Wahrnehmung von Raum und Zeit, wenn Kinder bereits im Vorschulalter qualifizierten Gesangs- oder Klavierunterricht erhalten. Ihre Studie belegt einen direkten Einfluss auf die Gehirnentwicklung von Kindern durch Klavierunterricht. Konkret muss man es sich wohl so vorstellen, dass durch frühes Klavierspielen das Wachstum der Verknüpfungen der Neuronen hochgradig und nachhaltig stimuliert wird.

Eine andere Studie, die an der „Heinrich-Heine-Universität“ in Düsseldorf durchgeführt wurde, belegt, dass Musizieren logisches Denken und die Wahrnehmung von Sprache befördert. Schüler, die Musikunterricht erhalten und aktiv musizieren, schneiden statistisch in Mathematik- und Sprachtests signifikant besser ab als ihre „unmusikalischen“ Mitschüler.

Wann sollte ein Kind mit dem Musikunterricht beginnen?

Es wäre wohl töricht, diese Frage mit einer absoluten Zahl zu beantworten, denn die Menschen, so auch unsere Kinder, sind sehr verschieden. Es gibt vereinzelt Kinder, die schon mit drei Jahren geradezu hartnäckig musizieren wollen und klar ihr Lieblingsinstrument bezeichnen können. Sie auszubremsen, weil mal ein Pädagoge als Untergrenze vier Jahre auf geduldiges Papier gedruckt hat, wäre sicherlich völlig kontraproduktiv.

Tipp zur musikalischen Früherziehung

Wem ein “echtes” Klavier zu schwer, zu laut oder zu teuer ist, kann unter den modernen elektronischen Varianten einen guten Kompromiss finden. Wichtig ist dabei aber eine gute „Anschlagsdynamik“ der Tasten.

Auch ein sehr gutes Geschenk zu Weihnachten oder zum Geburtstag!

Elektrische Klaviere kaufen und weitere Informationen und Bewertungen

Die Regel ist aber eher das fünfte Lebensjahr, also noch vor der Einschulung. Viele Musikschulen bieten Kurse für Vorschulkinder an, wahrscheinlich in dem Wissen, dass das erste Schuljahr für die Kinder so ereignisreich ist, dass eine gleichzeitige Aufnahme des Musikunterrichts die Kinder eher überfordern würde. Im Übrigen entwickeln die meisten Kinder bezüglich ihrer bevorstehenden Einschulung so viel Vorfreude und Ungeduld, dass diese sinnvoll in einen frühen Musikunterricht kanalisiert werden können.

Alle Kinder kommen mit mehr oder weniger gut ausgeprägten musikalischen Anlagen zur Welt. Wenn ein Baby erst zwei Monate alt ist, kann es bereits die Tonhöhe (Frequenz), die Lautstärke und sogar die Melodie eines Liedes, das ihm die Mutter vorsingt, erkennen beziehungsweise unterscheiden. Mit vier Monaten gehört ebenfalls der Rhythmus ganz wesentlich zum musikalischen Empfinden eines Babys. Allein, Eltern sollten mit dem Musizieren unbedingt „am Ball bleiben“, ansonsten verlanden die musikalischen Fähigkeiten ihrer Kinder leider im Nirgendwo. Auch dies hat evolutionär bedingte neurologische Ursachen.

Fachredaktion Adeba
Fachredaktion Adeba
Ich bin eine Diplom-Psychologin mit Lehrbefähigung, die gerne Texte rund um zwischenmenschliche Beziehungen, Gesundheit und Ernährung schreibt. Manchmal auch über Kultur und Reisen und hin und wieder sogar über Geschichte. Ich freue mich sehr über Eure Kommentare und hoffe, Ihr mögt meine fachlichen Texte, die immer ein wenig meine persönliche Handschrift tragen. Ich möchte Euch rund um die großen Themen Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung informieren, wichtige Anregungen geben und gern auch mal zu einer kontroversen Diskussion provozieren.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Bitte das Kästchen mit einem Kreuz markieren um zu senden.

  • Mit diesem Kommentarformular erheben wir personenbezogene Daten nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO. Unter dem Grundsatz der Datensparsamkeit und Datenvermeidung erfragen wir an dieser Stelle lediglich Ihre E-Mail-Adresse als Pflichtangabe, um – ebenfalls per E-Mail – Ihre Anfrage zu bearbeiten und darauf antworten zu können. Die Datenverarbeitung zum Zwecke der Kontaktaufnahme mit uns erfolgt nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO auf Grundlage Ihrer freiwillig übermittelten Daten.
  • Ihre Daten werden gespeichert und der eingetragene Name wird öffentlich angezeigt. Ihre Email wir nicht öffentlich angezeigt, außer sie vermerken diese im Kommentarfeld. Eine Speicherung oder Weitergabe der Daten zu anderen Zwecken erfolgt selbstverständlich nicht.
  • Unsere Datenschutzerklärung ist für Sie unter Datenschutzerklärung abrufbar.
  • Um Ihre Daten zu schützen, nutzen wir für die Übertragung das TLS Verschlüsselungsverfahren (SHA256 / 2048 bit) im Sinne des §9 BDSG. Somit gewährleisten wir, dass Ihre Daten bei der elektronischen Übertragung, während des Transports und der Speicherung nicht unbefugt gelesen, kopiert, verändert oder entfernt werden können.

- Advertisment -
Dir gefällt dieser Artikel? Ja! Du willst mehr Artikel von uns lesen? Ja! Du willst, dass wir in Adeba weitermachen? Ja! Dann unterstütze bitte unser Projekt mit einer Spende für die Kaffeetasse als Anerkennung für die vielen Autoren. :-).

Schlau durch Musik 1



Aktuell

Babys erster Hochstuhl – Test und Bericht – Trip Trap und Co

Babys erster Hochstuhl - Test und Bericht - Trip Trap und Co

Beliebt auf Adeba

Familie unter dem Segen Gottes

Familie unter dem Segen Gottes - über das Segnen von Kindern. Adeba.de berichtet Euch über das Segnen von Kindern – einen Brauch, der außerhalb der Kirchen heute längst in Vergessenheit geraten zu sein scheint und doch zugleich in aller Munde ist."Adieu" oder "Bye" heißt es oft, wenn Menschen sich verabschieden. Doch wer weiß noch, dass "à" (zu) und "dieu" (Gott) ursprünglich "Gott befohlen" hieß. Wer weiß, dass sich hinter "bye" der Segensspruch "God be with you" (Gott sei mit dir) verbirgt? "Gottes Segen zum Geburtstag!" oder "Ein gesegnetes Neues Jahr!" - solche Aussprüche hört man immer seltener, selbst unter Christen. Man sagt eher: "Alles Gute!" oder "Guten Rutsch!" Immer weniger Menschen scheinen mit dem biblischen Segenswunsch etwas anfangen zu können.

Babyschale richtig tragen

Für alle die es bisher immer falsch gemacht haben, haben wir ein Video gefunden, wie Ihr eine Babyschale richtig tragt. Wetten, alle...

Experteninterview: Steuerfreie und abgabefreie Jobs

Mit der Einführung des Mindestlohnes im Jahre 2015 nahm die Anzahl der Mini-Jobs in Deutschland zunächst rapide ab. Ein Auslaufmodell sind sie dennoch nicht....

Bei rot bleibst Du stehn, bei grün kannst Du gehn

Bei rot bleibst Du stehn, bei grün kannst Du gehn - So sind ABC Schützen auf dem Schulweg sicher. Tipps, damit Schulanfänger auf dem Schulweg sicher sind.