Dienstag, Dezember 1, 2020
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“Es war einmal …” – Vorlesen bindet und bildet

Tipps und Tricks zum Vorlesen

Weihnachten liegt hinter uns und die Geschenke sind längst alle ausgepackt und in Gebrauch. Auf der neuen Autorennbahn liefern sich die kleinen Flitzer heiße Rennen. Die neue Puppe wird liebevoll umsorgt. Aber auch ein Buch lag unter dem Weihnachtsbaum. Und so machst Du es Dir mit Deinem Kind auf dem Sofa bequem. Ihr kuschelt Euch zusammen unter eine warme Decke und es wird vorgelesen. Bücher erfreuen sich auch im Zeitalter von Internet, MP3 und Co großer Beliebtheit.

Und besonders Kinder lieben es, wenn ihnen eine schöne Geschichte vorgelesen wird. Egal, ob die “Gute Nacht Geschichte” abends im Bett oder ein Märchen an einem kalten Winternachmittag. Vorlesen verbindet, schafft Nähe zwischen Eltern und Kind und Vorlesen bildet auch.

Mit dem einfachen Vorlesen einer Geschichte eröffnest Du Deinem Kind aber nicht nur die Welt der Bücher. Du tust viel mehr.

  • Du förderst Dein Kind nämlich auf eine leichte, angenehme und unterhaltsame Weise. Jedes Kind genießt es, wenn ihm etwas erzählt wird bzw. vorgelesen wird. Gebahnt lauscht es und im Inneren läuft regelrecht ein kleiner Film ab, wo sich das Kind die gesprochenen Wörter bildhaft vorstellt. Das regt Phantasie und Vorstellungskraft an und die kindliche Kreativität wird ebenfalls angeregt.
  • Das symbolische Denken wird gefördert und das hilft Deinem Kind später, zum Beispiel beim Umgang mit Buchstaben und Zahlen in der Schule.
  • Kinder, denen viel vorgelesen wird, entwickeln ein sicheres Gefühl für die Sprache und können später auch selber gut erzählen können.
  • Durch Vorlesen entwickeln sich Kinder auch zu Leseratten und selbst kleine Lesemuffel können so für ein Buch begeistert werden.

Vorlesetipps

In aller Ruhe

Vorlesen macht Spaß, aber es gehört auch die richtige Atmosphäre dazu. Also, macht es Euch richtig gemütlich und genießt das Ganze, das heißt keinen Zeitdruck und keine Hektik aufkommen lassen.

Kurz, aber regelmäßig

Du musst nicht stundenlang vorlesen. Es reichen schon 15 bis 20 Minuten am Tag aus. Aber effektiv wird das Ganze, wenn es regelmäßig passiert.Es also feste Vorlesezeiten gibt, auf die sich Dein Kind schon vorweg freuen kann.

Buchauswahl

Wähle Bücher dem Alter und dem Interesse Deines Kindes entsprechend. Mag Dein Kind Tiere, dann sind nette Tiergeschichten besonders interessant. Findet Dein Nachwuchs Ritter oder Indianer spannend, dann wähle eben solche Geschichten aus. Anfangen kannst Du schon im frühesten Babyalter, zu einfachen Bilderbücher erzählst Du selber eine Geschichte oder Du wählst Bilderbücher mit kurzen Texten.

Langsam lesen

Lese langsam und spreche die Wörter deutlich aus. So versteht das Kind und kann der Geschichte besser folgen.

Spiele mit Tempo und Stimme

Wechsele Tonlage und Lesetempo. Zum Vorlesen gehört auch einwenig Schauspielerei – so gestaltest Du das Vorlesen noch interessanter für Dein Kind. Versuche Dich in die Figur hineinzuversetzen, ein kleiner Spatz klingt z.B. piepsig und frech, während ein großes Mammut eher tief und schwerfällig klingt. Anregungen kannst Du Dir z.B. von Hörbüchern holen oder Du probierst einfach aus. Übung macht bekanntlich den Meister und Dein Kind erwartet keinen perfekten Vorleser und wird schon mit kleinen Veränderungen in der Stimme etc. großen Spaß haben.

Mit dem ganzen Körper

Vorlesen mit Körpereinsatz. Du kannst auch Dein Gesicht verziehen oder bestimmte Gesten mit den Armen machen. Beobachte dabei aber unbedingt Dein Kind – Kinder reagieren anders und können schnell auch mal verschreckt sein, besonders kleine Kinder.

Pausen sind wichtig

Bau Pausen ein. Einmal um die Spannung zu heben, aber auch, damit Dein Kind Gehörtes verarbeiten kann. Manches Kind wird auch gern mal reinreden und seine Gedanken mitteilen.

Öfter mal was Neues

Ja, aber nicht unbedingt. Kinder lieben auch das Vertraute. Und so wird Dein Kind bald Lieblingsgeschichten habe, die es immer und immer wieder gerne hört.

Unruhig?!

Merkst Du, dass Dein Kind langsam unruhig wird. Dann versuche es in die Geschichte einzubeziehen. Frag Dein Kind zum Beispiel „Na was denkst Du, wie geht es weiter?“ … „Was hat die Katze da wohl gedacht?“.

Fortsetzung folgt

Lange Geschichten kannst Du ruhig teilen. An einer passenden Stelle kannst Du also ruhig Schluss machen und am nächsten Tag Weiterlesen. Für größere Kinder kann das ein Anreiz sein, auch selber zum Buch zu greifen und zu lesen.

Am Ende der Geschichte

.. muss für Euch noch lange nicht Schluss sein. Nimm Dir nach dem Vorlesen noch Zeit für Dein Kind. Frag nach, z.B. auch “Hat Dir die Geschichte gefallen? – so findest Du auch die Vorlieben Deines Kindes besser heraus. Die meisten Kinderbücher haben auch einen pädagogischen Hintergrund, auf den kannst Du eingehen. Oder hat Dein Kind noch Fragen, sind Sachen unklar, möchte es über irgendetwas aus der Geschichte sprechen.

Das Lernen der Sprache geschieht auch durch Vorlesen, Erzählen und selber Lesen. Und das Schöne – so macht das Lernen auch richtig Spaß.

Tipp

  • Auf der Suche nach passenden Büchern hilft Dir z.B. die Stiftung Lesen. Die veröffentlicht zweimal im Jahr eine Broschüre mit dem Titel “Für Sie getestet – Neue Kinder- und Jugendbücher”.
  • Öffentliches Vorlesen. Frag einfach mal in der Bibliothek nach. Kinderbibliotheken bieten gern mal Vorlesenachmittage an. Auch das ist für Deinen Nachwuchs ein tolles Erlebnis.
  • Ist mal kein Buch zur Hand z.B. beim Warten an der Haltestelle – dann erzähle eine Geschichte. Fällt Dir spontan nichts eigenes ein – kein Problem, greif einfach auf eine dem Kind bekannte Geschichte zurück oder ein Märchen. So vergeht die Wartezeit ruckzuck.

Autor: jb

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