Dienstag, Dezember 1, 2020
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Schadstoffe in der Muttermilch

Es gab eine Zeit, wo Stillen nicht vorbehaltlos empfohlen wurde. Eines der Argumente war: Schadstoffe in der Muttermilch. Noch 1984 wurde Müttern das Stillen von offizieller Seite höchstens für die ersten vier Lebensmonate empfohlen. Frauen, die länger stillen wollten, wurde nahegelegt, ihre Milch auf den Schadstoffgehalt hin prüfen zu lassen. Erst in jüngster Zeit haben die nationale Stillkommission und maßgebliche Fachgesellschaften diese Einschränkung aufgehoben. Heute wird das Stillen in den ersten sechs Monaten generell empfohlen, aber auch darüberhinaus, sofern der Energie- und Nährstoffbedarf durch Beikost gesichert ist.

Der Grund für den Umschwung, ist der Rückgang verschiedener chlorhaltiger Kohlenwasserstoffe in der Muttermilch um 50 – 80 Prozent in den letzten fünfzehn Jahren. Es überwiegen wieder deutlich die Vorteile des Stillens.

Warum ist ausgerechnet dieses perfekt zusammengesetzte Lebensmittel so anfällig für Verunreinigungen aus der Umwelt? Zu den wichtigsten Schadstoffen in der Muttermilch zählen Schädlingsbekämpfungsmittel, wie DDT und Lindan, bestimmte technische Hilfsstoffe (PCBs) sowie Dioxine, die beim Verbrennen chlorhaltiger Stoffe (z.B. PVC) entstehen. Alle diese chlororganischen Stoffe sind ausgezeichnet fettlöslich. Sie reichern sich im Körperfett an, zuerst in Tieren, deren Fett wir verspeisen, dann in unserem eigenen Körper.

Leider ist unser Organismus nicht darauf eingerichtet, diese chemischen Stoffe über Leber oder Nieren auszuscheiden. Nur durch Ausscheiden von Fett selbst können sie den Organismus verlassen. Und genau das geschieht beim Stillen, da die Milch Fett enthält (zu Beginn der Stillmahlzeit etwa ein Prozent, gegen Ende bis zu sechs Prozent). Die Muttermilch als Endglied der Nahrungskette gibt also tragischerweise Umweltgifte an den Säugling weiter.

Auch heute ist die Schadstoffbelastung der Milch, trotz des Rückgangs der letzten Jahre noch gegeben. Was könnt Ihr also tun, um die Schadstoffbelastung der Muttermilch zu minimieren?

  • Nehmt relativ wenig tierisches Fett zu Euch.
  • Ernährt Euch vollwertig und ausgewogen (leichter gesagt als getan, ich weiß…)
  • Von einer Schlankheitskur in der Stillzeit ist dringend abzuraten. Der Fettabbau mobilisiert im Körperfett gebundene Schadstoffe.

Muttermilch hat auf der anderen Seite aber auch die einzigartige Fähigkeit, die Ausscheidung mancher Umweltgifte zu fördern. Eine Untersuchung ergab, daß ihr niedriger Phosphorspiegel zur Ausscheidung von Strontium 90 beiträgt, da Phosphor Strontium 90 im Körper bindet. Babys, die mit 5 mg Strontium 90 geboren wurden, hatten es nach drei Monaten vollkommen ausgeschieden, wenn sie in dieser Zeit voll gestillt wurden. Bei Flaschennahrung hingegen hatte sich dieser Wert nach einem Monat verdoppelt. Ähnliches wurde bei Schwermetallen und PCB (polychlorierte Biphenyle) beobachtet.

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