Samstag, Januar 25, 2020
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Auch Kinder ohne vollen Krankenkassenschutz haben ein Recht auf optimale medizinische Versorgung

Kinder- und Jugendärzte fordern

Zehntausende Kinder in Deutschland haben nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ keinen vollen Krankenversicherungsschutz. Weil viele Geringverdiener mit Kassenbeiträgen in Rückstand sind, verlieren auch deren Familienangehörige ihren Anspruch auf Behandlung im Krankheitsfall, sie werden nur noch im akuten Notfall behandelt.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert: Kinder ohne vollen Versicherungsschutz haben nicht nur ein Recht auf Notfallversorgung, sondern auch auf Impfungen und Vorsorgen.

„Kinder ohne vollen Versicherungsschutz sind seit den Neuregelungen im Rahmen der Gesundheitsreform keine Ausnahme mehr in unseren Praxen. Wir dürfen sie in Notfällen, bei akuten und schmerzhaften Erkrankungen behandeln. Aber gerade die überaus wichtigen Vorsorgen und Impfungen dürfen wir ihnen nicht geben. Das Gleiche gilt auch für die Kinder illegal hier lebender Ausländer.

Beides ist aus unserer Sicht skandalös,“ so Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

„Laut UN-Kinderrechtskonvention haben alle Kinder ein Recht auf optimale medizinische Versorgung. Tatsächlich gibt es aber in Deutschland Kinder, die nur eine Minimalversorgung bekommen. Der Gesetzgeber bestraft mit seiner Regelung Kinder für die Versäumnisse bzw. den Versicherungsstatus ihrer Eltern. Dies ist ein unhaltbarer Zustand und im Sinne des Kinderschutzes nicht vertretbar.

Für illegal hier lebende Ausländer und auch für Bundesbürger ohne Krankenversicherung gibt es zwar in einigen Großstädten Spezialambulanzen. In diesen sind Pädiater jedoch nicht vorgesehen. Das bedeutet: in vielen Fällen sind Kinder ohne Versicherungsschutz medizinisch noch viel schlechter versorgt als Erwachsene ohne Versicherungsschutz.

Uns niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten ist es wichtig, dass alle Kinder medizinisch optimal versorgt werden und dadurch gesund aufwachsen können. Wir sind selbstverständlich bereit, auch Kinder ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz mitzuversorgen und fordern daher die Politik auf, schnellstens für eine gesetzliche Neuregelung zu sorgen -etwa durch Beteiligung der Sozialämter an den Kosten.

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