Samstag, Januar 25, 2020
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Nachwuchs trotz Tumorbehandlung?

Krebspatienten sollten mit dem Arzt über ihren Kinderwunsch sprechen

(RaIA/dgk) Dank moderner Behandlungsmethoden können heute immer mehr Menschen von einer Krebserkrankung geheilt werden. Dabei beschäftigt die jüngeren Tumorpatienten auch die Frage, ob sie noch Nachwuchs bekommen können. Denn drei von vier Geheilten wünschen sich Kinder, berichtet die Zeitschrift „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ in ihrer Ausgabe 8A (erhältlich ab 1. August 2008).

Krebs kann jeden Menschen in jedem Alter treffen, ist bei Jüngeren aber eher selten: Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 65 bis 67 Jahren. Jährlich überleben bei uns 6.000 Erkrankte unter 35 eine bösartige Geschwulst. Ob sich danach ein Kinderwunsch realisieren lässt, hängt von der Art der Erkrankung, der Behandlungsmethode und nicht zuletzt von individuellen Faktoren ab.

In jedem Fall sollten junge Paare mit dem behandelnden Arzt eingehend ihre Familienplanung besprechen, denn Chemotherapie und Bestrahlung können nicht nur den wuchernden Krebszellen den Garaus machen, sondern auch die Fortpflanzungsorgane irreparabel schädigen.

Generell kann eine hoch dosierte Chemo– oder Strahlentherapie die Keimzellen so stark schädigen, dass die Betroffenen keine Kinder mehr bekommen können. Das ist zum Beispiel meist bei einer Leukämie oder bei einem Lymphom der Fall. Eine Bestrahlung des Gehirns kann bewirken, dass der Körper nicht mehr ausreichend Steuerungshormone für die weiblichen und männlichen Geschlechtshormone produziert. Auch das führt nicht selten zu Unfruchtbarkeit.

Bei manchen Patientinnen besteht die Möglichkeit, vor einer Bestrahlung des Beckens die Eierstöcke durch einen kleinen Eingriff aus dem Bestrahlungsfeld zu verlegen. Hinterher werden sie wieder an ihren richtigen Ort zurückgelegt. Wenn allerdings auch die Gebärmutter durch die Bestrahlung in Mitleidenschaft gerät, kann die Gebärmutterschleimhaut geschädigt werden und eine Schwangerschaft verhindern.

Vor einer Krebsbehandlung sollten Arzt und Patient über das Thema Kinderwunsch sprechen und die Risiken der Therapien erörtern, rät Dr. Michael von Wolff vom Deutschen Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapien. In dem Experten-Netzwerk haben sich mittlerweile 35 Universitätskliniken zusammengeschlossen. Gegründet wurde es 2006 mit dem Ziel, die bekannten Therapien zu optimieren, neue Behandlungsformen zu entwickeln und sie mit hohem medizinischem Standard flächendeckend in Deutschland anzubieten.

Info:
Ein kostenloser Ratgeber der Deutschen Krebshilfe geht anschaulich auf Fragen und Probleme rund um das Thema ein und enthält außerdem wichtige Adressen: Kinderwunsch und Krebs (Ratgeber Nr. 49), Deutsche Krebshilfe, Postfach 14 67, 53004 Bonn, Fax-Nr. 0228/72 990-11, im Internet zum Download www.krebshilfe.de.

Quelle: „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“, Ausgabe 8A

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