Wir habe Euch gefragt und Ihr habt uns geantwortet. Welche Erfahrungen habt Ihr mit Geburtseinleitungen gemacht? Was hat etwas gebracht, oder sind es nur Ammenmärchen? Zu unterscheiden ist, dass es natürliche Wege gibt, wie zum Beispiel im Treppenhaus laufen oder mit dem Liebsten kuscheln und natürlich medizinische Geburtseinleitungen.

Rhizinusöl-Methode

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der von meiner Hebamme und meiner Gynäkologin empfohlenen Rhizinusöl-Methode gemacht. Genau eine Woche nach dem errechneten Termin, ohne das unser Baby sich irgendwie ankündigte, hatte ich einfach keine Geduld mehr: abends nahm ich den Rhizinus-Drink (reichlich Rhizinusöl gemixt mit viel Aprikosensaft, damit es nicht gar so scheußlich schmeckt…).

Als Wirkung, noch bevor mein Darm reagieren konnte, platzte gut drei Stunden später die Fruchtblase und es setzten die Wehen ein. Nach sechs Stunden war unser Sohn dann auf der Welt.

Wenn ich diese Prozedur nochmal durchmachen müsste, würde ich den “Cocktail” allerdings morgens nehmen, und mir vorher noch eine Nacht Schlaf gönnen!

Eva Mader-van Loo ED.vanloo(-at-)t-online.de

Nabelschnurumschlingung

Meine Tochter Franziska sollte eigentlich am 01. Oktober geboren werden. Es gab allerdings keine Anzeichen irgendwelcher Wehentätigkeit. Meine Freundin ist Hebamme – ich habe sie sicher sehr genervt in dieser Zeit.

Sie hat mir immer sehr geholfen, denn die Sorgen und Ängste um unsere Tochter waren sehr groß und aufgrund einer kompletten Nabelschnurumschlingung auch mehr als begründet. Schon mehr als eine Woche vor dem errechneten Termin stand unser Telefon nicht mehr still.

Laufend rief jemand an und fragte, wieso ich noch da sei. Als es überhand nahm, kauften wir kurzerhand einen Anrufbeantworter, auf dem wir mitteilten,daß wir ganz bestimmt alle anrufen werden, sobald das Baby da ist. Es war eine stressige Zeit für uns, denn irgendwie fühlte ich mich unter Druck gesetzt.

Am Morgen des 09. Oktober wurden dann die Wehen künstlich eingeleitet. Als die Verwandt- und Bekanntschaft erfuhr, daß ich nun im Krankenhaus sei, beruhigte sich alles. Nun konnte es ja nicht mehr lange dauern. Um 11.28 Uhr des 11. Oktober war es dann soweit.

Es ist alles gutgegangen, unsere Tochter ist kerngesund. Mein Fazit aus dieser Zeit ist: Nie wieder werde ich den scheinbar genauen Termin verkünden. Wenn ein zweites Baby kommt, werde ich den “offiziellen” Termin um mindestens zwei Wochen nach hinten verlegen, um dann viel entspannter zu sein. Aber einen Spaß hatten wir auch: Bei einem Spaziergang trafen wir eine Schulkameradin von mir, die fragte, wann es soweit sei. Als ich sagte: Heute! (Es war der 1.10.) wurde sie ganz still. Das Gesicht werden wir nie vergessen…

Evelyn wolfsdorf(-at-)rz.uni-leipzig.de

Muttermund “sakral” um das Köpfchen

Der errechnete Termin war der 11.03.99. Schon einige Tage vor diesem Termin, klingelte ständig das Telefon und besorgte Verwandte und Freunde fragen, ob ich denn nun mal endlich was merken würde. Doch das war ja nicht der Fall und so ging ich immer schön brav immer noch zu meinem Frauenarzt, der mir auch keine große Hoffnung machte. Zu Hause versuchte ich die Wehen mit langen heißen Bädern in Gang zu bringen, aber alles half nichts.

Schließlich ließ mich mein Arzt, als ich 10 Tage über dem Termin war, ins Krankenhaus einweisen. Dort versuchte man am ersten Tag mit einer Tablette, die direkt vor dem Muttermund gelegt wurde, die Wehen einzuleiten. Doch nichts tat sich, auch nicht mit der zweiten Tablette. Danach mußte ich einen Tag Pause machen, um die Gebärmutter nicht zu sehr zu strapazieren, aber es wurde mir auch gesagt, daß es sein könnte, daß die Tabletten erst verzögert wirken könnten und die Wehen an diesem Pause-Tag einsetzten könnten. Aber auch da war nichts zu verzeichnen.

Am dritten Tag wurde mir ein Gel gespritzt, das eigentlich immer recht gut und schnell helfen sollte. Mittlerweile hatten mir einige Gynäkologen und noch mehr Hebammen untersucht und alle sagen, dass der Muttermund sich “sakral” um das Köpfchen gelegt hätte und – so deute ich diese Aussagen – etwas nach hinter verrutscht sei.

Leider konnte auch an diesem Tag keine Wehentätigkeit verzeichnen und es musste wieder ein Tag Pause gemacht werden. Diese Zeit im Krankenhaus war wirklich recht hart, ich habe meinem Mann jeden Abend, wenn er nach Hause fahren wollte, die Ohre vollgeheult, weil ständig auch dort noch das Telefon klingelte und die Leute fragten, ob denn die Tabletten oder das Gel etwas geholfen hätte. Ich machte mir schlimme Gedanken, was mit dem Kind sein könnte und ob alles noch im Mutterleib in Ordnung sei.

Am 5. Tag bekam ich nochmal Zäpfchen und spürte auch ganz leichte Wehen im Rücken, die jedoch nicht sehr lange anhielten. Ich wurde am Nachmittag noch vom Chefarzt selbst untersucht, der mit seinem Finger den Muttermund zurück an die richtige Stelle zog und ihn damit auch gleichzeitig auf 2 cm öffnete. Doch an diesem Tag tat sich immer noch nichts.

Langsam aber sicher machten sich jetzt alle Gedanken, nicht nur die Freunde und Verwandten, sondern auch die Hebammen und die Ärzte…. Na ja, aber am 6. Tag in der Klinik legte man mir noch eine letzte Tablette, die dann tatsächlich die Wehen auslöste.

So lange ich vorher gewartet hatte – insgesamt waren es 15 Tage – so schnell ging dann die Geburt. Im Kreisssaal selbst war ich ca. 2 Stunden und hatte nur 2 Presswehen.

Doch ich muß sagen, daß ich ein solches Erlebnis keiner Schwangeren gönne. Hätte ich nicht meinen Mann gehabt, der mich immer wieder geduldig getröstet hätte, weiß ich nicht, wie ich diese Zeit verkraftet hätte.

christian(-at-)herzyk.de

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