Mittwoch, Dezember 2, 2020
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Fliegen in der Schwangerschaft

Die 18. bis 24. SSW eignen sind am besten

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Ist das Fliegen in der Schwangerschaft möglicherweise eine Belastung für das ungeborene Kind? Diese Frage stellen sich viele schwangere Frauen, auch schon in der Vergangenheit. Noch einmal in trauter Zweisamkeit verreisen, kann man nur jedem Paar, das ein Kind erwartet, wärmstens empfehlen, denn das, was dann kommt, ist in vielerlei Hinsicht facettenreich. Aber ist Fliegen für Schwangere völlig bedenkenlos möglich?

Ja, Fliegen in der Schwangerschaft, das kann man machen, wenn es der allgemeine Gesundheitszustand von Mutter und Kind erlaubt. Dennoch gibt es ein paar Aspekte, die Du als Schwangere beim Fliegen beachten solltest.

Der beste Zeitpunkt für das Fliegen in der Schwangerschaft

Befragt man dazu die Ärzte, empfehlen viele eher das zweite Trimester, also in etwa die Mitte der Schwangerschaft. Ganz zu Beginn befindet sich der Embryo noch in einer sehr sensiblen Entwicklungsphase, sodass allein schon eine größere Aufregung der Mutter zu einem Abort führen könnte.

Ab der 29. Schwangerschaftswoche (SSW) ist vor allem der Gesundheitszustand von Mutter und Kind von entscheidender Bedeutung. Der Rat des Arztes sollte auf jeden Fall eingeholt werden, gehen wir doch davon aus, dass Du sowieso zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen gehst.

Als sicherste Zeit gilt jedenfalls die Phase 18. SSW bis 24. SSW, danach steigt das Risiko für eine Frühgeburt.

Tipps für das Fliegen in der Schwangerschaft:

  • Ab der 28. SSW brauchst Du vom Arzt oder von Deiner Hebamme ein Attest, das Deine uneingeschränkte Flugtauglichkeit ausweist.  
  • Ab der 30. SSW könnte der beengte Sitz oder der schmale Gang im Flugzeug zu einem Problem werden. Auch die Toilette bietet bekanntlich nicht viel Platz.
  • Ab der 34. SSW ist das Fliegen in der Schwangerschaft nicht mehr zu empfehlen. Viele Airlines verwehren Schwangeren ab der 35. SSW sogar den Eintritt in den Flieger.

Kurzstrecken sind immer besser als Fernflüge

Gerade bei Langstreckenflügen steigt das Risiko, wie sollte es auch anders sein? Dies betrifft insbesondere eine mögliche Thrombose, also die Bildung eines schmerzhaften und gefährlichen Blutgerinnsels. Dies steht in einem direkten Zusammenhang mit der arg eingeschränkten Bewegungsmöglichkeit im Flugzeug.

Daher solltest Du auch auf Kurzstrecken unbedingt Thrombosestrümpfe tragen, also jene hauteng anliegenden festen Strümpfe, die sich gegen Krampfadern sehr bewährt haben. Ansonsten ist bequeme, lockere Kleidung sehr zu empfehlen. Wenn Du nachts unterwegs bist, hast Du gute Chancen, den größten Teil der Zeit einfach zu verschlafen.

Fliegen in der Schwangerschaft kannst Du etwas angenehmer gestalten, wenn Du einen Platz vor dem Notausgang oder wenigstens direkt am Gang wählst, weil Du hier mehr Beinfreiheit hast. Außerdem kannst Du aus dieser Position öfter mal aufstehen und ein bisschen auf und ab gehen. Die Thrombosegefahr verringert sich durch Blutverdünnung, die sich aus einer erhöhten Flüssigkeitsaufnahme ergibt.  

Erhöhte Weltraumstrahlung in der Stratosphäre

Nein, die Metalldetektoren in der Sicherheitskontrolle sind nicht gefährlich. Doch hoch oben über der Troposphäre, also jener Atmosphärenschicht, wo sich im Wesentlichen unser Wetter abspielt, prasseln permanent Strahlung und Teilchen mit hohen Energiedichten (kosmische Strahlung) auf uns ein.

Für Piloten und Stewardessen, die wirklich viel Lebenszeit in diesen Höhen verbringen, birgt dies eine gewisse Gesundheitsgefahr. Doch auf kurzen Flügen besteht für Dich keine Gefahr und auch nicht für Dein Baby. Sehr wohl ist die Strahlenbelastung auf einer Langstrecke zum Beispiel über den Atlantik deutlich höher, aber immer noch akzeptabel.

Fliegen in der Schwangerschaft - Weltraumstrahlung
Fliegen in der Schwangerschaft – Weltraumstrahlung

Brauche ich als Schwangere ein ärztliches Attest für eine Flugreise?

Liegt der voraussichtliche Entbindungstermin innerhalb der nächsten 8 Wochen, wollen viele Fluggesellschaften tatsächlich ein ärztliches Attest sehen, weil das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt in dieser letzten Phase der Schwangerschaft eben doch etwas höher ist.

Dennoch sind die Regeln für das Fliegen in der Schwangerschaft bei den vielen Fluggesellschaften schon sehr unterschiedlich. Meistens wirst Du bis zur 36. SSW ziemlich problemlos mitgenommen. Bei einer Mehrlingsschwangerschaft reduziert sich diese Zeitgrenze aber oftmals auf die 32. SSW.

Ein ärztliches Attest über die Flugtauglichkeit wird manchmal schon ab der 28. SSW verlangt. Beinhalten sollte dies den errechneten Geburtstermin und einen Hinweis darauf, dass die Schwangerschaft bislang ohne Komplikationen verlief in Verbindung mit der Aussage, dass die Schwangerschaft und eine Flugreise in diesem Fall vereinbar sind.

Informiere Dich aber auf jeden Fall bei der Fluggesellschaft, ob weitere Informationen oder Unterlagen benötigt werden. Übrigens solltest Du Deinen Mutterpass immer dabei haben. 

Was noch zu beachten ist

Da sind zum Beispiel die Einreisebestimmungen des Ziellandes. Wie steht es dort um die medizinische Versorgung, auch mit Blick auf die zu erwartende drastische Klimaänderung. Welche Infektionsgefahren könnten im Reiseland auf Dich zukommen? Die WHO und das RKI (Robert Koch-Institut) raten Schwangeren davon ab, in Gebiete zu reisen, wo das Zika-Virus grassiert.

Fazit: Darf ich nun fliegen in der Schwangerschaft?

Der bisherige Verlauf Deiner Schwangerschaft ist wahrscheinlich der wichtigste Indikator dafür, ob Du Dich auf eine Flugreise begeben kannst. Die Entscheidung ist also ein Stück weit auch Gefühlssache. Bedenke, dass körperliche Belastungen gerade bei Start und Landung keine Seltenheit sind.

Wenn Du zu Früh- oder Fehlgeburten neigst, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidest oder irgend eine andere gesundheitliche Einschränkung mit Dir herumträgst, musst Du auf jeden Fall Deinen Arzt zurate ziehen.  

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Fachredaktion Adeba
Fachredaktion Adebahttps://magazin.adeba.de/author/fachredaktion/
Ich bin eine Diplom-Psychologin mit Lehrbefähigung, die gerne Texte rund um zwischenmenschliche Beziehungen, Gesundheit und Ernährung schreibt. Manchmal auch über Kultur und Reisen und hin und wieder sogar über Geschichte. Ich freue mich sehr über Eure Kommentare und hoffe, Ihr mögt meine fachlichen Texte, die immer ein wenig meine persönliche Handschrift tragen. Ich möchte Euch rund um die großen Themen Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung informieren, wichtige Anregungen geben und gern auch mal zu einer kontroversen Diskussion provozieren.

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