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Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch das Frühjahr und damit die stets wiederkehrende Hochsaison für die Diätbranche. Denn mit Beginn der sonnig-warmen Jahreszeit – dieses Jahr schon im Februar – werden die Kleidungsstücke dünner, die Abspeckversprechen der Diätpäpste hingegen nehmen deutlich zu.

Dabei sollte man eines wissen: So sicher wie Zigtausende Männer und vor allem Frauen alljährlich und endlich auf „den Schlankeffekt“ des neusten Diäthypes hoffen, so klar und gewiss ist: Auch die 2019-er Trenddiäten werden die Abspeckwilligen mittel- bis langfristig nicht schlanker machen, sondern dicker, essgestört und mit wachsender Diätkarriere auch krank.

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Alle Diäten, ob LowCarb oder Intervallfasten oder XYZ-Diät, haben zwei elementare Eigenschaften gemeinsam. Erstens, egal wie sie heißen und was sie versprechen, sie wirken stets über ein- und dasselbe biologische Universalprinzip: Die negative Energiebilanz.

Der Körper bekommt weniger Kalorien als er benötigt und wird deshalb gezwungen, seine „geliebten“ Energiereserven abzubauen. Die Pfunde purzeln, und zwar nicht nur in Form von Fett, sondern auch als Wasser und Muskelmasse – aber eben nur, solange man auf Diät is(s)t.

So haben jüngst gleich zwei große Studien gezeigt, dass weder das derzeit oberhippe Intervallfasten (HELENA [1]) noch der „Diätklassiker“ LowCarb (DIETFITS [2]) zu besseren Abspeckerfolgen führen als ganz banale Reduktionsdiäten.

Der alljährliche Marketingclou findiger Verkaufsgenies ist dabei: Rund um die negative Energiebilanz werden jede Saison neue „geheimnisvolle Erfolgsstories“ erfunden, um alten (verlogenen) Wein in neuen Hochglanzflaschen zu verkaufen – meist mit „Promietikett“, das verkauft sich dann noch besser, wenn Lady Celebrity mit der neuen „LowCarb-Schlank-Pasta supertoll viel abgenommen hat – und ihre Haut fühlt sich auch noch viel besser an“.

Denn es ist im Grunde genommen ja ganz einfach: Wer weniger als 1.400 Kcal am Tag zu sich nimmt, der nimmt merklich ab – übrigens so auch mit der brandneuen „Fast-Food-Diät“, bei der man alle schnell-schmackhaften Köstlichkeiten wie Cheeseburger, Pommes, Lahmacun und Döner-mit-scharf sowie Pizza und natürlich Currywurst essen darf. Und davon, kein Scherz, so viel man will – aber maximal 1.400 Kcal am Tag. Sechs Kilos in sechs Wochen schmelzen weg – garantiert!

Durch Diäten bekommt man sein Fett weg – und wieder zurück!

Aber anschließend folgt die zweite Gemeinsamkeit aller Diäten: Sie führen danach stets zum gleichen Ergebnis, denn statt schlank werden die meisten Menschen nach der Diät wieder genauso schwer oder sogar noch schwerer – oftmals auch fetter als vorher, denn der Körper baut die während der Abspeckkur zwangsaufgelöste Muskelmasse nicht wieder auf, denn:

Fett einlagern ist physiologisch viel einfacher.

Das ist der bekannte JoJo-Effekt: Ein unzureichendes Nahrungsangebot und hartnäckige Hungergefühle gaukeln dem Körper magere Zeiten vor. Der Körper startet sein Notprogramm. Ist die Diät zu Ende, traut der Körper dem Braten nicht. Die Jo-Jo-Falle schlägt zu. Der Körper behält den niedrigeren Stoffwechsel noch Wochen und Monate bei, mit dem Effekt, dass die Pfunde bei der Rückkehr zu normalen Essgewohnheiten schneller als zuvor wieder drauf sind.

Zwischen 80 und 90 Prozent aller Gewichtsreduktionsversuche scheitern. Nicht selten wirken sich Diäten zusätzlich negativ auf unsere Gesundheit aus. Neben Stimmungsschwankungen, Granteligkeit und heftig-deftigen Heißhungerttacken aufgrund unterschwelligen Dauerhungers können auch Essstörungen eine folgenschwere Nebenwirkung des künstlichen Hungerzustands sein. Diäten werden daher warndend als „Einstiegsdroge“ in Essstörungen und Fettleibigkeit bezeichnet. Auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes kann durch wiederholtes extremes Ab- und Zunehmen erhöht sein.

Die Diätbranche: Ein marktwirtschaftliches Paradox

Das Abspeckbusiness ist der einzige Wirtschaftszweig, dessen Produkte unwirksam sein müssen, damit der Betrieb weiterläuft und der Cashflow gewährleistet werden kann. Denn, wenn es eine Diät gäbe, die dauerhaft schlank macht, dann gäbe es auch dieses Jahr keine neuen Trenddiäten, die an den Mann und besonders die Frau gebracht werden müssen.

Mit Kilo-Comeback-Kollege JoJo im Gepäck erhält sich die Diätbranche so auch gleich ihre, im doppelten Sinne, wachsende Zielgruppe (immer mehr Menschen möchten abnehmen und bei den Diätopfern wachst das Körpergewicht). Ergo kann der Rat nur lauten: Finger weg von Diäten, außer Sie möchten dicker werden und haben Lust auf Essstörungen!

[1] Schübel et al. Effects of intermittent and continuous calorie restriction on body weight and metabolism over one year: a randomized controlled trial. The American Journal of Clinical Nutrition 2018, February 20, Online Investigation / DKFZ-Pressemeldung: Intervallfasten: Kein Vorteil gegenüber herkömmlichen Diäten

[2] Gardner et al. Effect of Low-Fat vs Low-Carbohydrate Diet on 12-Month Weight Loss in Overweight Adults and the Association With Genotype Pattern or Insulin Secretion: The DIETFITS Randomized Clinical Trial. JAMA. 2018 Feb 20;319(7):667-679

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Uwe Knop (Diplom-Oecotrophologe)
Uwe Knop (geb. ´72) ist Diplom-Ernährungswissenschaftler und Medizin-PR-Experte. Er arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten in der PR & Kommunikation in den Bereichen Medizin und Gesundheitspolitik. So ist er bestens damit vertraut, wie durch die tägliche Veröffentlichung von zu viel „gesundheitsförderndem Unsinn“ Meinungen insbesondere zu „gesunder Lebens- und Ernährungsweise“ in die Köpfe der Menschen gelangen. Mit seinen Büchern möchte er ein möglichst naturnahes Gegengewicht zu dieser pseudowissenschaftlichen Manipulierungsmaschinerie schaffen. Knop ist dabei frei von Interessen Dritter, sodass er keine Produkte, Therapien oder besondere Essformen empfiehlt. Seine Intention gilt allein dem Ziel, dass die Menschen ihrer Kulinarischen Körperintelligenz wieder mehr Vertrauen schenken und dafür meist finanziell motivierte Fremdbestimmung ablegen. Weiter möchte er mit seinen Büchern der gesellschaftlichen Diskussion zum Thema Ernährung neuen lebensechten Schwung verleihen, da diese sich derzeit in einer wissenschaftlichen Schieflage befindet.

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