Freitag, Mai 7, 2021
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Muttermilch bald verboten? Vorschlag: Oberkörperflüssigkeit

Historische Momente des Gesundheitswesen - Durchbruch in der Sprachforschung

Woran merkt man, dass man alt wird? Nun zum Beispiel dran, dass Du noch „Muttermilch“ bekamst als Deine Mutter Dich mit Hilfe Ihrer Gebärmutter gebar. So viele Mütter in einem Satz und stell Dir vor, einen Vater hattest Du damals auch noch.

Gibt es ein männlicheres Wort als einen Vater und ein weiblicheres als eine Mutter? Nun der Zeitgeist sagt, dass wir uns von dem traditionellem, altem Weltbild verabschieden sollen.

Gebären unabhängig vom biologischen Geschlecht

Trans-freundliche Geburt ohne Muttermilch, lgbt, lesbisch, gay
Trans-freundliche Geburt ohne Muttermilch: Photo by mmi9 on Pixabay

Denn wer nun was gebärt ist Dank der Freiheit des Geschlechtes und teils mit Hilfe der medizinischen Forschung nun nicht mehr beschränkt auf das biologisch vorgegebene Geschlecht.

Männer werden Mütter und Frauen können Männer werden. Falls man/frau/div möchte, ist ein tagesabhängiger Geschlechterwechsel jederzeit möglich. Sogar eine nicht-Festlegung ist heute problemlos möglich. Das wir damit an die Grenzen unserer bisher sehr einfach gestrickten Sprache im Bereich der Geburten kommen ist allen klar, die sich ernsthaft mit dieser Thematik auseinandersetzen müssen.

Heute scheint alles moderner und gleichberechtigter zu sein. Geht es nach dem Handbuch einer Klinik in Großbritannien werden wir damit sogar eine neue Sprache lernen, damit wir alle gebärenden Menschen bei der Geburt gleichberechtigt berücksichtigen können.

Muttermilch zu weiblich

Muttermilch zu weiblich: baby brust stillen pflege kinder trinken essen
Muttermilchist zu weiblich

Denn das Personal soll ab sofort auf verstärkt auf ein trans-freundliches Vokabular achten und „Muttermilch“ ist zu weiblich.

Die Gender Inclusion – BSUH Maternity beschäftigte sich über 20 Seiten lang mit dem Thema und brachte ein Dokument welches hier zum nachlesen ist.

Krankenhäuser müssen der Mode folgen

Immer mehr Krankenhäuser folgen diesem Trend. War es noch unseren Recherchen zuerst ein australisches Handbuch für Krankenhäuser, der Australian National University, die dem Begriff Vater und Mutter zwar (noch) nicht abschaffen aber zumindest erweitern wollte, sind es nun die  Uni-Kliniken um Sussex in England (Brighton and Sussex University Hospitals (BSUH) ), welche auf eine geschlechterneutrale Sprache setzen.

Statt Mutter, wird dann vom „austragenden Elternteil“ oder „gebärendes Elternteil“ (birthing parent) bzw. von einer Person (person) gesprochen und der ursprüngliche Vater ist dann eben nur noch das „nicht-gebärende Elternteil“ oder das „zweite biologische Elternteil“ bzw. der „Partnergebärende“ (Co-Parenting).

Statt der femininen Form des „sie“ wird nun gewechselt zu „Einer Frau oder oder Person“ und dann wird das Mehrzahl-sie verwendet. Klingt gleich und ist es doch nicht.

Die neue trans-freundlichen Politik

Das Personal der Entbindungsstation wird weiterhin ermutigt, Ausdrücke „menschliche Milch“ statt „Muttermilch“ und „Öberkörperstillen“ (Chest) anstatt „Bruststillen“ (Breast) als Teil einer neuen trans-freundlichen Politik zu verwenden.

Die Brighton and Sussex University Hospitals (BSUH) NHS Trust sind die ersten im Land, die eine“geschlechtsspezifische Sprachpolitik“ einführen, in der „geschlechtsneutrale Sprache“ neben der „Sprache der Weiblichkeit“ verwendet werden soll.

Aus „Milch der stillenden Mutter“ wird dann eine „Milch des stillenden Elternteils“ (milk from the feeding parent) wie auch das Magazin Metro schreibt. Die „Muttermilch“ darf auch gerne als „Oberkörpermilch“ bezeichnet werden.

Übrigens sollen auch „traditionelle Elternpaare“ die aus einem Mann und einer Frau bestehen nicht benachteiligt werden und dürfen weiterhin als „Mutter“ oder „Vater“ betitelt werden.

Hebammenratgeber

Für Hebammen ist dieser Ratgeber sicher interessant, zeigt es doch Wege auf in dieser doch recht komplizierten Welt, niemanden zu Nahe zu treten. Die genannten Varianten sind auf jeden Fall gut durchdacht, sehr phantasievoll, sicher unterhaltsam und mögen bei der richtigen Ausdrucksweise helfen.

Ob damit die Vorurteile, Befindlichkeiten und Probleme der Trans-, Gender, CIS, Fluent und was es alles gibt gelöst werden, ist zweifelhaft und ob das derzeit wirkich das Hauptproblem im britischen Gesundheitswesen ist, wohl ebenfalls. Aber als bunter Einwurf in der derzeitigen Lage der Krankenhäuser eine willkommen Bereicherung.

Ein wenig erinnert es an die Geburtsbadewannen in den Geburtskliniken, die zwar als Mindestvoraussetzungen für eine leichte und schöne Geburt galten, aber in der Praxis fast nie im Einsatz waren. Für die Auswahl der Geburtsklinik waren sie jedoch entscheidend. Deshalb wird auch diesem Trend gefolgt werden und es wird bald in allen Kliniken ein Handbuch geben. Bis ein neuer Trend kommt.

Toleranz findet in den Köpfen statt

Toleranz findet in den Köpfen statt und nicht in der aufgezwungenen Freundlichkeit der Sprache. Die Gleichbehandlung der Frauen wurde nicht erreicht, weil die Bibel in gerechte Sprache von 50 Personen übersetzt wurde und damit alle männlichen Wörter durch weibliche ausgetauscht wurden. Ganz im Gegenteil, durch diese Übersetzung in eine rein feminine Sichtweise haben die Autoren damit alle diversen Mitmenschen benachteiligt, beleidigt oder angegriffen. Damit ist diese Übersetzung heutzutage ein Affront an das dritte Geschlecht und schon wieder obsolet. Es müsste ein Übersetzung kommen die da lautet:

Die Bibel in noch gerechtere Sprache, aber ob das hilft mag ebenfalls bezweifelt werden.

Hebamme ist Gebärunterstützungsperson

Ein Fehler ist uns dann doch noch aufgefallen es wird immer von „Midwifes“ (Frauen dazwischen/Frauen in der Mitte/Zwischenfrauen?) gesprochen oder in Altdeutsch „Hebammen“. Ein geradezu anachronistischer Begriff, der ersetzt werden müsste mit „Person, die Baby raushilft“, „Gebärunterstützungsperson“ oder in englisch dann „Midpersons“ (mittlere Personen) oder unser Favorit: „Mitschreiperson“? Es ist schwer, da ernst zu bleiben. Das möge uns die genigten Personen nachsehen.

In eigener Sache: Es ist schade, da mache ich seit 24 Jahren eine Webseite für Frauen und plötzlich gibt es sprachlich keine mehr. Ich vermisse Euch schon jetzt.

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