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Die letzten Wochen einer Schwangerschaft sind schon sehr speziell. Deine ziemlich eingeengten Organe rotieren auf Hochtouren, während Dein Uterus ungefähr dem Volumen von zwei Fußbällen entspricht. An eine bequeme Position beim Sitzen oder Liegen ist schon lange nicht mehr zu denken und das ständige Herumstehen ist nicht wirklich eine erstrebenswerte Alternative. Hinzu kommen vielleicht auch bei Dir Taubheitsgefühle in den Armen, die immer mal wieder von heftigen Wadenkrämpfen übertönt werden.

Diese wirklich massiven körperlichen Beeinträchtigungen im Konzert mit Hormonschwankungen der besonderen Art führen zu immer heftigeren Stimmungsschwankungen, die leider sehr gern lange Zeit im untersten Bogen verharren. Da nimmt es nicht wunder, dass viele Frauen während der letzten Wochen vor der Geburt die schlechte Laune für sich gepachtet haben.

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Stimmungsschwankungen sind während der Schwangerschaft völlig normal

Ganz besonders das erste und letzte Drittel der Schwangerschaft, und beide zusammen machen nach Adam Riese immerhin circa sechs Monate aus, sind bei schwangeren Frauen von Stimmungsschwankungen gekennzeichnet. Diese gehen so weit, dass immerhin bis zu zwölf Prozent der Schwangeren unter depressiven Verstimmungen und sogar richtigen Depressionen leiden. Auf der anderen Seite, was die Sache etwas gerecht erscheinen lässt, kommt es in etwa ebenso häufig zu ganz euphorischen Stimmungslagen. „Zum Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt“ beschreibt die Lebenssituation der schwangeren Frau recht treffend.

Für die Menschen im Lebensumfeld der schwangeren Frau ist das meistens nur schwer nachvollziehbar, aber da müssen sie sich mit viel Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen einfach nur durchkämpfen. Während einige Frauen während der letzten Schwangerschaftswochen ungeheure Energiemengen mobilisieren können, bedeutet gerade diese Zeit für andere Frauen die Hölle auf Erden und ihre übliche Reaktion heißt „schlechte Laune“.

Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass die letzten SSW von einem hohen Schlafdefizit gekennzeichnet sein können. Vor diesem Hintergrund können wir konstatieren, dass Stimmungsschwankungen und damit einhergehend auch schlechte Laune gegen Ende der Schwangerschaft normal sind. Insofern darf das als „harmlos“ und noch lange nicht als eine Depression angesehen werden.

Verzweifelt Traurig Deprimiert Füße Hände
Verzweifelt: Werde ich das alles schaffen?

Angst frisst Seele auf

So gar keine Angst vor der Geburt zu haben, wäre wohl eher unnormal. Damit einher gehen natürlich die Sorge um die Gesundheit des Kindes und nicht zuletzt die Bedenken hinsichtlich der ersten Zeit nach der Geburt:

  • Werde ich das alles schaffen?
  • Erfahre ich genügend Unterstützung von meiner Familie?
  • Kann ich meinem Baby überhaupt gerecht werden?

So versucht sich unsere Seele vorzubereiten in dem Wissen, dass es nicht einfach werden wird. Aber auch das ist ganz normal und von der Natur so gewollt, wenngleich ein weiterer Grund für Stimmungsschwankungen. Wovon wir in dieser Phase auf jeden Fall abraten, das ist das Lesen von Räuberpistolen über schwere Geburten, Behinderungen bei Babys und Probleme beim Stillen, damit machst Du Dich nur unnötig verrückt.

Schnell einschlafen – Jeder kann es

Schlechte Laune und Depression sind zwei Paar Schuhe

Wenn die Stimmungsschwankungen die Talsohle gar nicht mehr verlassen wollen, ist ein Besuch beim Frauenarzt fällig, denn es könnte sein, dass sich eine Schwangerschaftsdepression manifestieren will. Um sicherzugehen, dass es sich um eine prä- beziehungsweise postnatale Depression handelt, wurde extra ein spezieller Fragebogen entwickelt, den man Dich bitten wird, auszufüllen.

Als Grundlage für die Auswertung dient hier die „Edinburgh Postpartum Depression Scale“. Dieser Fragebogen beinhaltet zehn Fragen zu Deinem persönlichen, seelischen Befinden. Das Besondere an der Schwangerschaftsdepression ist, dass die Symptome sogar direkt auf das ungeborene Kind übergehen können. Nicht selten verzögert sich dadurch das Wachstum des Kindes, sogar die Auslösung einer Frühgeburt ist zu beobachten.

Darmbakterien gegen Depressionen

Was tun gegen Stimmungsschwankungen während der Schwangerschaft?

Bei akut auftretenden Stimmungsschwankungen oder ganz besonders schlechter Laune gilt es, einmal in Ruhe in sich zu kehren, um die Schwangerschaft gedanklich und bewusst konzentriert in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen. Dabei darfst Du Dich einmal selber loben für all das, was Du bisher geleistet und auch demütig ertragen hast. Darauf kannst Du mit Fug und Recht stolz sein. Viele „Beschwerden“ Deines Körpers haben absolut nichts mit einer Krankheit zu tun, sondern sie sind Ausdruck des heranwachsenden Lebens, Deines Kindes, in Deinem Bauch.

Und je heftiger es zuweilen unangenehm gegen Deine Bauchdecke strampelt, desto quietsch-fideler ist ja Dein Kind. Was sich sehr bewährt hat, das ist die Führung eines Tagebuchs, am besten altmodisch analog mit einem kleinen Büchlein. Hier trägst Du nicht nur die verschiedenen Stadien der Schwangerschaft ein, sondern verarbeitest mit dem Aufschreiben auch Deine guten und schlechten Gefühle. Später wird das Büchlein ein kleiner Schatz sein, wenn Du Deinem Kind daraus vorlesen wirst, insbesondere dann, wenn Du eine Tochter haben wirst.

Der große Moment – die Geburt

Unbedingt den Partner einbeziehen

Was ganz gewiss hilfreich ist, das ist stets das offene Gespräch mit Deinem Partner, der dadurch mit Deiner schlechten Laune viel besser umgehen kann, was im Ergebnis positiv auf Dich zurückspiegelt. Auf diese Weise redest Du Dir zugleich den ganzen Ballast von Deiner Seele. Dein Partner soll Dich verwöhnen und Dir seine Zuneigung zeigen, auch und gerade, wenn Du schlechte Laune hast.

Im Übrigen wartet da schon das Babyzimmer, das liebevoll eingerichtet werden möchte. Das ist eine besonders kreative Tätigkeit, die Deine Vorfreude auf das Kind so richtig aufschäumen lässt und Euch vielleicht dazu veranlasst, noch mal gemeinsam die Liste der aktuell beliebtesten Kindernamen durchzugehen. Denke immer daran, dass Dein Kind im Bauch wahrscheinlich schon hören kann. Es ist überhaupt nicht albern, dem Kind schon jetzt etwas vorzusingen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Baby nach der Geburt wesentlich stärker auf die Stimme der Mutter reagiert als auf die Stimmen anderer Personen.

Musiktherapie bei Depression

Jede Depression bedarf der Therapie

Leichtere depressive Verstimmungen während der Schwangerschaft müssen nicht gleich behandelt werden. In solchen Fällen sind unterstützende Beratungen durch Geburtshelfer oder Gynäkologen meistens ausreichend. Die Grenze zur Depression oder gar zur schweren Depression, die unbedingt zeitnah psychotherapeutisch zu behandeln ist, ist allerdings fließend und lässt sich nicht in jedem Fall so eindeutig ziehen.

Bedenke dabei aber, dass gerade Medikamente aus der Reihe der Psychopharmaka die Entwicklung des Gehirns Deines Kindes arg und nachhaltig schädigen können. In aller Regel berücksichtigt dies aber der behandelnde Neurologe oder Psychiater.

Es ist in der Tat auch für den Spezialisten nicht so einfach, schwere schwangerschaftsbedingte Stimmungsschwankungen von echten Depressionen klar zu unterscheiden. Wenn an dieser Stelle nicht rechtzeitig in der richtigen Weise gegengesteuert wird, ist die Wahrscheinlichkeit einer Wochenbettdepression deutlich erhöht und es kann sogar die Mutter-Kind-Beziehung auf Dauer beeinträchtigt sein.

Falls Du Dich an der Diskussion mit einem eigenen Beitrag beteiligen möchtest, schreibe Deine Erfahrungen bitte in unser Forum Schwangerschaftsbeschwerden.

 

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