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Schürfwunden und kleine Schnitte richtig behandeln

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Schürfwunden und kleine Schnitte richtig behandeln
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(pgk) Aaaauuuuuu! – schon wieder ist das Knie aufgeschlagen. Das tut zwar weh, ist aber kein Weltuntergang, auch wenn das Geschrei kleiner Unglücksraben mitunter so klingen mag. Ob das Kind zum Arzt muss oder die erste Hilfe von Mami oder Papi genügen, entscheidet natürlich die Art der Verletzung

Eine Schürfwunde ist – medizinisch gesehen – eine oberflächliche Wunde mit unscharfen Wundrändern. Gleich nach dem Sturz bildet sich ein Netz von durchsichtigen Fasern auf der Wunde, die sie vor weiterer Verunreinigung schützt.

Die blutende Wunde sollte vorsichtig mit einem sauberen Tuch abgetupft werden. Auswaschen sollte man die Wunde nicht unbedingt, denn durch das Wasser könnten Keime in die Wunde gelangen.

Sind kleine Wunden verunreinigt, dann lassen sie sich mit dreiprozentiger Wasserstoffperoxidlösung ausspülen. Danach sollte die Wunde mit einer Jod-Lösung aus der Apotheke desinfiziert werden. Nicht geeignet sind Wundpuder, Blätter oder Pflanzenstängel, ebenso wenig Honig. Honig hat zwar eine desinfizierende und wundheilende Wirkung, handelsübliche Sorten enthalten allerdings auch Bakterien-Sporen.

Ist die Wunde getrocknet, dann halten Salben die Wundränder geschmeidig. Heilungsfördernd sind Salben mit Dexpanthenol, Kamille oder Ringelblume. Sinnvoll ist auch ein weiches, luftdurchlässiges Pflaster.

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Achtung: Schürfwunden können andere Verletzungen wie Knochenbrüche, Gelenk- oder innere Verletzungen verdecken. Wenn das Kind starke Schmerzen beim Bewegen des verletzten Armes oder Beines hat, wenn es über Bauchschmerzen oder Kreislaufbeschwerden klagt, ist der Gang zum Arzt angebracht.

Wann den Arzt fragen

Ein Arzt sollte auch gefragt werden, wenn die Wunde nach zwei bis drei Tagen nicht heilen will, wenn sie gerötet ist, warm wird und anschwillt, schmerzt und pocht, eitert, nässt. Bildet sich gar ein roter Streifen, der auf eine Ausbreitung über die Lymphbahnen hinweist: Sofort zum Arzt!

Kleine Schnitte heilen in der Regel genauso problemlos aus wie Schürfwunden. Schnitte weisen glatte Wundränder auf. Der Körper wird mit der Wunde am besten fertig, wenn die Wundränder direkt nebeneinander liegen. Besteht ein Spalt, dann muss der Körper diesen überbrücken, es bildet sich eine Narbe.

Man kann versuchen, kleinere Schnitte mit einem Heftpflaster zu schließen. Schnitte, die länger als ein Zentimeter sind, weit auseinander klaffen oder tief sind, werden vom Arzt genäht oder geklammert. Blutet die Wunde stark und kann sie auch mit einem Druckverband nicht gestillt werden, dann ist dies ebenfalls ein Fall für den Arzt.

Achtung Infektion

Bei jeder noch so kleinen Wunde besteht außerdem die Gefahr einer Infektion mit Wundstarrkrampf- Bakterien (Tetanus). Heute noch enden 30 bis 50 Prozent der Fälle tödlich. Das Bakterium Clostridium tetani kommt fast überall vor und vermehrt sich schnell in sauerstoffarmer Umgebung.

Es scheidet bei der Vermehrung Gift aus, das zu einer Entzündung im Körper führt. Entlang der Nervenbahnen gelangt das Gift ins Gehirn. Nach 3 bis 60 Tagen kommt es zu äußerst schmerzhaften Krämpfen der Muskulatur. Sie beginnen im Gesicht und breiten sich auf den Körper aus. Auch eine Atemlähmung ist möglich. Weitere Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, beschleunigte Atmung und schneller Herzschlag.

Ein sicherer Schutz ist die Impfung, der zehn Jahre hält. Bei einer Verletzung wird schon nach fünf Jahren wieder geimpft. Dabei gleich an die Diphtherie- und eventuell Keuchhus tenauffrischung denken – mit einem Kombinationsimpfstoff. Ausführliche Informationen zu den Impfungen finden Sie auf der Internet-Seite des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. www.dgk.de, Stichwort: Impfen.

Zur Erstversorgung von Wunden gehört in jede Hausapotheke:

  • Wund- und Heilsalbe, Gel gegen Verbrennungen (meist in Kombination gegen Insektenstiche erhältlich)
  • Mittel zur Desinfektion von Wunden
  • Sortiment an Verbandmitteln mit Mullbinden, sterilen Kompressen, Pflaster,
  • Fixierpflaster, Einmalhandschuhen, Schere, elastische Binden zur Ruhigstellung von Gelenken

Bearbeiter: Denis Lichtner

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