Montag, Oktober 19, 2020
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Sicher wohnen mit Kleinkindern

Wie man den Nachwuchs daheim vor Verletzungen schützt

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Mindestens 1,84 Millionen Kinder unter 15 Jahren verletzen sich laut Bundesgesundheitsministerium jährlich in Deutschland. Das Tragische daran: Die meisten dieser Unfälle – rund 44 Prozent -geschehen im vermeintlich sicheren Zuhause. Viele davon könnten vermieden werden, wenn Eltern die Gefahren in den eigenen vier Wänden besser kennen würden.

Denn hier in gewohnter Umgebung sitzt jeder Handgriff, ist jeder Weg bereits tausendfach beschritten und jeder Winkel bekannt. Doch die Experten warnen: Gerade diese häusliche Routine führt zu Unachtsamkeit und Nachlässigkeit. Um den Blick für die lauernden Gefahren zu schärfen, geben die Experten einige Tipps, wie man den Nachwuchs zu Hause vor Verletzungen schützt.

Die Küche

Hier brutzelt, brodelt und zischt es, hier duftet es meistens ganz wunderbar und hier ist der kochende Elternteil zu bestimmten Tageszeiten regelmäßig zu finden. Gleichzeitig lauern in der Küche auch etliche Gefahren auf den neugierigen Nachwuchs. Zu den wichtigsten Sicherungsmaßnahmen sollte daher ein Herdschutzgitter gehören.

Dieses verhindert, dass sich Kinder an heißen Herdplatten oder Töpfen verbrennen oder gar einen Topf mit heißem Inhalt vom Herd ziehen. Die Experten raten zudem, nach Möglichkeit eher auf den hinteren Platten zu kochen und die Stiele von Töpfen zur Seite zu drehen, so dass sie nicht über die Herdkante hinausragen. Für den Ofen gibt es Herdtürstopper, mit denen sich die Ofentür nicht mehr selbständig öffnet.

Für Schubladen raten die Experten zu einem Schubladenschutz, damit scharfe und spitze Gegenstände wie z. B. Messer, Scheren und Korkenzieher sicher liegen. Bei Küchengeräten wie Wasserkocher, Toaster und Co gilt: So weit wie möglich an die Wand damit und nach Gebrauch in gesicherten Schränken verstauen. Chemikalien gehören in Oberschränke oder verschließbare Gitterkörbe. Auf keinen Fall sollten Eltern sie in Gefäße umfüllen, die Kindern bekannt sind, wie etwa Marmeladengläser oder Saftflaschen.

Das Bad

Empfindliche Kinderhaut trägt bereits Verbrennungen dritten Grades davon, wenn eine 54 Grad heiße Flüssigkeit 30 Sekunden auf sie einwirkt. Bevor das Kind in die Wanne gesetzt wird, sollte die Wassertemperatur daher nicht nur mit einem Thermometer, sondern am eigenen Unterarm überprüft werden – 38 Grad sind optimal.

Die Experten raten dringend davon ab, heißes Wasser nachzufüllen, während das Kind im Wasser sitzt. Zu den häufigsten und gleichzeitig leisesten Todesarten im Kindesalter gehört Ertrinken. Daher gilt: Babys und Kleinkinder, auch wenn sie bereits alleine sitzen können oder in speziellen Baby-Badesitzen für große Wannen sitzen, niemals unbeaufsichtigt baden lassen.

Das Kinderzimmer

Die Sicherheit in diesem Raum beginnt im Bett: Der Abstand der Stäbe eines Gitterbettchens sollte nicht mehr als 12 cm betragen und das Schutzgitter muss ausreichend hoch sein. So kuschelig es auch sein mag: Weiche Kissen, Bettdecken, Stofftiere, flauschige Nestchen oder Schaffelle haben im Babybett nichts zu suchen. Sie könnten über den Kopf des Kindes rutschen und es ersticken. Die Experten raten zu einem praktischen Schlafsack für Babys und Kleinkinder.

‚Immer eine Hand am Kind‘ heißt die Devise am Wickeltisch. Auch wenn es nur der kurze Gang zum Kleiderschrank oder der Griff zum Telefonhörer ist: Babys sollten nie allein auf dem Wickeltisch liegen.

Eltern sollten sich alles Wichtige zum Wickeln vorher in Griffnähe legen. Die ideale Raumtemperatur im Schlafzimmer liegt übrigens bei 18 Grad Celsius.

Sturzgefahren

Balkone, Treppen, Fenster – es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, daheim zu stürzen. Und egal ob auf allen Vieren oder schon auf zwei Beinen: Der neugierige Nachwuchs ist meist schneller, als Erwachsene denken können. Daher raten die Experten, den Kleinen das Klettern so schwer wie möglich zu machen. Stühle, Sessel, Regale oder Tische beispielsweise gehören nicht in die Nähe von Fenstern.

Balkone sollten mit einem sicheren, ausreichend hohen Geländer ausgestattet sein. Hier draußen sind Getränkekisten, Balkonmöbel oder Balkonpflanzen gefährliche Kletterhilfen, die möglichst nicht direkt am Balkongeländer stehen sollten. Experten empfehlen Sicherheitssperren, mit denen sich Fenster und Balkontüren nur noch einen Spalt weit öffnen lassen.

Ein Klassiker für schmerzhafte Stürze sind Treppen. Daher sollten in den ersten zwei Lebensjahren des Kindes 65 cm hohe, stabile Sturzgitter angebracht werden. Größere Kinder, so die Experten, lädt das Gitter eher zum Klettern ein und erhöht dadurch die Sturzgefahr.

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