Montag, Januar 17, 2022
StartMagazinSchuleGiftiges Klassenzimmer

Giftiges Klassenzimmer

Konzentrationsschwächen durch Schadstoffe in Schulen

(pgk) Schimmelpilze, Feinstaub und Kohlendioxid, aber auch polychlorierte Biphenyle
(PCB)1, die nicht nur das Nervensystem schädigen, sondern auch die Schleimhäute und das Immunsystem beeinträchtigen und langfristig Tumore begünstigen können, Flammschutzmittel in Computern oder Weichmachern in PVC-Fußbodenbelägen, die schwere allergische und toxische Reaktionen auslösen können – all diesen Giften sind bundesweit viele Menschen täglich ausgesetzt, besonders Schüler.

Die PCB-Anwendung wurde in Deutschland Ende der 70er-Jahre beschränkt. Seit 1983 ist die Herstellung vollständig eingestellt. Seit den späten 80ern dürfen in Deutschland auch keine PCB-haltigen Stoffe mehr in den Verkehr gebracht werden. Da die meisten Schulgebäude jedoch schon mehr als 20 Jahre alt sind, rechnen die Experten damit, dass es trotz des Verbots zu weiteren Krankheitsfällen kommt.

Schätzungen zufolge sind mindestens 10.000 öffentliche Gebäude in Deutschland allein mit PCB verseucht, darunter viele Schulen. Betroffen seien in Deutschland mehr als 5.000 Schulen, die hauptsächlich in den 60er-und 70er-Jahren gebaut wurden. Schadstoffe in Klassenzimmern können nach Ansicht von Dr. Frank Bartram, Umweltmediziner und Vorstandsmitglied der Interdisziplinären Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED) bei Kindern zu Konzentrations-und Lernstörungen führen: „Plötzliche Leistungsknicke und Aufmerksamkeitsdefizite sind häufige Folgen.“

„Kinder sind besonders betroffen, da ihr Nervensystem und ihre Entgiftungssysteme noch nicht ausgereift sind“, betont Bartram. Die Belastung durch giftige Chemikalien an Schulen, aber auch im Wohnumfeld der Kinder habe in den vergangenen Jahren zu einer Zunahme von Gesundheitsstörungen wie Allergien, Konzentrationsmängeln und Lernstörungen geführt.

„Das ist nicht hinnehmbar“, so Bartram, „hier muss der Gesetzgeber endlich tätig werden und einen vorsorgenden Schutz unserer Kinder vor gefährlichen Chemikalien gewährleisten.“

Um Schüler und Lehrer vor Schadstoffen in Klassenzimmern schützen zu können, müssen Schulen künftig besser auf gefährliche Chemikalien hin untersucht werden. Dies fordern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Interdisziplinäre Arbeitskreis Umwelt und Gesundheit Rhein-Main und die IGUMED.

Bearbeiter: Kerstin Tesch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen von Adeba.de Mit dieser Kommentarfunktion erheben wir personenbezogene Daten nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO. Unter dem Grundsatz der Datensparsamkeit und Datenvermeidung erfragen wir an dieser Stelle lediglich Ihre E-Mail-Adresse als Pflichtangabe, um – ebenfalls per E-Mail – Ihre Anfrage zu bearbeiten und darauf antworten zu können. Die Datenverarbeitung zum Zwecke der Kontaktaufnahme mit uns erfolgt nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO auf Grundlage Ihrer freiwillig übermittelten Daten. Da sie hier öffentlich posten werden Ihre übermittelten Daten für immer öffentlich gespeichert und angezeigt Unsere Datenschutzerklärung ist für Sie unter Datenschutzerklärung abrufbar. Um Ihre Daten zu schützen, nutzen wir für die Übertragung das TLS Verschlüsselungsverfahren (SHA256 / 2048 bit) im Sinne des §9 BDSG. Somit gewährleisten wir, dass Ihre Daten bei der elektronischen Übertragung, während des Transports und der Speicherung nicht unbefugt gelesen, kopiert, verändert oder entfernt werden können.

Immer zuerst informiert

638NachfolgerFolgen

Sag es Deinen Freunden:
DU ZUERST:

Aktuellste THEMEN

Aktuell

Tattoo – Lust oder Gefahr?

(XTA) Für Tätowierer ist die Farbe Blau definitiv eine der besten. Es ist nicht nur ein großartiges Pigment, sondern es ist auch dafür bekannt,...

Beliebt auf Adeba