Freitag, April 3, 2020
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Schlaganfall: Keine reine Alterskrankheit

300 Kinder, auch Babies, pro Jahr erleiden einen Schlaganfall

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(pgk) Der Schlaganfall ist bei weiten nicht nur ein Problem von älteren Menschen. Auch etwa 300 Kinder pro Jahr erleiden einen Schlaganfall, sogar Babys im Mutterleib. Die Dunkelziffer liegt allerdings viel höher, denn ein kindlicher Schlaganfall ist schwer zu diagnostizieren und wird daher selten als solcher erkannt.

In Zusammenarbeit mit vielen anderen Kinderkliniken betreibt seit 1996 ein Ärzteteam der Universitätskinderklinik Münster Ursachenforschung. Im Rahmen der ESPED-Studie (Erhebungseinheit für seltene pädiatrische Erkrankungen in Deutschland) wurden bisher Daten von rund 800 Schlaganfallkindern erfasst.

44 Prozent der Kinder waren zwischen sechs Monaten und acht Jahren alt, als sie einen Schlaganfall bekamen. Jeweils fast 30 Prozent waren noch jünger oder älter als neun. Im Gegensatz zu Erwachsenen sind die Ursachen für den kindlichen Schlaganfall weniger Bluthochdruck oder Arteriosklerose. Vielmehr spielen die erbliche Veranlagung zu einer Blutgerinnungsstörung, unerkannte Herz- oder Gefäßgrunderkrankungen in Kombination mit einem akuten Ereignis wie einer Operation, einem Trauma oder einer Infektion eine Rolle. Bei fast einem Drittel der kindlichen Schlaganfälle bleibt die Ursache unbekannt.

Im Mai 2005 erlitt beispielweise ein vierjähriges Mädchen aus Hamburg in Folge einer Windpockenerkrankung einen schweren Schlaganfall mit einer linksseitigen Lähmung. Nach Angaben der Universitäts-Kinderklinik in Münster lassen sich etwa zehn Prozent aller Schlaganfälle im Kindesalter auf eine vorangegangene Windpockenerkrankung zurückführen. Seit 2004 ist die Varizellenimpfung Standard für Kinder im zweiten Lebensjahr.

Die Folgen eines Schlaganfalles reichen von Lernstörungen bis zu halbseitigen Lähmungen. Eine Schwerstbehinderung tragen aber nur zehn Prozent der Betroffenen davon. Häufig sind Lern- und Sprachschwächen, die jedoch therapiert werden können. Oft kommt es auch zu Angst- oder Aggressionsstörungen. Bei der Hälfte aller kleinen Patienten aber sind keine oder kaum Folgeschäden zu beobachten. Wichtig ist, dass der Infarkt schnell erkannt und behandelt wird.

.. Informationen zum „Team Schlaganfall und Kinder“ an der Universitäts-Kinderklinik Münster finden Sie unter:

http://paediatrie.uni-muenster.de

.. Die deutsche Schlaganfallhilfe bietet betroffenen Eltern einen Erfahrungsaustausch an. Weitere Informationen finden Sie unter:

www.schlaganfall-hilfe.de

Bearbeiter: Kerstin Tesch

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