Donnerstag, Dezember 12, 2019
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Medical Wellness – Im Urlaub Gesundheit tanken

Medical Wellness als neuer Wirtschaftsfaktor in der Tourismus-Branche

Die Deutschen lieben den Wellness-Tou­ris­mus, immer mehr Menschen möchten hierzulande ihren Urlaub mit Medical Wellness* verknüpfen. In unserem leider stets zu kurzen Urlaub möchten wir so viel wie möglich erreichen:

Entspannung von der Arbeit, körperlich ausruhen, viel Zeit mit unseren Kindern verbringen. Für die Gesundheit soll natürlich auch etwas dabei sein, zum Beispiel ein totaler Check-up, Beratung durch Spezialisten oder auch gleich ein Bündel geeigneter Anwendungen durchziehen.

* Medical Wellness – basiert auf einer Kombination von herkömmlicher medizinischer Behandlung, alternativer Behandlungsmethoden und dem Relaxen gemäß dem traditionellen SPA-Bereich.

Beispiel Medical Wellness in Kroatien

Beispiel Medical Wellness in Malaysia

Beispiel Medical Wellness in der Türkei

Fakten und Daten zu Medical Wellness

Medical Wellness ist inzwischen zu einem festen Bestandteil des Lebens der Deutschen, aber auch anderer Europäer geworden. Dazu ein paar Daten des „Deutschen Medical Wellness Verbandes“:

  • 89 Prozent aller Urlauber entscheiden sich für einen Gesundheits-Wellness-Urlaub pro Jahr.
  • 51 Prozent machen sogar jedes Jahr mehrere Wellness-Urlaube.
  • 48 Prozent suchen ihr Hotel danach aus, ob es dort Angebote von Gesundheitsprogrammen gibt.
Lutz Lungwitz 1. Vorsitzender Deutscher Medical Wellness Verband e.V.
Lutz Lungwitz 1. Vorsitzender Deutscher Medical Wellness Verband e.V.

ITB Berlin 2019 und Medical Wellness

Vor Kurzem fand in Berlin die weltgrößte Reisemesse „Internationale Tourismus Börse“ (ITB) statt. Ein wichtiger Diskussionspunkt war dieses Mal der Anspruch des modernen Touristen und die Frage danach, welche Antworten der Wirtschaftszweig des Wellness-Tourismus darauf geben kann.

Interview

Die Fragen von Adeba.de beantwortete der Vorsitzende des Deutschen Medical Wellness Verbandes Lutz Lungwitz wie folgt:

Adeba: „Herr Lungwitz, könnte man sagen, dass sich der Wellness-Tourismus in letzter Zeit besonders dynamisch entwickelt?“

Lungwitz: „Ja, das erkenne ich ganz klar so. Die Ansprüche der Touristen wachsen eindeutig. So ungefähr 48 Prozent der deutschen Touristen interessieren sich sehr für Wellness-Tourismus und wollen ihren Urlaub nicht mehr nur passiv am Strand liegend verbringen, sondern zugleich auch etwas Nützliches für ihre Gesundheit tun.

Das bedeutet, dass es für die Hotels jetzt immer wichtiger wird, mit einem SPA-Bereich aufwarten zu können. Dabei muss es sich nicht unbedingt um einen riesigen Schwimmingpool handeln, aber es sollte im Hotel unbedingt einen guten Wellness-Bereich einschließlich Sauna geben.

Aber das ist noch nicht alles, denn die nächste Frage der Gäste weist stets in die Richtung nach den Möglichkeiten für medizinische Behandlungen. Wir haben es hierbei vielleicht mit einer neuen Dimension der Entwicklung der Tourismus-Industrie zu tun. Man könnte das als „Medical Wellness“ oder auch „Healthy Tourism“ bezeichnen, was nach meiner Meinung nur eine Definitionsfrage ist, im Grunde meint beides aber das Gleiche.“

Adeba: „Das heißt also, die Touristen wünschen sich eine Möglichkeit, während ihres Urlaubs einen Arzt aufsuchen zu können, um gegebenenfalls gleich ihre gesundheitlichen Probleme mit erledigen zu können?“

Lungwitz: „Ja, ganz besonders dann, wenn die Touristen im Ausland, zum Beispiel in Polen oder Spanien, Urlaub machen, suchen sie oftmals die Beratung von Ärzten, zum Beispiel mit Blick auf die berühmte „zweite Meinung“ und auch hinsichtlich der verschiedenen infrage kommenden Behandlungsmethoden. Viele Hotels haben schon darauf reagiert und bauen gerade diesen Bereich aktiv aus, indem sie die Qualität ihres medizinischen Services durch eine intensive Zusammenarbeit mit Ärzten deutlich steigern.“

Adeba: „So gesehen müssen moderne Familienhotels das komplette Service-Spektrum von der Animation für Kinder bis zur medizinischen Behandlung der Erwachsenen im Angebot haben. Also für alle Familienmitglieder etwas? Während die Kinder spielen oder unterhalten werden, bekommen die Erwachsenen kosmetische und medizinische Anwendungen?“

Lungwitz: „Ja, genau diesen Weg haben die Hotels jetzt eingeschlagen. Und das kann man unterhaltsam gestalten. Zum Beispiel werden auch die Programme für die Kinder am gesunden Lebensstil orientiert. Es ist ja kein Geheimnis, dass viele moderne Kinder zu Übergewicht neigen, sogar zu Adipositas. Diesen Kindern kann und sollte man auf spielerische Art beibringen, sich richtig zu ernähren, gerade weil ja die Hotels die Möglichkeit dazu haben, eine ausgewogene Ernährung anzubieten. An guten Ideen jedenfalls fehlt es nicht. Am Spiel mit den Kindern kann zum Beispiel ein Logopäde beteiligt werden oder ein Zahnarzt erteilt dabei eine Lektion darüber, wie man seine Zähne richtig pflegt und so weiter.

Im Prinzip können solche gesundheitsfördernden Reisen dazu dienen, dass sich die ganze Familie einen gesunden Lebensstil angewöhnt, angefangen von körperlichen Übungen bis zu den Essgewohnheiten. In dieser anderen Situation fernab der eigenen vier Wände funktioniert das fast automatisch und ganz natürlich.“

Adeba: „Es liegen inzwischen Daten vor, die belegen, dass in wirtschaftlichen Krisensituationen wie zum Beispiel in den Jahren 2008 und 2009 derartige Branchen wie der Medical und der Wellness Tourismus kaum betroffen sind.“

Lungwitz: „Feststeht, dass das gesamte Segment des touristischen Business in den letzten zehn Jahren stabil gewachsen ist, wovon übrigens auch benachbarte Branchen wie das Versicherungswesen profitieren, die diesbezüglich neue Produkte für ihre Kunden entwickelt haben.

Für unsere Gesellschaft steht doch fest, dass wir sehr wahrscheinlich länger als unsere Eltern arbeiten müssen, das heißt, man muss solange wie möglich gesund und arbeitsfähig bleiben. Auf der anderen Seite bietet uns die moderne Zeit viele tolle Möglichkeiten in den Bereichen Sport, Hobby, Unterhaltung, um im Zuge deren Ausübung länger gesund und fit zu bleiben.“

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