Freitag, September 18, 2020
- Advertisement -
Start Baby Kinderwunsch Spenderkinder: Suche nach dem biologischen Vater wird einfacher

Spenderkinder: Suche nach dem biologischen Vater wird einfacher

Das neu eingeführte Samenspender-Register

Sag es Deinen Freunden: Zuerst wirst Du informiert:

Die Suche nach dem biologischen Vater war für Spenderkinder in Deutschland bisher ein steiniger Weg. Einen Rechtsanspruch auf Auskunft, wer ihr Erzeuger ist, bestand nicht. Die Kliniken waren noch nicht einmal verpflichtet, die Daten von Spendern zu speichern. Das hat sich laut ARAG Experten zum 1. Juli 2018 mit der Einführung eines zentralen Samenspender-Registers geändert.

Das neue Gesetz

Zukünftig haben Menschen, die nach dem 30.06.2018 mit einer Samenspende gezeugt wurden, einen gesetzlichen Auskunftsanspruch auf Informationen zum Spender. So sieht es das “Gesetz zur Regelung des Rechts auf Kenntnis der Abstammung bei heterologer Verwendung von Samen” (SaRegG) vor. Der Bundestag hatte es kurz vor Ende der vergangenen Legislatur, im Juli 2017, beschlossen. Darin wurde festgeschrieben, dass beim “Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information” (DIMDI) ein Samenspender-Register einzurichten und zu führen ist. Der Gesetzgeber wollte damit sicherstellen, dass Spenderkinder einen Rechtsanspruch darauf haben, ihren biologischen Vater zu kennen.

Was wird gespeichert?

Die Entnahmeeinrichtungen müssen künftig eine eindeutig identifizierbare Spendennummer oder eine Spendenkennungssequenz vergeben. Hieraus muss der Spender identifizierbar sein, § 2 SaRegG-E. Gleichzeitig sollen mit dem Gesetz aber auch die Interessen des Spenders an dem Schutz seiner personenbezogenen Daten in hinreichender Weise geschützt werden. Im Samenspenderregister gespeichert werden nur die nach §§ 5 – 7 SaRegG exakt definierten personenbezogenen Daten des Samenspenders und der Empfängerin der Samenspende. Diese sind u.a.

  • Familienname,
  • Vorname,
  • Geburtstag und Geburtsort,
  • Anschrift sowie
  • freiwillig vom Samenspender zusätzlich gemachte Angaben zu seiner Person wie seinem Aussehen, seiner Schulbildung und der Beweggründe für seine Samenspende.

Die Dauer der Datenspeicherung beträgt 110 Jahre.

Wer erhält Auskunft?

Auskunftsberechtigt ist gemäß § 10 SaRegG-E jede Person, die vermutet, mittels einer Samenspende gezeugt worden zu sein. Die Geltendmachung des Auskunftsanspruchs erfolgt durch einen formlosen Antrag beim DIMDI mit der Vorlage einer Kopie der Geburtsurkunde und des Personalausweises. Sowohl der Samenspender als auch die Empfängerin der Samenspende werden unmittelbar nach Erfassung und Speicherung ihrer personenbezogenen Daten über die Speicherung informiert. Im Falle einer beabsichtigten Auskunft an eine auskunftsberechtigte Person ist der Samenspender über die anstehende Auskunftserteilung 4 Wochen vorher zu informieren § 10 Abs. 5 SaRegG.

Gesetz gilt nur für zukünftige Fälle

Für bereits durch Samenspende gezeugte Personen ändert sich wenig, denn das Gesetz gilt nicht rückwirkend. Das liegt laut ARAG Experten daran, dass eine nachträgliche Erfassung personenbezogener Daten wegen der möglichen Einwilligungsvorbehalte auf nicht zu überwindende rechtliche Hindernisse stößt.

Den Spenderkindern, die jetzt ihren biologischen Vater ausfindig machen wollen verbleibt insoweit nur die Möglichkeit, die Entnahmeeinrichtung ausfindig zu machen und von dieser dann die gewünschte Auskunft zu verlangen. Sind dort die Unterlagen wegen Ablaufs der bisher dreißigjährigen Aufbewahrungsfrist bereits vernichtet, bleiben für die durch Samenspender gezeugte Personen allerdings keine weiteren realistischen Möglichkeiten zur Erlangung der Kenntnis von der Person des Erzeugers.

- Advertisement -
Dir gefällt dieser Artikel? Ja! Du willst mehr Artikel von uns lesen? Ja! Du willst, dass wir in Adeba weitermachen? Ja! Dann unterstütze bitte unser Projekt mit einer Spende für die Kaffeetasse als Anerkennung für die vielen Autoren. :-).

Spenderkinder: Suche nach dem biologischen Vater wird einfacher 1

- Advertisement -

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen von Adeba.de Mit dieser Kommentarfunktion erheben wir personenbezogene Daten nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO. Unter dem Grundsatz der Datensparsamkeit und Datenvermeidung erfragen wir an dieser Stelle lediglich Ihre E-Mail-Adresse als Pflichtangabe, um – ebenfalls per E-Mail – Ihre Anfrage zu bearbeiten und darauf antworten zu können. Die Datenverarbeitung zum Zwecke der Kontaktaufnahme mit uns erfolgt nach Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. b, c und f DSGVO auf Grundlage Ihrer freiwillig übermittelten Daten. Da sie hier öffentlich posten werden Ihre übermittelten Daten für immer öffentlich gespeichert und angezeigt Unsere Datenschutzerklärung ist für Sie unter Datenschutzerklärung abrufbar. Um Ihre Daten zu schützen, nutzen wir für die Übertragung das TLS Verschlüsselungsverfahren (SHA256 / 2048 bit) im Sinne des §9 BDSG. Somit gewährleisten wir, dass Ihre Daten bei der elektronischen Übertragung, während des Transports und der Speicherung nicht unbefugt gelesen, kopiert, verändert oder entfernt werden können.

- Advertisment -
Dir gefällt dieser Artikel? Ja! Du willst mehr Artikel von uns lesen? Ja! Du willst, dass wir in Adeba weitermachen? Ja! Dann unterstütze bitte unser Projekt mit einer Spende für die Kaffeetasse als Anerkennung für die vielen Autoren. :-).

Spenderkinder: Suche nach dem biologischen Vater wird einfacher 1



Immer zuerst informiert

254,836NachfolgerFolgen
2,569,435NachfolgerFolgen

Sag es Deinen Freunden:
DU ZUERST:

Aktuellste THEMEN

Aktuell

Schweinepest

Im Bereich von Guben und Neuzelle gibt es nun leider doch mehrere Fälle der Schweinepest. Ist der Ort nicht schon genug gestraft...

Beliebt auf Adeba

Alters-WG kommt gewaltig

51 Prozent aller Deutschen würden im Ruhestand gern in einem Mehrgenerationenhaus leben. Das hat jetzt eine repräsentative Studie der BHW Bausparkasse herausgefunden. 39 Prozent...

Mutterbandschmerzen

Die Ursache ist das starke Wachstum der Gebärmutter. Dadurch müssen sich die Mutterbänder dehnen und nachgeben. Diese Dehnung wird meist im Kreuzbeinbereich oder in der Leistengegend...

Erste Hilfe bei Kindern und Säuglingen

Kein Baum ist zu hoch, kein Graben zu breit, kein Skateboard zu schnell – wenn Kinder spielen, sind sie oft grenzen- und...

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Wundstarrkrampf (Tetanus)