Freitag, September 18, 2020
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Vergiftungen und Verätzungen

Erste Hilfe bei Vergiftung und Verätzung - Was müsst Ihr machen?

Sag es Deinen Freunden: Zuerst wirst Du informiert:

Angaben für den Notarzt

Wenn das Kind eine giftige Substanz zu sich genommen hat: IMMER
die 112 anrufen. Die Leitungen der Giftnotrufzentralen sind leider oft
besetzt, und im Falle einer Vergiftung wird man sowieso einen
Rettungswagen brauchen, also lieber keine Zeit vergeuden und 112
wählen.

1. Wer hat sich vergiftet
Alter und Körpergewicht

2. Was wurde eingenommen?
soviel Informationen wie möglich geben, z. B. genaue Bezeichnung des Mittels, Firma, Name der Pflanze

3. Wann?
gesicherte Zeitangabe oder nur Vermutung?

4. Wieviel wurde eingenommen?
Wieviel Stück waren noch in der Packung?
Wieviel kann das Kind maximal eingenommen haben?
Wieviel ist noch vorhanden?
Wie war es verpackt?

5. Wie wurde es eingenommen?
geschluckt, auf die Haut, ins Auge, eingeatmet, als Zäpfchen?

6. Wie geht es dem Kind?
Zeigt es Auffälligkeiten wie Husten, Erbrechen, Muskelzuckungen, Rauschzustand oder Benommenheit?

Hat es Schmerzen, riecht es aus dem Mund?

7. Eure Telefonnummer
für den Rückruf

Bei ausreichender Kenntnis der Situation kann die Beratungsstelle bei Vergiftungen oder auch der Hausarzt Entscheidungshilfen sowie Anweisungen zur Ersten Hilfe geben.

Deshalb: Erst anrufen, dann handeln.

Erste Hilfe bei Vergiftung

Giftaufnahme über den Mund

In Abhängigkeit von der angenommenen Substanz und nach Rücksprache mit einer Beratungsstelle:

  • Verdünnung der Gifte durch Trinken von Wasser, Saft oder Tee. Keine
    Milch! Milch ist kein Gegengift, sondern beschleunigt in vielen Fällen
    die Giftaufnahme durch den Darm.
  • Entschäumer bei
    schaumbildenden Substanzen beispielsweise durch die Gabe von einem
    Teelöffel Sab Simplex oder Lefax flüssig und binden der Giftsubstanzen
    durch Kohle.
  • Kein Erbrechen auslösen! Erbrechen bedeutet
    nochmalige Verätzung von Speiseröhre und Mund. Nur bei Vergiftungen
    durch Medikamente, Zigaretten oder Giftpflanzen zum Erbrechen bringen.
    Bei Kleinkindern, indem man z.B. mit dem Finger das Zäpfchen reizt (bei
    Kleinkindern niemals mit Salzwasser zum Erbrechen bringen, da das
    Salzwasser Nieren und Hirn schaedigen kann)
  • Das Erbrochene
    auffangen (Eimer o.ä.), für den Rettungsdienst aufbewahren, da der
    Rettungsdienst das Erbrochene sicherlich untersuchen wird, um zu sehen,
    welche Giftmenge eingenommen wurde.

Folgende rezeptfreie Medikamente solltet Ihr vorrätig haben:

  • Kohle Compretten
  • Sab Simplex oder alternativ Lefax flüssig.

Vorgefundene Ätzmittel zur Identifizierung in das Krankenhaus mitgeben.

Giftaufnahme durch die Haut

Bei Verätzungen durch Chemikalien alle benetzten Kleider, auch Schuhe und Strümpfe, sofort vorsichtig entfernen

Sofort alle befallenen Hautstellen mit reichlich Wasser und Seife
waschen (im Gegensatz zu den allgemeinen Erstmaßnahmen bei Wunden).
Falls kein fließendes Wasser vorhanden ist, müßt Ihr ständig frisches
Wasser nehmen. Falls vorhanden Handschuhe tragen.
Wenn kein Wasser
vorhanden ist: Mit einem Stück Tuch oder Kleidung die ätzende Stoffe
abtupfen. Jedes Tuch darf nur einmal benutzt werden.

Giftaufenahme über die Lunge:

Gefahr der Selbstvergiftung ist besonders groß!

  • Patienten an die frische Luft bringen. Fenster und Türen öffen, für schnellste ärztliche Betreuung sorgen.
  • Evtl. Mund zu-Mund-Beatmung bis ärztliche Hilfe eintrifft. Wegen einer
    möglichen Selbstgefährdung des Helfers nie über, sondern stets neben
    dem Vergifteten einatmen.
  • Vergifteten in warme Decken hüllen.

Augenverätzung

  • Etwa 20 Minuten unter fließendem Wasser spülen. Augenlider dabei gut
    offen halten. Wasserfluss direkt auf das Auge richten, um noch
    vorhandene Säure- bzw. Laugenreste so schnell wie möglich zu verdünnen
    und auszuspülen. Danach sofort (Augen-)arzt vorstellen.

Transport

Sachgemäßer Transport geht vor Schnelligkeit.

  • Bei Erbrechen und Bewusstlosigkeit auf die Seite legen (stabile
    Seitenlagerung) oder Bauchlage, Kopf zur Seite und etwas über strecken.
    Zunge nach vorne bringen. Atemwege freihalten.
  • Giftreste (Originalbehälter, Erbrochenes) in Plastikbeutel verschlossen in die Klinik mitnehmen.

Maßnahmen bei Atemstillstand

Beatmung:

  • Atemwege, das heißt Mund- und Rachenraum, mit Finger oder Tuch
    freimachen, damit keine Fremdkörper (Erbrochenes usw.) in die Atemwege
    gelangen. Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung.
  • Vorsichtshalber nicht über, sondern neben dem Patienten einatmen (in seltenen Fällen Gefahr der Selbstvergiftung).
https://magazin.adeba.de/beatmung-von-saeuglingen-und-kleinkindern

Maßnahmen bei Herz-Kreislaufstillstand

Bei Atemstillstand:

  • 2 x Mund-zu-Mund-Beatmung nach jeder 15. Herzmassage.
  • Wenn die Wiederbelebung mit 2 Helfern durchgeführt wird , 1x Mund-zu-Mund-Beatmung nach jeder 5. Herzmassage

Grundlage Herzmassage:

  • Flache Rückenlage auf festem Untergrund (Fußboden). Die Handballen
    werden übereinandergekreuzt und auf das untere Brustbeindrittel gelegt.
  • Mit gestreckten Armen rhythmisches Niederdrücken (ca. 80mal pro Minute
    bei Jugendlichen und Erwachsenen und über 100-120 bei Kleinkindern) des
    unteren Brustbeindrittels in Richtung Wirbelsäule.
  • Herzmassage bei Kleinkindern mit übereinandergelegtem Zeige- und Mittelfinger beider Hände.
https://magazin.adeba.de/erste-hilfe-uebersicht/

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