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Bereits seit vielen Jahren steigt das durchschnittliche Alter der Frauen, die erstmalig ein Kind bekommen, stetig an. Gibt es hierbei eine Höchstgrenze, die nicht überschritten werden sollte? Oder anders gefragt: Gibt es überhaupt das beste Alter, um schwanger zu werden?

Das beste Alter, um schwanger zu werden

Die deutschen Frauen bekommen ihr erstes Kind immer später. Seit den 1980er Jahren hat sich das Durchschnittsalter der Mütter, die ihr erstes Kind gebären, von circa 25 Jahren auf mittlerweile 30 Jahre nach hinten verschoben. Die Ursache ist schnell ausgemacht: Unsere Bildungsgesellschaft verlangt nach immer längeren und spezialisierteren Ausbildungen, die viele Frauen lange Zeit von der Familiengründung abhalten.

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Je höher der Bildungsabschluss, desto weiter wird das erste Kind in der Zeit verschoben. Die Emanzipation der Frau hat ebenfalls einen gehörigen Anteil daran, denn Frauen nehmen heute ihren Beruf und ihre eigene Karriere sehr viel ernster als noch vor 30 Jahren. Familienplanung kommt klar nach der sicheren beruflichen Position. Nichtsdestotrotz macht sich jede Frau zu Recht Gedanken darum: Wann ist das beste Alter, um Kinder zu bekommen?

Vielleicht denkst Du selbst gerade darüber nach, ob Du jetzt nicht im besten Alter, um schwanger zu werden, bist, obwohl sich zurzeit so gute Karriere-Chancen öffnen?  Immerhin hat die Gesundheit des Babys absoluten Vorrang vor allem anderen. Vielleicht tickt ja auch schon die berühmte biologische Uhr bei Dir? Halten wir also kurz inne und schauen mal nach, was wissenschaftliche Studien zu diesem Thema sagen.

Das beste Alter, um Kinder zu bekommen, aus wissenschaftlicher Sicht

Schon lange befasst sich die Wissenschaft mit der Frage: Was ist das beste Alter, um Kinder zu bekommen? Und schon lange sind sich die Mediziner darin einig, dass sich die erste Schwangerschaft einer Frau im Alter zwischen 20 und 30 Jahren abspielen sollte. Das hat damit zu tun, dass Fruchtbarkeit bei Frauen jenseits der 30 statistisch rapide sinkt. Gleichzeitig nehmen dann Gesundheitsrisiken für das Kind zu. Typischerweise steigt mit zunehmendem Alter der Erstgebärenden die Gefahr, dass ihr Kind mit dem Downsyndrom zur Welt kommt oder später an Diabetes oder Bluthochdruck erkrankt. Damit scheint ja nun alles geklärt zu sein. Dennoch geben zum besten Alter, um schwanger zu werden, verschiedenen Studien interessante Auskünfte.

Ältere Mütter sind bereiter für die Schwangerschaft

Das beste Alter, um Kinder zu bekommen, orientiert sich nicht allein an der so oft beschworenen biologischen Uhr. So jedenfalls argumentiert eine Studie, die an der „University of Southern California“ veröffentlicht wurde. Sie zielt zum Beispiel darauf ab, dass die mentale Verfassung von Frauen ab Mitte 30 einen wesentlichen Faktor darstellt. Übersetzt klingt das Resümee der Studie so: Frauen ab 35 sind „mental bereiter“ für ein Kind.

Im Rahmen dieser Studie wurden mentale Aspekte bei den 830 Studienteilnehmerinnen abgefragt. Es handelte sich durchweg um Frauen, die sich bereits in den Wechseljahren befanden. Jene Frauen, die zum Zeitpunkt der Geburt des ersten Kindes schon älter als 35 Jahre waren, konnten im Durchschnitt mit einer besseren Auffassungsgabe und einer besseren Wahrnehmung brillieren.

Die Wissenschaftler begründeten dieses Ergebnis nicht mit der schon gereifteren Lebenserfahrung der älteren Mütter, was zunächst einmal ein naheliegender Gedanke wäre, sondern mit der Zusammensetzung der Sexualhormone reiferer Frauen, die einen etwas anderen Einfluss auf das Gehirn haben. Sind also 35 Lebensjahre das beste Alter, um Kinder zu bekommen?

Kinder von älteren Müttern sind gesünder und schlauer

An der „London School of Economics“ wurde eine Langzeitstudie mit bemerkenswerten Ergebnissen angefertigt. Eines davon besagt, dass Kinder älterer Mütter durchaus gesünder sein können, als jene Kinder, die von jüngeren Müttern geboren werden. Mehr noch, bei der Betrachtung der Langzeitentwicklungen von circa 18.000 britischen Kindern stellte sich heraus, dass die kognitiven Fähigkeiten und die Intelligenz der Kinder, deren Mütter zum Zeitpunkt ihrer Geburt älter als 30 Jahre waren, im Durchschnitt signifikant besser aufgestellt waren. Dies hat aber offenbar seine Grenzen, denn für die Kinder jener Mütter, die bei der Geburt bereits über 40 waren, gilt dies nicht mehr.

Über die genauen Ursachen dafür kann man natürlich nur spekulieren. Eine Erklärung zielt in die Richtung ab, dass Mütter zwischen 30 und 40 oft in stabilen Beziehungen zu Hause sind, beruflich erfolgreich sind und einem gesunden Lebensstil nachgehen. Dass sich Kinder in einem gesicherten Familienumfeld gut entwickeln können, braucht nicht weiter vertieft zu werden. Hinzu kommt noch, dass der Kinderwunsch bei Frauen dieser Altersgruppe ziemlich gefestigt ist (Stichwort: biologische Uhr). Das heißt, deren Bereitschaft, für ihr Wunschkind auf Nikotin und Alkohol zu verzichten, ist tiefer verwurzelt. Insofern dürfen diese Überlegungen durchaus als Bestätigung dafür angesehen werden, dass das beste Alter, um schwanger zu werden, im Bereich um 35 Jahre zu suchen ist.

https://magazin.adeba.de/der-optimale-abstand-zwischen-den-schwangerschaften/

Das beste Alter, um nochmal schwanger zu werden

An der „Boston University School of Medicine“ glauben Forscher einen erstaunlichen Zusammenhang entdeckt zu haben. An ihrer Studie nahmen über 550 Familien teil. Rein statistisch zeigte sich dabei, dass jene Mütter, die nach ihrem 30. Lebensjahr nochmals ein Kind zur Welt brachten, etwas länger leben als jene Mütter, deren letztes Kind vor dem 30. Geburtstag geboren wurde. Eine Frau, die noch einmal relativ spät eine Schwangerschaft erlebt, altert offenbar langsamer, so die bemerkenswerte These dieser Studie.

Die Forschungsleiterin Paola Sebastiani argumentiert in der Sache so: Frauen, die noch relativ spät schwanger werden können, haben möglicherweise eine genetische Disposition für ein etwas langsameres Altern. Bei ihnen tickt eben die biologische Uhr langsamer. Die Zahlen dieser Studie sprechen wirklich für sich: 462 Mütter waren zum Zeitpunkt ihrer letzten Geburt mindestens 33 Jahre alt und erreichten schließlich ein Lebensalter von 95 und darüber.

Das beste Alter, um Kinder zu bekommen, ist individuell

Zwar mögen solche Studienergebnisse interessant sein, aber sie sind gewiss nicht in Stein gemeißelt und haben auch nichts mit dem Stein der Weisen oder einem Jungbrunnen zu tun. Daher muss sich niemand genötigt sehen, seine Familienplanung danach auszurichten. Das beste Alter, um schwanger zu werden, lässt sich auf keinen Fall für alle Frauen über einen Kamm scheren.

Vielleicht gibt es auch gar keinen perfekten Zeitpunkt für den Familienzuwachs. Zu viele äußere Umstände und Parameter in unserem Leben sprechen zu jedem Zeitpunkt für oder gegen eine Vergrößerung der Familie. Vielleicht sollten wir einfach den Mut haben, Vater Zufall ein Wörtchen mitreden zu lassen und unser Schicksal dankbar anzunehmen.

Was wir aber sehr wohl aus solchen Studien lernen können, ist, dass gesunde und intelligente Kinder selbstbewusste Mütter brauchen, die in ihrer Partnerschaft und in ihrem beruflichen Umfeld gefestigt sind. Ein geordnetes Leben und die innere Bereitschaft zur Schwangerschaft sind Eckpfeiler für eine gute Entwicklung des neuen Lebens. Die „Reife“ einer Frau ist eine zuhöchst individuelle Angelegenheit und lässt sich schwer an einer Jahreszahl festmachen. Feststeht, dass eine Frau im Alter von 35 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit ein gesundes Kind zur Welt bringen wird.

Wir können in unserem Leben nicht alles genau vorausplanen. Gerade Kinder kommen zuweilen etwas überstürzt und unerwartet auf dieser Welt an. Franz Beckenbauer brachte es einst auf den Punkt, als er sagte:

„Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.

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