Sonntag, September 20, 2020
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Wieder schwanger nach einer Eileiterschwangerschaft

Wann darf ich wieder schwanger werden?

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Eine Eileiterschwangerschaft willst Du nicht haben, denn sie tut richtig weh und eine Fehlgeburt ist unumgänglich. Doch wenn der Kinderwunsch groß ist, neigen viele Frauen dazu, gleich nach der Eileiterschwangerschaft wieder schwanger zu werden. Davon raten Experten aber ab, denn der Körper der Frau muss sich erst einmal in Ruhe sammeln und zu Kräften kommen.

Was ist überhaupt eine Eileiterschwangerschaft?

Wenn sich die befruchtete Eizelle nicht richtig in der Gebärmutter einnistet, was sie soll, sondern schon im Eileiter stecken bleibt und sich stattdessen in der Schleimhaut des Eileiters einnistet, dann liegt eine Eileiterschwangerschaft, der medizinische Fachbegriff ist Extrauteringravidität (EUG), vor.

Wenn es dann zum spontanen Schwangerschaftsabbruch (Tubarabort) kommt, kann man sogar von Glück reden, so traurig auch eine Fehlgeburt ist. Denn ein sich im Eileiter entwickelnder Embryo kann für die schwangere Frau lebensbedrohlich sein. Der Eileiter zeichnet sich durch eine eher geringe Dehnbarkeit und Reißfestigkeit aus.

Meistens geht die Frucht im Falle einer Eileiterschwangerschaft frühzeitig und kaum merklich verloren. Falls aber nicht, ist unbedingt eine Behandlung erforderlich, das heißt, der Embryo muss entweder mit Medikamenten oder durch eine Operation entfernt werden. Außerhalb der Gebärmutter kann das Kind nicht ausgetragen werden. Die gute Nachricht ist, dass maximal zwei von hundert Befruchtungen in eine Eileiterschwangerschaft münden.

Ursachen einer Eileiterschwangerschaft

Wenn die befruchtete Eizelle einen gewissen Entwicklungsgrad erreicht hat, ist für sie der Zeitpunkt des Einnistens gekommen. Normalerweise befindet sie sich dann bereits in der Gebärmutter. Falls dies (noch) nicht der Fall ist, siedelt sich die Eizelle in einem fast beliebigen anderen Gewebe an. Das kann die Bauchhöhle, der Eierstock oder eben der Eileiter sein.

Oftmals sind es Störungen im Eileiter (Tuba uterina), die die richtige Wanderung der befruchteten Eizelle aus dem Eierstock beziehungsweise aus der Bauchhöhle zur Gebärmutter unterbinden. Wenn Du beispielsweise schon mal unter einer Eileiterentzündung durch Chlamydien gelitten hast oder sogar eine Operation in der Bauchhöhle erforderlich war, kann Narbengewebe oder eine (angeborene) Einstülpung die Eizelle auf ihrem Weg aufhalten.

Es gibt auch Frauen, die genetisch bedingt über besonders lange Eileiter verfügen, was ebenfalls so manche Eizelle zum Einnisten im Eileiter veranlasst. Sobald die Eizelle auf Gebärmutterschleimhaut trifft, sich diese aber an der falschen Stelle befindet (chronische Endometriose), geht die Eizelle dennoch von einem geeigneten Platz aus. Auch bei künstlicher Befruchtung kommt es vermehrt zu einer Eileiterschwangerschaft.

Mögliche Folgen durch eine Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft ist deshalb so fatal, weil sie nicht nur schmerzhaft und gefährlich ist, sondern die betroffene Frau auch psychisch arg in Mitleidenschaft zieht. Zudem kann sich der Eileiter dadurch so vernarben, dass sogar eine Unfruchtbarkeit daraus folgen kann. In den allermeisten Fällen bleibt der Frau der fahle Nachgeschmack einer diesbezüglichen Verunsicherung noch lange erhalten. Wenn eine Eileiterschwangerschaft richtig behandelt worden ist, steht aber einer zukünftigen Befruchtung und Geburt in der Regel nichts im Wege.

Im Falle einer natürlich ausgelösten Fehlgeburt und sogar beim durch Medikamente provozierten Tubarabort ergeben sich weniger oft Spätfolgen als bei operativen Eingriffen. Letztere können zu Vernarbungen im Eileiter führen, wodurch sich das Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft erhöht. Selbst eine totale Unfruchtbarkeit muss die Frau in solchen Fällen zuweilen in Kauf nehmen. Bei Notoperationen muss der Eileiter relativ häufig ganz entfernt werden. Glücklicherweise hat jede Frau zwei Eileiter, sodass die Möglichkeit einer späteren Schwangerschaft dadurch nicht ausgeschlossen ist.

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Wann darf ich nach der Eileiterschwangerschaft erneut schwanger werden?

Viele Frauen, die eine Eileiterschwangerschaft hinter sich gebracht haben, fragen sich nach dem Zeitpunkt, wann sie bedenkenlos wieder schwanger werden können. Dies kommt natürlich immer auf den Einzelfall an. Generell sollten die folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Blutungen nach der Fehlgeburt haben sich schon lange beruhigt, der regelmäßige Zyklus mit Eisprung ist wieder klar erkennbar.
  • Du fühlst Dich körperlich und psychisch wohl.

Studien haben übrigens gezeigt, dass eine lange Wartezeit bis zur nächsten Schwangerschaft lange kein Garant dafür ist, dass es zu keiner erneuten Eileiterschwangerschaft kommt. Es ist also durchaus möglich, schon einen Monat nach der Ausschabung wieder schwanger zu werden, ohne deshalb ein erhöhtes Risiko auf Früh- oder Fehlgeburt befürchten zu müssen. Trotzdem raten Frauenärzte dazu, nach dem Abbruch einer Eileiterschwangerschaft ungefähr drei Monate abzuwarten. Es ist ohnehin ratsam, seine sexuelle Aktivität wegen der inneren Verletzungen durch eine Operation erst einmal stark zurückzufahren, was die meisten Frauen auch ganz automatisch so machen.

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Nach einer Operation wieder schwanger werden

Wenn der Eileiter im Zuge der OP weitestgehend erhalten werden konnte, liegt die Chance auf eine erneute Schwangerschaft bei circa 70 Prozent. Bei Entfernung eines Eileiters bietet Dir Dein zweiter intakter Eileiter immer noch eine 50-prozentige Chance dafür, wieder schwanger zu werden. Leider ist es so, dass jene Frauen, die schon einmal eine Eileiterschwangerschaft hatten, ihre erneute Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko starten, dass dies noch einmal passieren könnte.

Frauen, die durch eine Operation steril wurden, können, wenn sie dennoch ein Kind bekommen möchten, noch immer auf eine künstliche Befruchtung hoffen. Aber auch in diesem Fall kann eine erneute Eileiterschwangerschaft nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Eine MTX-Behandlung erfordert eine Wartezeit von mindestens drei Monaten

Um wieder schwanger zu werden nach der Einnahme des Wirkstoffs Methotrexat (MTX), ist deshalb eine längere Wartezeit angezeigt, weil es sich hierbei um ein starkes Zellgift handelt, das vornehmlich sogar bei Chemo-Therapien zum Einsatz kommt. Der Vorteil dieser Methode, bei der nur eine Spritze mit MTX verabreicht wird, besteht darin, dass damit oftmals auf eine Operation verzichtet werden kann, vorausgesetzt, die Eileiterschwangerschaft wurde rechtzeitig erkannt. Doch diese „Giftspritze“ muss Dein Körper vollständig ausgeschieden haben, bevor Du Dich auf die nächste Befruchtung einlässt.

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Ein Nachwort:

Eine Eileiterschwangerschaft stellt eine hohe psychische Belastung dar. Viele Frauen machen sich dahin gehend Vorwürfe, dass sie vermuten, die Fehleinnistung durch richtiges Verhalten hätten verhindern können. Das wiederholte Gespräch mit einer Person ihres Vertrauens, die möglicherweise schon eigene Erfahrungen auf diesem Feld gemacht hat, hilft der betroffenen Frau, Ängste abzubauen und ihre psychische Bereitschaft für die nächste Schwangerschaft erneut aufzubauen. Dies sei als kleine Ergänzung zu der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für die erneute Schwangerschaft zu verstehen. Wenn die betroffene Frau auch psychisch mit dem Ereignis abgeschlossen hat, erst dann ist sie wieder bereit für eine erneute Schwangerschaft.

 

 

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Fachredaktion Adebahttps://magazin.adeba.de/author/fachredaktion/
Ich bin eine Diplom-Psychologin mit Lehrbefähigung, die gerne Texte rund um zwischenmenschliche Beziehungen, Gesundheit und Ernährung schreibt. Manchmal auch über Kultur und Reisen und hin und wieder sogar über Geschichte. Ich freue mich sehr über Eure Kommentare und hoffe, Ihr mögt meine fachlichen Texte, die immer ein wenig meine persönliche Handschrift tragen. Ich möchte Euch rund um die großen Themen Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung informieren, wichtige Anregungen geben und gern auch mal zu einer kontroversen Diskussion provozieren.

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