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Zur Zeit atmen besonders viele Allergiker erleichtert auf und vor allem auch endlich mal wieder richtig tief durch. Grund, die Luft ist mehr oder weniger frei von Pollen – also endlich Ruhe, kein  Husten, keine laufende Nase und auch keine juckenden Augen – zumindest für einige Wochen. Denn schon bald wird sie wieder beginnen – die Pollenflugsaison. Bei günstigem Wetter kann bereits ab Januar mit den ersten Pollen von Erle und Haselnuss gerechnet werden. Das ist das schwere Los von Pollenallergikern. 

Frühe Nahrungsmittelallergien

Der früheste Kontakt mit möglichen Allergenen erfolgt über den Magen-Darm-Trakt und über die Haut. Sobald Babys Kuhmilch gefüttert wird, treten bei einigen die ersten Probleme auf – Erbrechen, Durchfall und Darmkrämpfe weisen auf eine Unverträglichkeit gegen Milch hin. Eine solche Allergie kann mittels einer Blutanalyse festgestellt und die Kuhmilch durch hypoallergene (allergenarme) Babynahrung ersetzt werden.

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Bei einem Teil dieser Kinder legt sich diese Überempfindlichkeit gegen Kuhmilch im Laufe der Kindheit wieder. Andere wichtige Allergene im Säuglingsalter sind neben Kuhmilch auch Hühnerei, Erdnuss, Obst und Fisch.

Kinder, in deren Familien bereits gehäuft schwere Allergien aufgetreten sind, sollten in den ersten sechs Monaten weder feste Nahrung noch Fruchtsäfte erhalten. Danach können andere Lebensmittel wie Reis, Gerste, Haferflocken, Säfte, Früchte und Gemüse in den Ernährungsplan mit aufgenommen werden. Am besten nur ein neues Nahrungsmittel pro Woche, damit sich das Immunsystem nach und nach mit den Fremdstoffen auseinandersetzen kann. Auf hochallergene Nahrungsmittel wie Frischmilch, Eier oder Nüsse sollte im ersten Lebensjahr ganz verzichtet werden.

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Allergie-Karriere bei Kindern

Die frühen Nahrungsmittelallergien weichen im Laufe der Zeit den Inhalationsallergien. Darunter versteht man krankmachende Überempfindlichkeiten auf Allergene, die eingeatmet werden wie beispielsweise Pollen oder Hausstaub. Diese Entwicklung wird auch als Allergie-Karriere bezeichnet.

Es wurde festgestellt, dass etwa 6 Prozent der Neugeborenen eine Hühnereiweiß-Allergie ausbilden. Von diesen Kindern werden 46 Prozent im Alter von drei Jahren allergisch auf Hausstaubmilben reagieren. Als Fünfjährige leiden dann 40 Prozent von ihnen an Asthma!

Eine Hyposensibilisierung, das heißt die Schwächung oder Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft, bringt bei 80 Prozent der Kinder einen Therapieerfolg.

Inhalationsallergien

Das Vermeiden der Allergie auslösenden Substanzen ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung, aber vor allem bei Inhalationsallergien nur schwer einzuhalten. Im Alter von drei bis sieben Jahren verlassen die Kinder immer öfter die häusliche Umgebung und knüpfen soziale Kontakte. Durch Kindergarten und Schulbesuch wird die Kontrolle der Umweltfaktoren, die Allergien auslösen, schwieriger.

Ein Problem das häufig auftritt: der Kontakt mit Tierhaaren durch die Kleidung von Freunden. Circa 50 Prozent der Kinder mit Katzen- oder Hundeallergie haben kein eigenes Tier in der Wohnung. Sie schleppen die Allergene mit Kleidung und Straßenstaub mit nach Hause. Vor allem in Grundschulen finden sich hohe Konzentrationen von Tierhaarallergenen. Auch dem Kontakt mit Blütenpollen können sich von Heuschnupfen Betroffene kaum entziehen.

80 Prozent der Asthma-Erkrankungen im Kindesalter werden durch Allergien verursacht.

Charakteristisch für die Erkrankung der Atemwege ist die anfallsweise hochgradige Atemnot. Während zu Beginn der Erkrankung allergische Mechanismen eine zentrale Rolle spielen, kann sich im Laufe der Zeit das Asthma jedoch verselbständigen, so dass es auch ohne Allergeneinwirkung zu starken Atemproblemen kommt, zum Beispiel durch übermäßige körperliche Anstrengung, Stress oder Zigarettenrauch. Im Gegensatz zu allergischen Hautreaktionen oder Heuschnupfen kann Asthma zu lebensbedrohlichen Situationen führen.

Der Allergie vorbeugen

Liegt ein familiäres Risiko vor, so dass Euer Kind höchstwahrscheinlich eine Allergie entwickeln wird, solltet Ihr es als Säugling vier bis sechs Monate konsequent stillen und danach erst Beikost einführen. Außerdem ist es wichtig, ein möglichst allergenarmes (häusliches) Umfeld zu schaffen, also beispielweise keine hochflorigen Teppichböden in der Wohnung auszulegen und Tabakrauch in der direkten Umgebung des Kindes zu vermeiden (Tabakrauch fördert die frühe Sensibilisierung). Haustiere sollten besser nicht angeschafft werden. Bei der Hautpflege solltet Ihr auf Produkte mit Duftstoffen und Konservierungsmitteln verzichten und neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen immer waschen.

Das Wichtigste aber ist: Geht mit Eurem Kind so früh wie möglich zu einem Kinderarzt, der auch ein erfahrener Allergologe sein sollte, und fragt nach einer individuellen Allergie-Diagnostik und Beratung.

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