Dieses Thema ist mindestens so alt wie die Menschheit. Aber was ist die Wa(h)re Schönheit und warum gehen gerade wir Frauen so hart ins Gericht mit uns ? Wer ist die schönste Frau der Welt?

Ohne Gnade und ohne Rücksicht auf Verluste richten wir über uns mehrmals täglich mit zunehmender Selbstkritik vor dem Spiegel. Wir wollen in den Augen der Anderen attraktiv wirken, vielleicht verbirgt sich dahinter ja nur ein tiefes, inneres Bedürfnis nach Liebe. Aber wie können uns andere Menschen lieben, wenn wir nicht einmal uns selbst lieben?

Umso mehr das Schönheitsideal auch noch den verschiedenen Stilen und Zeitepochen unterworfen ist und eine Frau meint sich diesen Ansprüchen unterwerfen zu müssen um die die schönste Frau der Welt zu sein.

Eine Frau wird nicht dadurch erotisch, daß sie ihre Brüste oder Hintern zeigt, sondern durch ihre Ausstrahlung. Giorgio Armani

Schönheitsideale im Wandel der Zeit

Het pelsken
*oil on panel
*176 × 83 cm
*circa 1636-1638
Peter Paul Rubens [Public domain]
Große, hängende Brüste mit einem runden Bauch, dicke Beine und ein üppiger Po, so ungefähr muss wohl weibliche Schönheit in der Steinzeit ausgesehen haben, glaubt man den wenigen erhaltenen Skulpturen aus jener längst vergangenen Epoche. Ein besonders berühmtes Beispiel dafür ist die „Venus von Willendorf“. Es handelt sich dabei um eine Venusfigurine, die zugleich ein Schönheits- und Fruchtbarkeitssymbol der jüngeren Altsteinzeit um 25.000 v. Chr. war. Die damalige Schönheitskönigin.

Im antiken Griechenland sollten die Proportionen ausgewogener sein, um als schön wie eine schlanke „Sanduhr-Silhouette“ zu gelten. Das war damals die schönste Frau der Welt. Dies ging durchaus damit einher, dass die Alten Griechen gern ein sportlich aktives im Freien führten.

Das Mittelalter war von knabenhaften Frauengestalten geprägt, auf vielen Gemälden erscheinen sie uns zuweilen sogar etwas maskulin in Entbehrung jeder üppigen Proportion.

Die Renaissance und das sich anschließende Barock bestechen bekanntlich mit rundlichen Proportionen. Der großartige Maler Peter Paul Rubens wird noch heute vielfach für das mollige Frauen-Ideal seiner Zeit zitiert.

Die schönste Frau der Welt – eine Schwangere!

Leibesfülle sowie ein von beginnender gezeichneter Bauch waren oft seine Motive. Es heißt, dass schwangere Frauen Rubens‘ wahre Musen waren, da er in ihnen die Verkörperung des Wunders des Lebens sah. Und richtig, was kann wohl schöner sein als eine Frau, die neues Leben in sich trägt?

In den 1920er Jahren kam so langsam die Emanzipation der Frau auf. Zu jener Zeit achteten die Frauen zunehmend auf ihre schlanke Figur. Erste Diäten traten auf den Plan, um dem neuen Schönheitsideal zu genügen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die „Schlechten Zeiten“ durch das Wirtschaftswunder überwunden. Es gab wieder zu essen und nicht zu knapp. Seinen hohen Lebensstandard trug man gern mit den Rundungen seiner Frau zur Schau.

In den 1980er Jahren standen die weiblichen Idealmaße 90-60-90 im absoluten Vordergrund. So manche schöne Schauspielerin wie Jane Fonda gab den Takt für Fitness, Aerobic und Diäten vor und galten damit als die schönsten Frauen der Welt.

Mit der Jahrtausendwende wurde geradezu ein Schlankheitswahn eingeläutet, der so manche zu nehmende Erkrankung im Schlepptau mit sich brachte.

Studien über die Zufriedenheit der Frau

Leider ist festzustellen, dass Frauen noch nie so unzufrieden waren wie heute, was ihre äußerliche Erscheinung anbetrifft. Dies ist zumindest ein Studien-Ergebnis der US-Zeitschrift „Glamour“ aus dem Jahre 2014.

Ganze 80 Prozent der insgesamt 1.000 befragten Frauen sagten aus, dass bei ihnen der Blick in den Spiegel ein schlechtes Gefühl auslöst, und 54 Prozent der Frauen sind unglücklich mit ihrem Körper. Schon vor rund 30 Jahren gab es eine ganz ähnliche Umfrage mit dem Ergebnis, dass 43 Prozent der gefragten Frauen mit ihrem Aussehen unzufrieden waren.

Nicht die Schönheit entscheidet, wen wir lieben, sondern die Liebe entscheidet, wen wir schön finden. Sophia Loren

Die Gründe für die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper haben sich über die Zeiten ebenfalls verschoben. Früher litt eher das Selbstwertgefühl der Frauen durch den direkten mit Schauspielerinnen, Models oder anderen Stars im öffentlichen Rampenlicht.

Heute findet der kritische Vergleich vielmehr untereinander statt. Da auf und Facebook in aller Regel mehr als schmeichelhafte Fotos geteilt werden, denen zum Teil mit Grafik-Software nachgeholfen wurde, entsteht nur allzu oft der Eindruck, dass alle anderen Frauen sündhaft gut aussehen.

All We Need Is Love

Genau so ist das, denn wir Frauen wollen, geliebt und geschätzt werden, einzigartig, wunderschön und begehrenswert sein. Es wäre sonst wohl schwer zu erklären, warum wir uns immerzu von unzähligen Diäten und Beauty-Produkten drangsalieren lassen. Aber wir müssen unbedingt , uns selbst zu lieben, uns selbst mit den Augen einer liebenden Frau zu betrachten.

Die Augen eines wahren Freundes lügen nicht, sie sehen uns so, wie wir wirklich sind. Das sind zum Beispiel die Augen unseres Kindes. Sie brauchen kein 90-60-90-Maß, keinen verführerischen Schmollmund oder offenes, langes Haar vom Winde verweht. Unsere Kinder sehen vornehmlich unsere inneren Werte. Für sie ist die schönste Frau der Welt – Ihre Mutter! Lassen wir uns von ihnen inspirieren. Warum also akzeptieren wir uns nicht so, wie wir sind, mit jeder unserer kleinen körperlichen Unzulänglichkeiten, die aus uns das machen, was wir sind?

Wenn wir schon an uns unbedingt etwas verändern wollen, dann sollten wir lieber unseren Charakter auf den Prüfstand stellen, denn er ist in aller Regel am meisten daran beteiligt, ob wir von anderen als angenehm oder unangenehm empfunden werden.

Der berühmte Goldene Schnitt ist immer wieder bei Längenverhältnissen kunstvoller Skulpturen anzutreffen, beispielsweise im Verhältnis von Oberkörper zu Unterkörper. Je näher ein Körper oder ein Gesicht dem Goldenen Schnitt kommt und zugleich maximale Symmetrie aufweist, desto schöner ist der Mensch in den Augen des Betrachters.

Diese Erkenntnis versucht auch die moderne Schönheitschirurgie umzusetzen. Auf der anderen Seite wissen wir, dass es gerade die kleinen Abweichungen vom Ideal sind, die die Individualität des Menschen ausmachen. Übrigens wich das Gesicht von Kleopatra, eine der begehrenswertesten und damit schönsten Frauen der Geschichte, arg vom Goldenen Schnitt ab.

Ein Film, der uns zu geben sollte

Fast wie eine befreiende Therapie wirkt die Aussage eines der berühmtesten Dove-Filme. Darin geht es um wahre Schönheit in dem Sinne, wie andere Menschen uns sehen im Vergleich mit dem Bild, das wir uns von uns selbst machen. Gil Zamora ist ein vom FBI ausgebildeter forensischer Künstler.

Er skizziert hier mehrere Frauen, ohne sie selbst gesehen zu haben, in etwa so, wie es ein Polizei-Zeichner nach Zeugenangaben macht. Im ersten Bild wird ausschließlich die Selbstbeschreibung der jeweiligen Frau zugrunde gelegt. Beim zweiten Bild wird das Gesicht der Frau von guten Freunden beschrieben. Die Resultate waren wirklich sehr überraschend.

Während die Selbstbeschreibungen zu ziemlich düsteren, argwöhnischen und eher hässlichen Gesichtsausdrücken führten, waren die Porträts auf Grundlage der Schilderungen der Freunde einzigartig, begehrenswert und sehr freundlich. Dies führt uns direkt zurück zum Anfang des Artikels und lehrt uns, dass wir unsere Augen für uns selbst öffnen müssen, um uns endlich selbst liebevoll zu betrachten. Wenn wir uns nicht selbst mögen, produzieren wir eine negative, gegen uns gerichtete Ausstrahlung, die andere Menschen unbewusst spüren. Die schönste Frau der Welt bist DU!

Schönheit ist, wie du dich innerlich fühlst, und es spiegelt sich in deinen Augen wieder.  Sophia Loren

 

Bist Du schön?

Wer ist für euch die schönste frau der Welt?

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