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Wo waren wir beim Intervallfasten stehen geblieben? Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Heidelberg führten ihre HELENA-Studie durch, die bislang größte Untersuchung (RCT, randomisiert kontrollierte Studie) zum Intervallfasten – mit folgenden Ergebnissen, die im November 2018 in einer Pressemeldung kommuniziert wurden:

Intervallfasten zeigt keinen Vorteil gegenüber herkömmlichen Reduktionsdiäten.

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Bei den Probanden beider Gruppen verringerte sich mit dem Körpergewicht das viszerale Fett, also das ungesunde Bauchfett, ebenso die Fettablagerungen in der Leber. Auch bei sämtlichen anderen analysierten Stoffwechselwerten sowie bei allen untersuchten Biomarkern und Genaktivitäten machten die Wissenschaftler keinen Unterschied zwischen beiden Diätformen aus.

Lesen Sie unbedingt auch unseren ersten Teil dieses Artikels: Essen sie schon?

HELENA-Studie

Zwar untermauert die HELENA-Studie die euphorischen Erwartungen an das Intervallfasten nicht. Doch sie zeigt auch, dass diese Methode nicht schlechter ist als eine herkömmliche Diät. Prof. Tilman Kühn, leitender Wissenschaftler der Studie, interpretiert die Studienergebnisse so, dass es nicht vorrangig auf die Diätform ankomme, sondern vielmehr darauf, sich für eine Methode zu entscheiden und diese dann durchzuziehen.

“Darauf deutet auch eine aktuelle Studie hin, die Low-Carb- und Low-Fat-Diäten miteinander vergleicht, also ein Reduzieren der Kohlenhydrate versus einer Fettreduktion bei ansonsten ausgewogener Ernährung”, so Kühn.

DIETFITS Studie

Auch hier hatten die Probanden mit beiden Methoden vergleichbare Effekte erzielt.“ (Dieser Vergleich bezieht sich auf eine große aktuelle Low-Carb-Vergleichsstudie namens DIETFITS).

Chacun à son goût – Essen al gusto

Letztlich muss man auch hier wieder ernährungsliberal-pragmatisch argumentieren, angelehnt an die wesentliche Botschaft: „Es gibt so viele gesunde Ernährungen, wie es Menschen gibt, denn:

Jeder Mensch is(s)t anders.“ Wer also mit IF super klar kommt, kann, darf und soll seine Ernährung in Intervalle aufteilen. Wer in 5:2, 6:1 oder X:X-IF seinen „kulinarischen Goldstandard“ gefunden hat, wunderbar. Wer aber weder ein Stunden- noch Tage-Fastenfreund ist, der muss keine Angst haben, er ernähre sich jetzt „ungesünder.“

Da ist nichts mehr als: Pure Propaganda. Denn – und jetzt kommen wir zur neuen IF-Studie – die folgenden Statements unabhängiger Wissenschaftler, die mit IF keine müde Mark verdienen (im Gegensatz zu manch anderen prominenten Promotern) sind so eindeutig wie das Intervall zwischen zwei Fußballhalbzeiten:

Statements unabhängiger Wissenschaftler

Dr. Tilman Kühn, Leiter der Arbeitsgruppe der Ernährungsepidemiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg,

Prof. Dr. Jürgen König, Leiter des Departments für Ernährungswissenschaften, Universität Wien, Österreich,

Dr. Stefan Kabisch, Studienarzt in der Abteilung Klinische Ernährung, Außenstandort Berlin, Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Potsdam-Rehbrücke konstatieren klar:

“Es gibt bis jetzt keine Hinweise darauf, dass Intervallfasten Vorteile gegenüber der herkömmlichen, täglichen Kalorienreduktion hat.”

“Es fehlen belastbare Studien. ob alternierendes Fasten (AF) für therapeutische Zwecke eingesetzt werden könnte.”

“Eine exzellente, randomisierte und tatsächlich kontrollierte Studie aus den USA über ein Jahr zeigte, dass AF für Übergewichtige auf mittlere Sicht mehrheitlich nicht durchzuhalten ist “

„Im Sinne des oben Gesagten kann alternierendes Fasten für therapeutische Zwecke nicht positiv oder negativ bewertet werden, lediglich eine Kalorienreduktion kann aufgrund der vorliegenden Ergebnisse als positiv bewertet werden, wobei diese Erkenntnisse allerdings nicht besonders überraschend sind.”

“Daher gibt es meiner Ansicht nach derzeit keine allgemeine Empfehlung für eine bestimmte Form des Fastens beziehungsweise der Energiereduktion.“

„Zu Varianten des Intervallfastens (IF) gibt es bereits mehr als zehn RCT, alle relativ klein, vorwiegend weibliche Kohorten, die in der Gesamtheit keinen Vorteil für IF zeigen – weder bei der Gewichtsentwicklung noch bei metabolischen Parametern. Vergleichsgruppe ist dort immer kontinuierliche Kalorienreduktion.“

„Es gibt gegenwärtig keinen überzeugenden Beleg des medizinischen Nutzens von IF oder ADF beim Menschen.”

„Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage, ADF oder andere Varianten des IF zu empfehlen. Nach aktuellem Wissensstand sind sie – soweit untersucht – beim Menschen gleichwertig bis unterlegen im Vergleich zu normaler kontinuierlicher Kalorienreduktion. “

Diese mehr als deutlichen Aussagen von drei Wissenschaftlern stammen aus dem Beitrag Intervallfasten im Langzeittest, in dem die neue IF-Studie fachlich versiert seziert wurde. Prädikat: Sehr lesenswert.

Und die Moral von der Geschicht´ – einfach muss es sein, sonst nüscht

Vermutlich sind sowohl Low Carb als auch IF so populär, weil beide „Besser-Esser-Hypes“ sehr einfach umzusetzen sind, da es keine komplizierten Regeln oder aufwändige Rechnereien gibt. „Es funktioniert deshalb ganz gut, weil es wahrscheinlich für viele einfacher ist komplett auf etwas zu verzichten als immer gut auf die Ernährung zu achten.

Erfahrungsgemäß ist für die Menschen schwarz-weiß einfacher als grau.”, erklärte Dr. Gert Bischoff, Ernährungsmediziner aus München 2018 im BR den „Erfolg“ des Intervallfastens – IF.

FAZIT: Low Carb und Intervall Fasten

LC und IF haben vieles gemeinsam: Es fehlen sowohl offizielle Definitionen als auch Langzeitbelege zu harten Endpunkten und Evidenzen (wissenschaftliche Beweise), dass diese besonderen Arten des Essens gesünder sind oder schlanker machen als irgendeine andere x-beliebige Ernährungsweise. Wem es gefällt, wunderbar, wem nicht: Essen Sie so weiter, wie es Ihrer ganz persönlichen Chronobiologie entspricht und wie sich am wohlsten dabei fühlen. 

BREAKING NEWS: Neuer Ernährungstrend 3-I !

Intervallfasten ist für viele Menschen Alltag – dabei wissen sie gar nichts davon! Denn wenn auch Sie zu den nativen Frühstückaversiven gehören, die morgens nur Kaffee, Tee oder gar nichts weiter essen und trinken, dann sind Sie ein waschechter “Hidden Intervallfaster” – ob sie wollen oder nicht:

Wer seine letzte Mahlzeit beispielsweise um 20.00 Uhr verzehrt, dann „Frühstückslos durch den Tag“ (@Helene F.: Rechte gerne erhältlich) bis um 13.00 Uhr lebt, der gehört zur IF-Klasse 17:7! 17 Stunden Fasten, 7 Stunden essen (also nicht dauernd, sondern in diesem Intervall).

Diese Unwissenden haben gerade den neuen chronobiologisch-natürlichen Ernährungstrend erfunden: 3-I: Individuell Intuitiv Intervallfasten. Sehr cool.

Wer noch Infos zur Intuitiven Komponente braucht, dem seien sie hier kredenzt.

Nun aber: Guten Hunger !

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Uwe Knop (Diplom-Oecotrophologe)
Uwe Knop (geb. ´72) ist Diplom-Ernährungswissenschaftler und Medizin-PR-Experte. Er arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten in der PR & Kommunikation in den Bereichen Medizin und Gesundheitspolitik. So ist er bestens damit vertraut, wie durch die tägliche Veröffentlichung von zu viel „gesundheitsförderndem Unsinn“ Meinungen insbesondere zu „gesunder Lebens- und Ernährungsweise“ in die Köpfe der Menschen gelangen. Mit seinen Büchern möchte er ein möglichst naturnahes Gegengewicht zu dieser pseudowissenschaftlichen Manipulierungsmaschinerie schaffen. Knop ist dabei frei von Interessen Dritter, sodass er keine Produkte, Therapien oder besondere Essformen empfiehlt. Seine Intention gilt allein dem Ziel, dass die Menschen ihrer Kulinarischen Körperintelligenz wieder mehr Vertrauen schenken und dafür meist finanziell motivierte Fremdbestimmung ablegen. Weiter möchte er mit seinen Büchern der gesellschaftlichen Diskussion zum Thema Ernährung neuen lebensechten Schwung verleihen, da diese sich derzeit in einer wissenschaftlichen Schieflage befindet.

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