Donnerstag, April 2, 2020
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RISIKO UNFRUCHTBARKEIT -CHLAMYDIEN SIND DIE HÄUFIGSTE SEXUELL ÜBERTRAGBARE INFEKTION IN DEUTSCHLAND

Eine Infektion mit Chlamydien ist nicht nur die häufigste sexuell übertragbare Krankheit in Deutschland, sondern auch die häufigste Ursache für nicht-angeborene Kinderlosigkeit.

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Die World Association for Sexual Health (Weltorganisation für sexuelle Gesundheit) ruft jährlich am 4. September zum Welttag der sexuellen Gesundheit (World Sexual Health Day, WSHD) auf. Die Weltgesundheitsorganisation definiert sexuelle Gesundheit “als Zustand des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität und nicht nur das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen.“ Motto des diesjährigen WSHD lautet „Sexuality Education for all“.

Die Sexualaufklärung in Deutschland befindet sich im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau. Trotz der verschiedenen Möglichkeiten zur Sexualaufklärung sind aber immer noch die Risiken sexuell übertragbarer Infektionen zu wenig bekannt. Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. erinnert aus diesem Anlass daran, dass eine Infektion mit Chlamydien nicht nur die häufigste sexuell übertragbare Krankheit in Deutschland ist, sondern auch die häufigste Ursache für nicht-angeborene Kinderlosigkeit.

Erreger und Übertragung

Chlamydien sind eine Form von Bakterien, die innerhalb einer Zelle leben. Bei der Chlamydien-Variante, die Unfruchtbarkeit herbeiführen kann, handelt es sich um Chlamydia trachomatis. Diese Keime sind nur in sehr engem Hautkontakt übertragbar und überleben in feuchtwarmer Umgebung.

Die Bakterien können deshalb nicht bei normalem Hautkontakt, über Türklinken oder Toilettensitze übertragen werden, sondern in der Regel bei sexuellem Kontakt oder auch während der Geburt von der Mutter auf das Neugeborene. Das größte Risiko besteht bei Oralverkehr, vor allem ungeschützten (= ohne Kondom) Vaginal- und Analverkehr und gemeinsamer Nutzung von verunreinigten und ungeschützten Sexspielzeugen.

Rund 300.000 Neuerkrankungen durch eine Infektion mit Chlamydien werden pro Jahr in Deutschland geschätzt. Da es keine Meldepflicht für Chlamydieninfektionen wie für einige andere sexuell übertragbare Erkrankungen gibt, kann die Anzahl der Neuerkrankungen laut Robert-Koch-Institut noch deutlich darüber liegen.

Eine Entzündung, die durch Chlamydien hervorgerufen wird, kann bei der Frau die innere Schicht der Eileiter verkleben und dadurch den Transport der Eizelle in die Gebärmutter unmöglich machen. Chlamydien können auch den Gebärmutterhals, die innere Schicht der Gebärmutter und selten auch den Bauchraum befallen, ebenso die Harnröhre und beim Mann auch Samenleiter, Hoden, Nebenhoden und Prostata, und auch den Anus und den Mundraum. Bei Neugeborenen wird eine Chlamydieninfektion der Bindehäute gefürchtet, wenn die Mutter infektiös ist.

Das größte Problem bei Infektionen mit Chlamydien ist, dass die Erkrankung bei acht von zehn Frauen keinerlei Symptome verursacht und wegen der langen Inkubationszeit unentdeckt bleibt, ebenso bei jedem zweiten Mann. Die Betroffenen haben also keinen Anlass, einen Arzt aufzusuchen und die Krankheit behandeln zu lassen. Deshalb sind Vorbeugung und Früherkennung die beiden wesentlichen Bausteine, um die Spätfolgen der Infektion zu verhindern.

Vorbeugung und Früherkennung

Safer Sex schützt weitgehend zuverlässig vor den meisten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Das gilt auch für Infektionen mit Chlamydien. Der zweite Baustein ist die Früherkennung: Im Rahmen der Empfängnisregelung hat jede Frau jährlich bis zum vollendeten 25. Lebensjahr das Recht, in der frauenärztlichen Praxis einen Urintest auf eine Chlamydieninfektion durchführen zu lassen. Diese Untersuchung wird auch vor jedem Schwangerschaftsabbruch gemacht.

Wird ein Chlamydienbefall nachgewiesen, so erhält die Frau ein Antibiotikum, mit dem der Keim im Allgemeinen innerhalb einiger Wochen verschwindet. Sexualpartner müssen mitbehandelt werden.

Um eine mögliche Übertragung von Chlamydien während der Geburt auf das Baby zu verhindern, werden alle Schwangeren zu Beginn der Schwangerschaft mittels einer Urinuntersuchung auf Chlamydien getestet. Liegt eine Infektion vor, so werden auch die Schwangere und der Sexualpartner mit einem Antibiotikum behandelt.

Zusätzlich zu diesen Untersuchungen sollten jeder ungewöhnliche Ausfluss, Schmerzen im Unterleib, in der Harnröhre immer bei Mann und Frau abgeklärt werden. Eine Selbstdiagnose bei solchen Symptomen ist deshalb immer abzulehnen, ebenso ein Chlamydien-Selbsttest, Hausmittel oder Antiseptika aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke ohne weitere ärztliche Untersuchung und Diagnostik.

Weitere Informationen:

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