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„Wir sagen Danke“ heißt der neue Werbespot der Supermarktkette Edeka zum Anlass des diesjährigen Muttertages. Anstatt mit Lob reagieren viele Internet-Begeisterte mit einem Shitstorm darüber. Der Grund des Unmutes waren die Schlussworte eines kleinen Mädchens: „Danke Mama, dass du nicht Papa bist.

Im Vorfeld stellte das Video die Väter bewusst als etwas unbeholfen im Umgang mit ihren Kindern dar. Was hier einer gewissen Komik nicht entbehrt, fanden einige Männer gar nicht komisch. Sogar das scharfe Schwert des Sexismus wurde sofort aus der Kritikkiste ergriffen. Das alles auch noch kurz vor dem internationalen Tag der Familie. Aber ist die Kritik wirklich berechtigt oder haben die Deutschen nun endgültig den Humor verloren?

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Worum geht es eigentlich in dem Werbespot von Edeka?

Da werden tölpelhafte Väter gezeigt, die sich wirklich redlich um ihre Kinder bemühen, aber es einfach nicht gebacken kriegen. Schlechtes Timing, null Feingefühl, kein Ohr fürs Kind und überhaupt totale Überforderung, so werden die Väter skizziert. Dem einen explodiert ein Smoothie im Mixer, ein anderer tut seinem Kind weh beim Haareschneiden, der dritte kann einfach das Baby nicht füttern und noch einer klatscht seiner kleinen Tochter einen schweren Ball schmerzhaft ins Gesicht. Väter sind also grundsätzlich der schlechtere Elternteil, „Danke Mama, dass du nicht Papa bist“.

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Ist das ein guter Grund für eine groß angelegte Shitstorm-Welle?

Es sind vor allem die sogenannten Maskus (Maskulinisten), die sich als Männerrechtler verstehen und den Werbespot von Edeka völlig daneben finden. Man(n) meint, das ist ein Rundumschlag ins Gesicht aller Väter. Sogar ein massiver Boykott der Lebensmittelkette Edeka wurde sogleich erwogen. Mit den noch milden Worten „vollkommen missglückt“ kommentierte Matthias Becker, der Vorsitzende der „Landesarbeitsgemeinschaft für Jungen- und Männerarbeit“, den Werbefilm.

Auch die Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU) meldete sich dazu zu Wort und bezeichnete die Darstellung als „Anti-Väter-Spot“. Gerade in ihrer Eigenschaft als Frauenbeauftragte der Staatsregierung fügte sie zu Recht hinzu, dass Mütter und Väter nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten. Eltern kämpfen nicht im Wettbewerb um die Zuneigung ihrer Kinder und Väter sind schon gar nicht grundsätzlich schlechtere Elternteile, so die Ministermeinung.

Zum Begriff des Sexismus wird immer schnell gegriffen, in diesem Falle ausnahmsweise sogar mal im Sinne der Männer. Dr. Stevie Meriel Schmiedel ist nicht nur Dozentin für Genderforschung, sondern auch Pressesprecherin und Geschäftsführerin von Pinkstinks. Hierbei handelt es sich um eine Bildungs- und zugleich Protestorganisation gegen Homophobie und Sexismus.

Sie bestätigt, dass Männer in unserer Gesellschaft sehr wohl immer noch bessergestellt sind, aber dies gelte nicht für alle Bereiche. Es handele sich tatsächlich um Sexismus und Diskriminierung, wenn pauschal allen Männern Kompetenz bei der Kindererziehung abgesprochen wird, so ihr Urteil.

Vaterglück auch ohne Einverständnis der Mutter

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Bad Publicity is better than no publicity

Denn sie wissen, was sie tun, wenn die Leute von der Werbeagentur „Jung von Matt“ den Werbespot machen, wenngleich sie mehr als eine Million Views bei Facebook sogleich nach Erscheinen des Werbespots von Edeka positiv überrascht haben mag. Aber gut, schlechte Werbung ist besser als keine Werbung, Hauptsache alle reden drüber. Doch scheinbar ist hier eine unsichtbare Grenze überschritten worden.

Edekas Werbestrategen haben es ja nur aus Liebe getan in Anknüpfung an frühere virale Hits wie „Supergeil“ mit Friedrich Liechtenstein und jenem einsamen Opa am Weihnachtsabend. In provozierenden Spots scheint die Agentur ein Erfolgsrezept zu sehen, war sie es doch auch, die wiederum für Edeka den Spot „Eatkarus“ produzierte. Lust auf gesunde Ernährung sollte sich hier auf Basis der Abwertung der Dicken entfalten. Aber vielleicht wäre die Reaktion darauf ebenfalls richtig heftig ausgefallen, gäbe es in Deutschland endlich einen Beauftragten für Übergewichtige?

Aber Spaß bei Seite. Es wäre wahrscheinlich ein allgemein als lustig bewerteter Werbespot über tollpatschige Väter gewesen, wäre da nicht dieser unglücklich gewählte Schlusssatz des Mädchens, der einen so schalen Beigeschmack hinterlassen hat.

 „Danke Mama, dass du nicht Papa bist“

Der Nutzer Markus Witt bringt es mit seinem Kommentar auf den Punkt:

Wenn EDEKA Mütter nur durch Abwertung von Vätern loben kann, dann hat EDEKA noch nicht begriffen, dass BEIDE Eltern Kindern wichtige Fähigkeiten fürs Leben mitgeben. Das ist unterste Schublade der Werbung, geht gar nicht. Kinder sind dankbar für Mutter UND Vater. Solange EDEKA dies nicht versteht, bleibt für mich nur: BOYKOTT von EDEKA, bis diese verstehen, was Kinder wirklich brauchen.

Allein, der Boykott von Edeka bringt am Ende niemanden wirklich weiter. Viel wichtiger ist eine ehrliche Diskussion über die Rolle von Mann und Frau in unserer heutigen Gesellschaft. Der Nutzer Tobi Flashmops schreibt nämlich ganz richtig:

Hier werden aufs Übelste uralte Denkmuster bedient, die wir gesellschaftlich zu überwinden versuchen. Danke EDEKA, für diesen widerlichen Rückschritt in die 50er Jahre!

Mehr Rechte für Väter unehelicher Kinder in Deutschland

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Der Werbespot von Edeka als Spiegel der Gesellschaft

Gewiss, weit haben wir uns vom Denken in den 1950er Jahren noch nicht entfernt. Schauen wir uns dazu mal diese Beispiele an:

Laut den aktuellen Erfahrungen eines Headhunters sind Mütter und Menschen über 50 praktisch nicht vermittelbar. Hier wird weiter ausgeführt, dass in dieser Sache die Politik in der Pflicht ist, denn gerade Deutschland agiert in dieser Angelegenheit steinzeitlich. Keine Frau könne sich von 9 bis 18 Uhr in einem Büro aufhalten, wenn das Kind spätestens um 14 Uhr aus der Schule kommt.

Die Geburten der Kinder unterbrechen vehement und nachhaltig das Berufsleben der Frauen. Daher ist ihre Betriebszugehörigkeit fast immer deutlich kürzer als jene der Männer. Die Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten der Frauen sind dadurch arg beschnitten. Die Elternzeit-Regelung für Männer greift meistens ins Leere, weil stets der besserverdienende Elternteil weiter zur Arbeit geht und das ist nun mal der Mann.

Werbung wirkt gleichsam wie ein Spiegel, der uns vor Augen führt, wie unsere Gesellschaft immer noch tickt. Wahrscheinlich hat uns der Werbespot von Edeka deshalb so aufgeregt, weil er den Finger in eine offen klaffende Wunde gelegt und so vielen ihr eigenes Fehlverhalten aufgezeigt hat.

 

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